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07.12.2020 11:44

Neuer Blick auf Geschichte und städtische Kultur der Hafenstädte des östlichen Mittelmeers

Lena Herzog Leibniz-Zentrum Moderner Orient (ZMO)
Geisteswissenschaftliche Zentren Berlin e.V. (GWZ)

    In seinem kürzlich veröffentlichten Buch, “Port Cities of the Eastern Mediterranean. Urban Culture in the Late Ottoman Empire” (Cambridge University Press 2020), erforscht Malte Fuhrmann unterschiedliche Aspekte derGeschichte von Hafenstädten im östlichen Mittelmeer zur Zeit des Osmanischen Reichs. Er beleuchtet unter anderem ihre Anpassung an europäische Praktiken, Formen der Unterhaltung und ihren Kosmopolitismus.

    Hafenstädte im östlichen Mittelmeer wie Konstantinopel (das heutige Istanbul), Smyrna (Izmir), oder Salonica (Thessaloniki) übten schon immer eine gewisse Faszination auf die Menschen aus. Bekannt für ihre lebhaften und vielfältigen Bewohner*innen, die Dynamik ihres Handels und des kulturellen Austauschs untereinander und ihre relativ friedliche Koexistenz in einem turbulenten Zeitalter, gelten sie für viele als Vorbild eines gelebten Kosmopolitismus. In seiner Studie untersucht Malte Fuhrmann historische Veränderungen in Raum, Konsum und von Identitäten im 19. und frühen 20. Jahrhundert, als das Mittelmeer zu einer Einflusssphäre europäischer Mächte wurde. Fuhrmann lässt vergessene Einwohner*innen der Hafenstädte „zu Wort kommen“ und analysiert, wie die Stadtbewohner*innen sich an europäische Gepflogenheiten anpassten, wie Unterhaltung zum Ausdruck eines europäischen Lebensstils wurde und wie durch Bierkonsum Innovation, Weltoffenheit und gemischt-geschlechtliche Geselligkeit gefeiert wurde. Die Aneignung europäischer Lebensstile wurde zugleich durch deren Anpassung an örtliche Bedürfnisse modifiziert, was sich auch in neuen Kais, Straßen und Gebäuden widerspiegelte. Indem es sowohl Freizeitaktivitäten als auch die Herausbildung von Klasse, Geschlecht und nationaler Identitäten aufgreift, bietet Fuhrmanns Buch einen alternativen Blick auf die Beziehung zwischen der muslimischen Welt und Europa.

    Dr. Malte Fuhrmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Zentrum Moderner Orient (ZMO) in Berlin. Zuvor hat er viele Jahre in Istanbul verbracht, um dort zu forschen und als Dozent an Universitäten zu lehren. Zu seinen Publikationen zählen unter anderem „Konstantinopel – Istanbul. Stadt der Sultane und Rebellen” (2019), „Der Traum vom deutschen Orient: Zwei deutsche Kolonien im Osmanischen Reich 1850-1918” (2006) und „The City in the Ottoman Empire: Migration and the Making of Urban Modernity” (2011, herausgegeben gemeinsam mit Ulrike Freitag, Nora Lafi und Florian Riedler). Aktuell arbeitet er an einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt über die Evolution des Entwicklungsdiskurses in Bulgarien und der Türkei in der Verkehrsinfrastrukturdebatte (1908-1989).


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Malte Fuhrmann: Malte.Fuhrmann@zmo.de


    Originalpublikation:

    Malte Fuhrmann: Port Cities of the Eastern Mediterranean. Urban Culture in the Late Ottoman Empire, Cambridge University Press 2020, 478 S. DOI 10.1017/9781108769716, https://www.cambridge.org/core/books/port-cities-of-the-eastern-mediterranean/B6...


    Weitere Informationen:

    https://www.zmo.de/en/people/dr-malte-fuhrmann


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    Geschichte / Archäologie
    überregional
    Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Buchcover


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