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25.02.2021 21:14

Auf zu neuen Ufern: Vom Paraná-Fluss an die Elbe

Sophie Ehrenberg Wissenschaftsorganisation & Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Neurobiologie

    Mit Sehpigment-Proteinen, die bei Buntbarschen im Fluss Paraná vorkommen, hat sich Dr. Thomaz Fabrin in den letzten Jahren an der Universität von Maringá im Süden Brasiliens beschäftigt. Nun hat es den Biologen durch ein Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung ans Magdeburger Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) verschlagen. Hier bekommt er die Möglichkeit, diese lichtempfindlichen Proteine in Nervenzellen einzuschleusen und neuronale Schaltkreise mit Hilfe von Licht zu steuern.

    Alles begann vor etwa zwei Jahren mit einer E-Mail von Dr. Matthias Prigge, der am LIN eine Forschungsgruppe leitet. Nach einer Veröffentlichung von Fabrin hatte Prigge die Idee, die darin beschriebenen ultra-sensitiven Lichtpigmente in der Optogenetik im Gehirn zu verwenden. Die beiden Wissenschaftler kamen ins Gespräch und stellten schließlich einen Antrag bei der Alexander-von-Humboldt-Stiftung. Seit Anfang des Jahres lebt Fabrin mit seiner Frau und seinem Baby in Magdeburg. „Durch den Lockdown ist es schwierig, die Stadt richtig kennenzulernen. Es ist ja fast alles geschlossen, aber was wir gesehen haben, gefällt uns sehr gut.“

    Für den 30-Jährigen ist es das erste Mal, dass er seine Heimat Brasilien aus beruflichen Gründen verlassen hat. Zwei Jahre wird er nun in Magdeburg leben und arbeiten. „Die größte Herausforderung ist für mich, Deutsch zu lernen. Meine Frau ist Sprachwissenschaftlerin. Ihr fällt das viel leichter als mir“, erzählt Fabrin. Durch die Corona-Pandemie fand der vorbereitende Deutschkurs nur online statt. Aber auch das Arbeitsleben ist durch den Lockdown stark eingeschränkt: Viele sind im Home Office, und Besprechungen finden vor allem digital statt. „Das macht das Ankommen nicht gerade einfach. Was mir jedoch schon positiv aufgefallen ist, ist das internationale Arbeitsumfeld am LIN. Das gefällt mir gut.“

    In Prigges Arbeitsgruppe beschäftigt sich Fabrin mit Opsinen. Es handelt sich dabei um Proteine, die unter anderem in Sehpigmenten vorkommen und auf Licht reagieren. Ziel seiner Arbeit am LIN ist es, die Lichtempfindlichkeit dieser Pigmente für neurobiologische Fragestellungen nutzbar zu machen, um neue optogenetische Werkzeuge zu entwickeln. Die Optogenetik ist eine biologische Technik, mit der die Aktivität von Zellen durch Licht kontrolliert werden kann.

    „In früheren Studien konnte ich bereits sehen, dass sich Organismen aus trüben Flüssen in Südamerika in sehr heterogenen Lichtumgebungen entwickelten, was zu Opsinen mit hoher Empfindlichkeit und in den roten Bereich verschobener Absorption führen könnte“, so der Biologe. Sein Ziel ist es, Opsine, die auf rotes Licht reagieren, zu identifizieren, in einer Datenbank zu sammeln und deren Gensequenzen hinsichtlich ihrer Lichtempfindlichkeit und Absorption zu analysieren. „Langfristig könnten unsere Arbeiten auch zum Erhalt der Biodiversität beitragen, indem wir zeigen, dass sie nicht nur für neue Entdeckungen, sondern auch für das Wohlergehen des Menschen wichtig sein können.“

    Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung vergibt dieses prestigeträchtige Forschungsstipendium zusammen mit der brasilianischen Wissenschaftsförderorganisation Capes an überdurchschnittlich qualifizierte Forschende aus der ganzen Welt.

    Das Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) in Magdeburg ist ein Zentrum für Lern- und Gedächtnisforschung.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Biologie, Chemie, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Personalia
    Deutsch


    Dr. Thomaz Fabrin


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