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15.12.2020 11:24

Wunderbare Weihnachten – jetzt erst recht! Wie das Fest trotz allem Freude bereithält

Dipl.-Journ. Constantin Schulte Strathaus Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

    Distanz zur Verwandtschaft über Weihnachten, ein Silvester ohne Feiern mit Freunden und Bekannten – die Pandemie wirkt sich nach einem ohnehin zehrenden Jahr auch gravierend auf die anstehenden Feiertage aus. „Ich glaube, es kann dennoch ein wunderbares Weihnachten werden – jetzt erst recht! Es hat sogar Potenzial – bei aller Sorge und Herausforderung – das schönste und intensivste seit langem zu werden“, betont Dr. Peter Wendl vom Zentralinstitut für Ehe und Familie in der Gesellschaft (ZFG) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU). Er beschäftigt sich seit langem mit den besonderen Herausforderungen von Familien, die mit Fernbeziehungen umgehen müssen.

    „Heuer fällt viel Schnickschnack weg und wir bekommen vor Augen geführt, was wichtig ist. Wir fokussieren derzeit viel auf Negatives und sind gut beraten, uns dieses Weihnachten schön zu machen. Ich kann nur sagen: Hört auf, Euch Weihnachten schlecht zu reden oder es mit Erwartungen zu überfrachten“, so Wendl. Zwar seien Begegnungen nur sehr eingeschränkt möglich. Aber man könne in der Nähe oder in der Ferne froh sein, einander zu haben. Es lohne sich, aus Solidarität nun auf Kontakte zu verzichten, was wertvoll und notwendig sei. „Insofern können wir uns das Fest nicht weniger als sonst auch selbst schön gestalten – und vielleicht wird es das bewussteste Weihnachten seit 75 Jahren!“

    Wir Menschen neigen laut Wendl dazu, Wesentliches oft erst zu schätzen, wenn es nicht mehr verfügbar ist. Insofern werde dieses Weihnachten uns vor Augen führen, was wirklich wichtig in unserem Leben sei. „Für diejenigen, die einsam sind, wird sich dieses Gefühl auf negative Weise verstärken. Das ist zwar jedes Jahr an Weihnachten so. Nun wird das aber aufgrund der Regelungen umso deutlicher. Umso mehr müssen wir aufeinander Rücksicht nehmen, uns im wahrsten Sinn in den Blick nehmen und die Not lindern helfen, die wir wahrnehmen können. Manchmal wird in der kommenden Zeit schon ein Nachfragen, ein Anruf, eine freundliche Geste große Bedeutung haben“, appelliert der Paar- und Familientherapeut.

    Im Hinblick auf die Feiertage sei die Pandemie gewissermaßen bereits ein Trainingslager für das Miteinander gewesen. Unabhängig vom Wohnraum werde es über Weihnachten wichtig sein, Freiräume und Rückzugsmöglichkeiten zu respektieren. Eine Mischung aus Abstand und Nähe könne wohltuende Feiertage bescheren, „die genau das betonen, worauf es ankommt: gut, dass wir uns haben“.

    Gerade gegenüber Jugendlichen, die in den vergangenen Monaten auf ihre Rolle als Schülerinnen und Schüler reduziert worden seien, wirbt Wendl um Geduld. „Besonders für sie sind eigentlich die Gleichaltrigen wichtig, noch wichtiger als die Eltern. Und gerade ihre Peer-Group dürfen sie seit Monaten kaum treffen.“ Vor allem helfe es deshalb, die Erwartungen an die gemeinsame Zeit herunterzuschrauben. Wenn wenig gestritten werde, sei schon ganz viel gewonnen.

    Für den weiteren Umgang mit der Pandemie sei es wichtig, überschaubare Zeiträume zu definieren. Diese seien Voraussetzung für die Belastbarkeit – verbunden mit einem spürbaren Effekt der Maßnahmen auf die Entwicklung.
    Speziell für die Feiertage empfiehlt Dr. Peter Wendl, sich in vielerlei Hinsicht Gutes zu tun – körperlich (durch Genuss und Bewegung), geistig (durch Musik, Literatur und Gespräche) und seelisch. „Nehmen Sie sich Zeit für Auszeit, Innehalten und Spiritualität. Kirchenräume bieten auch außerhalb von Gottesdienstzeiten eine Kraft, die es lohnt, sie bewusst aufzusuchen.“ Zudem könnte man für sich und andere Gutes tun, indem man aufmerksam ist für die konkrete Not um uns herum sowie – wo möglich – Unterstützung anbieten. „Nächstenliebe und Altruismus machen nämlich nachweislich glücklich!“

    Zur Person
    Dr. Peter Wendl ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Zentralinstituts für Ehe und Familie in der Gesellschaft (ZFG) der KU. Er leitet eine langjährige Kooperation mit dem Katholischen Militärbischofsamt für die deutsche Bundeswehr. Dabei führte bisher mehr als 300 Intensivveranstaltungen mit Soldaten und Soldatinnen und ihren Angehörigen sowie Bezugspersonen durch. Schwerpunkt seiner Praxisinitiativen sind Themen der Paar- und Familientherapie, insbesondere die Scheidungsprävention sowie die Vor- und Nachbereitung von Auslandseinsätzen und die Begleitung von Wochenendbeziehungen.

    Wendl gehört zu den Autorinnen und Autoren der Broschüre „Durchhalten trotz Corona-Krise“, die das Zentralinstitut für Ehe und Familie in der Gesellschaft (ZFG) herausgegeben hat. Diese bietet vielfältige Anregungen zum Umgang mit der Situation. Das Heft kann kostenlos über die Institutshomepage unter http://www.ku.de/zfg heruntergeladen werden.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Peter Wendl (peter.wendl@ku.de)


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Gesellschaft, Psychologie, Religion
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


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