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12.11.2020 12:00

Deutsche Leberstiftung zum Lebertag: Früherkennung kann schwere Lebererkrankungen verhindern

Rolf Kalus externe Pressestelle
Deutsche Leberstiftung

    Dass eine Bestimmung der Leberwerte bereits im Verdachtsfall oder als Screening im Rahmen einer „Gesundheitsuntersuchung" sinnvoll ist und dadurch schwerwiegende Erkrankungen wie Leberzirrhose und Leberzellkrebs vermieden werden können, betont die Deutsche Leberstiftung anlässlich des 21. Deutschen Lebertages am 20. November 2020.

    „Klappern gehört zum Handwerk“, der Spruch ist seit dem Mittelalter bekannt, als Handwerker lautstark ihre Leistung anpriesen. Wer keine Aufmerksamkeit erregt, wird nicht bemerkt – das ist heute noch so. Die Aussage trifft auch auf das lebenswichtige Organ Leber zu, das vielfältige Aufgaben sogar dann noch erfüllt, wenn es bereits teilweise geschädigt ist. Die meisten Lebererkrankungen verursachen in der Regel über einen längeren Zeitraum keine Krankheitszeichen: Die kranke Leber „klappert“ nicht, um auf sich aufmerksam zu machen.

    Das lebenswichtige Stoffwechselorgan Leber hat eine außergewöhnliche Fähigkeit: Es kann sich von Schäden gut erholen – vorausgesetzt, die Ursache wird rechtzeitig erkannt und behoben. Das Erkennen einer Lebererkrankung ist durch einen einfachen Test der Leberwerte im Blut möglich. Wichtig sind dabei vor allem der ALT-Wert und der AST-Wert. Wenn die Leberwerte erhöht sind, müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um die Ursache zu ermitteln und festzustellen, ob eine Lebererkrankung der Grund für die erhöhten Blutwerte ist. Die meisten Lebererkrankungen können gut behandelt oder sogar geheilt werden, wenn sie früh erkannt werden. Unbehandelt hingegen können viele Lebererkrankungen zu Leberzirrhose oder Leberzellkrebs führen.

    Doch Lebererkrankungen werden häufig gar nicht oder erst spät erkannt. Die Feststellung der Leberwerte im Rahmen von turnusmäßigen Gesundheitsuntersuchungen ist in Deutschland noch immer keine Standardleistung. Experten fordern schon seit Jahren, die Überprüfung der Blut-Leberwerte in die Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene aufzunehmen.

    Mit dem Motto „Check-up für die Leber“ stellt der diesjährige Deutsche Lebertag die Notwendigkeit der Früherkennung von Lebererkrankungen in den Fokus und unterstützt die Forderung, im Rahmen von Vorsorgeprogrammen die Leberwerte im Blut zu kontrollieren. Lebererkrankungen zählen weltweit zu den größten Gesundheitsproblemen und sie gehören zu den häufigsten Todesursachen. Allein in Deutschland sind schätzungsweise etwa fünf Millionen Menschen leberkrank. Trotzdem ist die Leber für viele Menschen ein eher unbekanntes Organ, das nicht so viel öffentliche Aufmerksamkeit bekommt wie beispielsweise das Herz oder das Gehirn. Deswegen freuten sich Leber-Experten ganz besonders, als Anfang Oktober 2020 bekanntgegeben wurde, dass der Nobelpreis für Medizin 2020 an drei Wissenschaftler geht, die mit der Entdeckung des Hepatitis C-Virus einen entscheidenden Beitrag zum Kampf gegen Hepatitis C geleistet haben.

    „Die Hepatitis C ist heute in fast allen Fällen in kurzer Zeit und nahezu ohne Nebenwirkungen heilbar. Das ist eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte in der Medizin. Aber auch viele andere Lebererkrankungen sind inzwischen gut heilbar oder zumindest gut behandelbar. Damit können wir die lebensbedrohlichen Spätfolgen von chronischen Erkrankungen der Leber wie Leberzirrhose oder Leberzellkrebs verhindern. Daher ist es letztlich unsere Pflicht, Lebererkrankungen so früh wie möglich zu erkennen“, betont Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, und ergänzt: „Dieses Ziel können wir erreichen, wenn die Kontrolle der Leberwerte als Bestandteil in die Gesundheitsuntersuchung, wie der „Check-up 35“ heute heißt, aufgenommen und die Ursache von erhöhten Leberwerten abgeklärt wird.“

    Deutsche Leberstiftung
    Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. Weitere Informationen zur Stiftung unter https://www.deutsche-leberstiftung.de. Auf der Website finden Sie unter anderem umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für Betroffene, Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter.

    BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien – inzwischen in dritter, aktualisierter und erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-89993-899-9, 16,99 Euro.
    Weitere Informationen: https://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch.

    Kontakt:
    Deutsche Leberstiftung
    Bianka Wiebner
    Carl-Neuberg-Straße 1
    30625 Hannover
    Tel 0511 – 532 6815
    Fax 0511 – 532 6820
    presse@deutsche-leberstiftung.de
    https://www.deutsche-leberstiftung.de


    Weitere Informationen:

    https://www.deutsche-leberstiftung.de
    https://www.deutsche-leberstiftung.de/presse/aktuelle-pressemitteilungen/
    http://www.lebertag.org


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


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