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02.11.2020 14:00

Faszination Neurologie: Deutscher Journalistenpreis Neurologie 2020 vergeben

Dr. Bettina Albers Pressestelle der DGN
Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

    Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie hat im Vorfeld des 93. DGN-Kongresses, der ab Mittwoch digital abgehalten wird, zwei Journalistinnen mit dem Deutschen Journalistenpreis Neurologie 2020 ausgezeichnet, die sich mit ihren umfassend und fundiert recherchierten Beiträgen zu M. Parkinson und zu sogenannten funktionellen neurologischen Störungen gegen fast 40 Mitbewerber durchgesetzt hatten: Der Deutsche Journalistenpreis Neurologie 2020 wurde an die freien Journalistinnen Erika Brettschneider und Corinna Hartmann verliehen. Ihre Beiträge spiegeln die wissenschaftlichen Hintergründe sowie die Bandbreite der Diagnostik und Therapie wider und machen den Betroffenen Mut.

    Heute wurde im Vorfeld des Online-Kongresses der DGN, der am Mittwoch beginnt, der Deutsche Journalistenpreis Neurologie 2020 verliehen. Insgesamt hatten sich 38 Journalistinnen und Journalisten in den Kategorien „Wort“ und „Elektronische Medien“ beworben. „Die hohe Zahl zeigt, dass neurologische Themen in der Breite angekommen sind und ein großes öffentliches Interesse erzeugen“, erklärte Prof. Hans-Christoph Diener, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Wie er weiter ausführte, haben sich letztlich zwei Beiträge durchgesetzt, die sich in der Tiefe der Recherche und in der Bearbeitung des gewählten Themas abhoben. „Diese beiden journalistischen Arbeiten sind aus Sicht der Jury herausragend, denn sie setzen sich kritisch, kompetent und laienverständlich mit aktuellen Erkenntnissen der Neurologie auseinander.“

    Corinna Hartmann hatte sich in der Kategorie „Wort“ mit einem Beitrag zu funktionellen neurologischen Störungen beworben, der in der Zeitschrift „Gehirn & Geist“ erschienen ist. Die 28-jährige Journalistin aus dem Saarland hatte nach ihrem Psychologiestudium ein Volontariat bei diesem Magazin absolviert und ist seitdem fasziniert von neurowissenschaftlichen Themen. Ihr besonderes Interesse weckten Erkrankungen, für die der Arzt keine Ursache findet, für die es also keinen objektivierbaren Befund gibt, wie einen krankhaften Blutwert oder eine Auffälligkeit im Liquor oder in der Bildgebung, die aber durch z. T. dramatische Symptome das Leben der Betroffenen stark bestimmen. „Stellen Sie sich mal vor, Sie sind gelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen, aber der Arzt sagt Ihnen, da ist nichts. Die Betroffenen kämpfen mit ihrer Krankheit und gleichzeitig darum, überhaupt ernst genommen zu werden – die Schicksale dieser Patientinnen und Patienten haben mich sehr berührt“, erklärt die Preisträgerin.

    Funktionelle neurologische Störungen werden häufig nicht richtig diagnostiziert und behandelt, die Betroffenen häufig als psychisch krank abgetan. „Der Beitrag von Corinna Hartmann erklärt die dahinterliegenden Pathomechanismen, informiert kompetent über den neuesten Stand der Forschung und neue Therapieansätze und räumt mit einem weit verbreiteten Irrglauben auf: Funktionelle neurologische Störungen sind Fehlfunktionen des Nervensystems und ein neurologisches Krankheitsbild, kein psychisches. Der Artikel erfüllt höchste Ansprüche des Wissenschaftsjournalismus“, begründet Prof. Diener die Entscheidung der Preisjury.

