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19.11.2020 12:29

„Zwischenräume“ – Gespräche mit Frauen über ihre Erfahrungen der Flucht und das Ankommen

Lena Herzog Leibniz-Zentrum Moderner Orient (ZMO)
Geisteswissenschaftliche Zentren Berlin e.V. (GWZ)

    In ihrem kürzlich erschienenen Buch „Zwischenräume“ lässt Herausgeberin Dr. Sarah Jurkiewicz vom Leibniz-Zentrum Moderner Orient (ZMO) in Berlin neun geflüchtete Frauen über Wege der Flucht und das Ankommen in Berlin-Marzahn erzählen. Die Frauen kommen aus Syrien, dem Irak, Afghanistan, Kamerun und Ostpreußen. Trotz ihrer unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründe teilen sie gemeinsame Erfahrungen von plötzlichen Aufbrüchen, teilweise gefährlichen Reisen und Überfahrten, langen Perioden des Wartens und der Ungewissheit in „Zwischenräumen“, und Schwierigkeiten des „Ankommens“.

    In den Räumen der katholischen Kirche in Marzahn treffen sich jeden Dienstag Frauen aus Syrien, dem Irak, Afghanistan, Kamerun und anderen Ländern mit deutschen ehrenamtlichen Frauen aus Marzahn-Hellersdorf zum „Frauencafé“ oder „Frauenfrühstück“, organisiert von der Immanuel Albertinen Diakonie. Neben praktischer Unterstützung bei bürokratischen Fragen, der Wohnungssuche, sowie dem Erlernen der deutschen Sprache, ist das Café ein Raum für Austausch und Solidarität unter und mit anderen. Die Idee für das Buch entstand, als eine der ehrenamtlichen Frauen ihre Geschichte der Flucht aus Ostpreußen am Ende des Zweiten Weltkrieges erzählte. Daraufhin begannen auch die anderen anwesenden Frauen, ihre Fluchtgeschichten miteinander zu teilen. Die Erzählung der Flucht aus Ostpreußen vermittelte den anderen Frauen Zuversicht, dass ein Ankommen möglich sei. Plötzlich gab es auch eine Gemeinschaft, die ihnen zuhörte. Die Erfahrungen mussten nicht mehr allein, im Stillen bewältigen werden.

    Sarah Jurkiewicz stieß etwas später hinzu, als Anne-Kathrin Hoelzmann, die Einrichtungsleiterin des Beratungszentrums, nach Unterstützung für das Buchprojekt suchte. Ihr am ZMO angesiedeltes Forschungsprojekt beschäftigt sich mit Fragen des Ankommens von Geflüchteten in Berlin und dem „Sich-Einrichten“ im materiellen wie sozialen und emotionalen Sinne. So entstand der Kontakt und seit dem Sommer 2019 begleitet Jurkiewicz das Frauencafé. Den Gesprächen liegt ein Fragekatalog zu Grunde, den sich die Frauen selbst überlegt haben. „Jede der Geschichten in diesem Buch gibt Einblicke in das Leben einer Frau und ihrer Familie, deren Ängste, innere Kämpfe und Hoffnungen“, so Sarah Jurkiewicz. Abgedruckt sind die Geschichten sowohl in der jeweiligen Muttersprache der Frauen als auch in deutscher Übersetzung.

    Dr. Sarah Jurkiewicz ist seit 2014 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Zentrum Moderner Orient und betreut als Forschungskoordinatorin das von der VW-Stiftung geförderte Projekt “Liminal Spaces as Sites of Socio-Cultural Transformation and Knowledge Production in the Arab World”. Ihr aktuelles persönliches Forschungsprojekt trägt den Titel „Junge syrische Mütter in Berlin-Marzahn: Wohnen und Praxen des ‚Zuhause-Herstellens‘“. Ihren Doktortitel erwarb sie 2012 an der Universität Oslo mit einer Arbeit zum Thema „Being a Blogger in Beirut: Production Practices and Modes of Publicness“.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Sarah Jurkiewicz: Sarah.Jurkiewicz@zmo.de


    Originalpublikation:

    Sarah Jurkiewicz (Hg.): Zwischenräume. tobios publishing, Berlin 2020, 222 S. ISBN 978-3-948297-06-0. https://www.tobios.de/


    Weitere Informationen:

    https://www.zmo.de/personen/dr-sarah-jurkiewicz
    https://immanuel.de/aktuelles/nachrichten/aktuelle-nachrichten/detail/article/ge...


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, jedermann
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften
    überregional
    Forschungsprojekte, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Buchcover


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