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19.11.2020 10:40

Röntgenpreis für Jenaer Laserphysiker Dr. Jan Rothhardt

Lisa Dittrich Presse, Kommunikation und Marketing
Justus-Liebig-Universität Gießen

    Verleihung im Rahmen des digitalen Akademischen Festakts der Justus-Liebig-Universität Gießen 27. November 2020 – Pfeiffer Vacuum und Ludwig-Schunk-Stiftung fördern wissenschaftlichen Nachwuchs

    Der renommierte Röntgenpreis der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) geht in diesem Jahr an den Physiker Dr. Jan Rothhardt vom Helmholtz Institut Jena und der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird am Freitag, 27. November 2020 im Rahmen des – wegen Corona ausschließlich digitalen – Akademischen Festakts der JLU verliehen. Pfeiffer Vacuum und die Ludwig-Schunk-Stiftung stiften gemeinsam das Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro. Ausgerechnet in diesem Jahr, in dem der Preisträger nicht persönlich nach Gießen kommen kann, wird es erstmals einen Preis „zum Anfassen“ geben: Die JLU und die Stifter haben aus Anlass des Röntgen-Jahres eine Miniatur des bekannten Gießener Röntgendenkmals anfertigen lassen. Im Andenken an den Nobelpreisträger Wilhelm Conrad Röntgen, der von 1879 bis 1888 als Professor in Gießen tätig war, verleiht die JLU seit 1960 den Preis.

    Der 39-jährige Nachwuchsgruppenleiter Dr. Jan Rothhardt erhält die Auszeichnung in Anerkennung seiner herausragenden Beiträge auf dem Gebiet der Lasertechnologie, insbesondere für die Entwicklung und Anwendung von Laserquellen für extrem ultraviolette (XUV) Strahlung und weiche Röntgenstrahlung. Dr. Jan Rothhardt beschäftigte sich intensiv mit Anwendungen dieser Lasersysteme und konnte sowohl rechnerisch zeigen als auch experimentell erstmals demonstrieren, dass eine effiziente Konversion in den XUV Spektralbereich auch mit Hochleistungslasern hoher Pulsfolgefrequenz möglich ist. Die von ihm entwickelten XUV Quellen werden an Schwerionenspeicherringen weltweit einzigartige Laserspektroskopie-Experimente ermöglichen. Quanten-Elektrodynamik (QED), relativistische Effekte, aber auch Kerneigenschaften und ultra-schnelle Prozesse stehen im Zentrum dieser interdisziplinären Experimente.

    Dr. Rothhardt studierte Physik in Jena und promovierte im Jahr 2011. Der auch international renommierte Laserphysiker leitet seit 2014 eine Nachwuchsgruppe am Helmholtz-Institut Jena und ist Autor-und Co-Autor von fast 70 Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften. Für seine Vorlesungen und Seminare an der Friedrich-Schiller-Universität Jena erhält er regelmäßig exzellente Bewertungen der Studierenden. Daneben engagiert er sich mit einer speziellen Experimentalvorlesung an Gymnasien dafür, Schülerinnen und Schüler für die Lasertechnik zu begeistern. In seiner Freizeit strebt er offenbar zu noch höherem: Jan Rothhardt war im Jahr 2016 Weltmeister im Segelfliegen.

    Die JLU gibt den Röntgen-Preisträgerinnen und -Preisträgern traditionell die Gelegenheit, ihr Forschungsgebiet im Rahmen einer öffentlichen Vortragsveranstaltung am Vorabend des Akademischen Festakts vorzustellen. Wegen der Corona-Pandemie wird der Preisträger in diesem Jahr nicht nach Gießen anreisen. Der Röntgen-Vortrag mit dem Titel „Hochauflösende linsenlose Mikroskopie mit extrem ultravioletter Strahlung" findet am Donnerstag, 26. November 2020, als Webex-Stream statt. Beim digitalen Akademischen Festakt wird Dr. Rothhardt – wie die übrigen Preisträgerinnen und Preisträgern – per Video zugeschaltet

    Die 1607 gegründete Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist eine traditionsreiche Forschungsuniversität, die rund 28.000 Studierende anzieht. Neben einem breiten Lehrangebot – von den klassischen Naturwissenschaften über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften bis hin zu Sprach- und Kulturwissenschaften – bietet sie ein lebenswissenschaftliches Fächerspektrum, das nicht nur in Hessen einmalig ist: Human- und Veterinärmedizin, Agrar-, Umwelt- und Ernährungswissenschaften sowie Lebensmittelchemie. Unter den großen Persönlichkeiten, die an der JLU geforscht und gelehrt haben, befindet sich eine Reihe von Nobelpreisträgern, unter anderem Wilhelm Conrad Röntgen (Nobelpreis für Physik 1901) und Wangari Maathai (Friedensnobelpreis 2004). Seit dem Jahr 2006 wird die Forschung an der JLU kontinuierlich in der Exzellenzinitiative bzw. der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert.

    Pfeiffer Vacuum (Börsenkürzel PFV, ISIN DE0006916604) ist ein weltweit führender Anbieter von Vakuumlösungen. Neben einem kompletten Programm an hybrid- und magnetgelagerten Turbopumpen umfasst das Produktportfolio Vorvakuumpumpen, Lecksucher, Mess- und Analysegeräte, Bauteile sowie Vakuumkammern und -systeme. Seit Erfindung der Turbopumpe durch Pfeiffer Vacuum steht das Unternehmen für innovative Lösungen und Hightech-Produkte in den Märkten Analytik, Industrie, Forschung & Entwicklung, Beschichtung sowie Halbleiter. Gegründet 1890, ist Pfeiffer Vacuum heute weltweit aktiv. Das Unternehmen beschäftigt etwa 3.300 Mitarbeiter und hat über 20 Vertriebs- und Servicegesellschaften sowie 10 Produktionsstandorte weltweit. Mehr Informationen unter www.pfeiffer-vacuum.com.

    Die Schunk Group ist ein globaler Technologiekonzern. Das Unternehmen ist ein führender Anbieter von Produkten aus Hightech-Werkstoffen – wie Kohlenstoff, technischer Keramik und Sintermetall – sowie von Maschinen und Anlagen – von der Umweltsimulation über die Klimatechnik und Ultraschallschweißen bis hin zu Optikmaschinen. Die Schunk Group hat über 9.100 Beschäftigte in 29 Ländern und hat 2019 einen Umsatz von 1,35 Mrd. Euro erwirtschaftet.


    Weitere Informationen:

    http://Termin
    http://Akademischer Festakt mit Preisverleihung (digital):
    http://Freitag, 27. November 2020, 10.30 Uhr:
    http://www.uni-giessen.de/festakt2020 (mit Link zum Livestream)
    http://Röntgen-Vortrag (digital):
    http://Donnerstag, 26. November 2020, 18 Uhr
    http://Webex: https://uni-giessen.webex.com/uni-giessen/j.php?MTID=m348fdc9b5d66b6c0e9094d4bfe...
    http://Meeting-Kennnummer (Zugriffscode): 174 043 9232
    http://Meeting Passwort: uvUbY3Fqz53


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    fachunabhängig
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


    Röntgenpreisträger Dr. Jan Rothhard bei seiner Arbeit im Labor.


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    Erstmals gibt es einen Röntgenpreis „zum Anfassen“. Die Miniatur des Gießener Röntgen-Denkmals wurde im Kunstguss-Verfahren hergestellt.


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