    In der Kategorie „Elektronische Medien“ wurde Erika Brettschneider für ihren Beitrag zur Parkinson-Erkrankung für das Gesundheitsmagazin des Rundfunks Berlin-Brandenburg „rbb Praxis“ ausgezeichnet. Frau Brettschneider ist eine langjährig erfahrene Medizinjournalistin, die bereits mit Journalistenpreisen von verschiedenen medizinischen Fachgesellschaften gewürdigt wurde, unter anderem von der Deutschen Gesellschaft für Gefäßmedizin und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft. Gefragt, warum sie sich des Themas „Morbus Parkinson“ angenommen hat, führt sie zwei Gründe an: Zum einen erhalte die rbb-Redaktion immer wieder Zuschaueranfragen zu chronischen neurologischen Erkrankungen, zum anderen habe sie eine Sendung zu dieser Erkrankung vorgeschlagen, da zwei Menschen in ihrem unmittelbaren Umfeld diese Diagnose erhalten hatten. „Besonders interessiert hat mich der aktuelle Stand der Forschung, sowohl was das frühzeitige Erkennen der Erkrankung als auch innovative Therapieoptionen angeht“, erklärt die Journalistin.

    Ein besonderer Aspekt des Beitrags, den die Jury hervorhob, ist, dass er die Erkrankung in allen Stadien beleuchtet und dass an verschiedenen Patientenbeispielen die besonderen Herausforderungen der jeweiligen Krankheitsphase deutlich werden. Hinzu komme die Vielfalt an Expertenstimmen. „Wir freuen uns natürlich immer, wenn Expertinnen und Experten unserer Fachgesellschaft zu Wort kommen, was letztlich für die gute Recherche spricht und den Journalistinnen und Journalisten auch eine hohe Qualität garantiert“, erklärt Prof. Peter Berlit, DGN-Generalsekretär. „In diesem Beitrag wurden u. a. Gespräche mit Prof. Daniela Berg, Kiel, Leiterin der DGN-Kommission Bewegungsstörungen und international anerkannte Parkinson-Expertin, sowie mit Frau Prof. Andrea Kühn, Berlin, geführt, eine Kapazität auf dem Gebiet der Tiefen Hirnstimulation. Frau Prof. Kühn wird auch auf dem Präsidentensymposium des 93. DGN-Kongresses zu diesem Thema sprechen, was ihre Expertise auf diesem Gebiet noch einmal unterstreicht.“

    Neben der umfassenden Darstellung der Parkinson-Erkrankung, ihrer Anzeichen und Behandlungsmöglichkeiten transportiere der Beitrag auch eine positive, Mut machende Botschaft, und zwar die, dass neurologische Fachärztinnen und -ärzte die Menschen begleiten und ihnen die individuell bestmögliche Behandlung anbieten. „Das ist es auch, was wir den Zuschauern vermitteln wollen“, erklärt Erika Brettschneider. „Die Neurologie, und das finde ich so faszinierend, hat auch für diese bisher unheilbare und schwere Erkrankung viele gute Therapieoptionen, um die Progression zu verlangsamen und den Betroffenen über eine lange Zeit zu einer hohen Lebensqualität zu verhelfen. Die dahinterliegende Botschaft lautet: Verzweifelt nicht, sondern wendet euch frühzeitig an die richtigen Expertinnen und Experten.“

    Der Journalistenpreis ist mit insgesamt 5000 Euro dotiert und wird auch 2021 wieder ausgeschrieben. Die Ausschreibungsunterlagen sind ab Ende Januar auf www.dgn.org verfügbar.

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    Zur Akkreditierung: https://dgn.org/presse/akkreditierung

    Pressekontakt
    Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Neurologie
    c/o albersconcept, Jakobstraße 38, 99423 Weimar
    Tel.: +49 (0)36 43 77 64 23
    Pressesprecher: Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen
    E-Mail: presse@dgn.org

    Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
    sieht sich als wissenschaftliche Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren über 10.000 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu sichern und zu verbessern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin. www.dgn.org

    Präsidentin: Prof. Dr. med. Christine Klein
    Stellvertretender Präsident: Prof. Dr. med. Christian Gerloff
    Past-Präsident: Prof. Dr. Gereon R. Fink
    Generalsekretär: Prof. Dr. Peter Berlit
    Geschäftsführer: Dr. rer. nat. Thomas Thiekötter
    Geschäftsstelle: Reinhardtstr. 27 C, 10117 Berlin, Tel.: +49 (0)30 531437930, E-Mail: info@dgn.org


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medien- und Kommunikationswissenschaften, Medizin
    überregional
    Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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