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24.02.2021 13:31

Jugendhilfe stellt auf digitale Verwaltung um: Neues IT-Fachverfahren erfolgreich eingeführt

Christiane Peters Corporate Communications
FOKUS - Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme

    Die Berliner Jugendhilfe hat den Wechsel zur digitalen Verwaltung vollzogen. Die Einführung des neuen IT-Fachverfahrens für die Jugendhilfe wurde nun erfolgreich und innerhalb der Zeitplanung abgeschlossen. Es ist als Teil der »Integrierten Software Berliner Jugendhilfe« (ISBJ) seit dem 1. Januar 2021 landesweit im Einsatz. Mehr als 3000 Verwaltungsangestellte sowie Sozialarbeiterinnen und -arbeiter in den Berliner Jugendämtern und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie gewähren damit für zehntausende Kinder Leistungen von mehreren hundert Millionen Euro im Jahr.

    Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie: »Mit dem neuen IT-Verfahren wird die Verwaltungsarbeit in den Berliner Jugendämtern weitgehend digitalisiert. Das beschleunigt die Prozesse und es bleibt mehr Zeit für persönliche Beratungen. Auch Urkundenregister werden jetzt komplett digital geführt. Die Zugriffe auf Einwohnermeldedaten, Adress- und Sozialraumdaten sowie der Zahlungsverkehr erfolgen unter Einhaltung des Datenschutzes direkt aus dem Fachverfahren. All dies ist eine enorme Arbeitserleichterung und ein Schritt in die Zukunft der Verwaltung.«

    Zu den Leistungen der Jugendhilfe zählen ambulante und stationäre Hilfen für Kinder und deren Familien, Beratung, erzieherische Hilfen in der Familie und in Einrichtungen, Kindernothilfe und Unterstützung bei Unterhaltsfragen. Mit der nun seit Januar vollständig eingesetzten Softwarelösung wird die Antragstellung, Bedarfserfassung, Abrechnung und die Dokumentation solcher Leistungen in den Berliner Jugendämtern effizienter gestaltet und vollständig digital durchgeführt.

    In einem fünfjährigen Projektzeitraum wurde das neue IT-Verfahren in den Aufgabenfeldern der Hilfen zur Erziehung, Vormundschaften, Beistandschaften und Unterhaltsvorschuss eingeführt. Ferner wurden Fachverfahren für die Jugendgerichtshilfe und den Berliner Notdienst Kinderschutz bereitgestellt, die ab sofort komplett digitale Verwaltungsprozesse auch in diesen Aufgabenfeldern ermöglichen. Die als eigenständige Mandanten agierenden Jugendämter können so untereinander datenschutzkonform Falldaten austauschen.

    Im Rahmen des Projekts hat Fraunhofer FOKUS die Anforderungsanalyse durchgeführt, daraus eine Leistungsbeschreibung und die Ausschreibungsunterlagen entwickelt, die Vergabe begleitet und die Anpassung der ausgewählten Software sowie das begleitende Organisationsentwicklungsprojekt qualitätsgesichert.

    Dr. Jens Klessmann, Leiter des Geschäftsbereichs Digital Public Services am Fraunhofer FOKUS: »Wir freuen uns sehr, dass der mehrstufige Rollout so gut gelungen ist. Nach der Migration der Alt-Daten ist die Lösung jetzt vollständig produktiv, damit haben wir mit unserem Ansatz eine funktionierende E-Government-Dienste-Architektur für das Berliner Jugendwesen geschaffen.«

    Das neue IT-Fachverfahren Jugendhilfe basiert auf der Software SoPart® der Firma GAUSS-LVS und ist ein weiterer Baustein der ISBJ-Plattform für das Berliner Jugendwesen. Die Basis für die technische Realisierung bildet eine vom Fraunhofer FOKUS entworfene komponentenbasierte und dienstezentrierte Anwendungs- und Sicherheitsarchitektur. Mit dem Produktivgang im Januar 2021 ist das Projekt ISBJ in die nächste Projektphase eingetreten: Im nächsten Schritt findet eine Wirkungsmessung inklusive Evaluation der Hilfearten statt. Im Sinne einer agilen Arbeitsweise werden die IT-Prozesse laufend weiterentwickelt und verbessert.


    Weitere Informationen:
    https://www.fokus.fraunhofer.de/de/dps/projekte/isbj
    https://www.fokus.fraunhofer.de/de/fokus/news/itfachverfahren_jugendhilfe_2021_0...

    Pressekontakt:
    Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS
    Natalie Nik-Nafs
    Pressereferentin Institutskommunikation
    Telefon: +49 30 3463-7210
    natalie.nik-nafs@fokus.fraunhofer.de
    Kaiserin-Augusta-Allee 31
    10589 Berlin


    Fachkontakte:
    Lutz Nentwig
    Leiter Fachprozesse & sichere Infrastrukturen
    Geschäftsbereich Digital Public Services
    Telefon: +49 30 3463-7589
    lutz.nentwig@fokus.fraunhofer.de

    Holger Kurrek
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter
    Geschäftsbereich Digital Public Services
    Telefon: +49 30 3463-7588
    holger.kurrek@fokus.fraunhofer.de


    Fraunhofer FOKUS erforscht die Digitale Vernetzung und ihre Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Technologie. Seit 1988 unterstützt es Wirtschaftsunternehmen und öffentliche Verwaltung in der Gestaltung und Umsetzung des digitalen Wandels. Dazu bietet Fraunhofer FOKUS Forschungsleistungen von der Anforderungsanalyse über Beratung, Machbarkeitsstudien, Technologieentwicklung bis hin zu Prototypen und Piloten in den Geschäftsbereichen Digital Public Services, Future Applications and Media, Quality Engineering, Smart Mobility, Software-based Networks, Vernetzte Sicherheit, Visual Computing und Analytics an. Mit rund 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Berlin und einem jährlichen Budget von 33 Millionen Euro gehört Fraunhofer FOKUS zu den größten IKT-Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft. Es erwirtschaftet rund 80 Prozent seines Budgets aus Aufträgen der Industrie und der öffentlichen Hand.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Gesellschaft, Informationstechnik, Pädagogik / Bildung, Politik
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


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