idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Thema Corona

Imagefilm
Science Video Project
idw-News App:

AppStore



Teilen: 
02.03.2021 14:25

Homeoffice-Nutzung so hoch wie nie, Potenzial weitgehend ausgeschöpft

Margret Hornsteiner Dialog
Bayerisches Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt)

    Die Ausweitung von Homeoffice hat im Zuge der Coronakrise und der neuen Arbeitsschutzverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales erneut einen deutlichen Schub erhalten. Bei Beschäftigten, die Homeoffice häufig nutzen, scheint das Potenzial damit weitgehend ausgeschöpft zu sein. Das zeigt die jüngste Befragung des Bayerischen Forschungsinstituts für Digitale Transformation (bidt) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zur Verbreitung und Akzeptanz von Homeoffice in Deutschland.

    • Ergebnisse der dritten Befragungswelle 'Digitalisierung durch Corona?' des bidt veröffentlicht
    • Nutzung von Homeoffice so hoch wie nie
    • Neu eingeführte Regeln zeigen Wirkung
    • Homeoffice-Potenzial bei Beschäftigten, die Homeoffice häufig nutzen, weitgehend ausgeschöpft
    • Zufriedenheit im Homeoffice weiterhin hoch

    Mit Beginn der Coronakrise hat die Verbreitung von Homeoffice in Deutschland deutlich zugenommen. Das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) führte nach März und Juni 2020 im Februar 2021 die dritte repräsentative Kurzbefragung unter 1.564 erwachsenen Internetnutzerinnen und -nutzern in Deutschland unter Verwendung von Google Surveys durch. Die jüngste Befragung entstand vor dem Hintergrund der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Diese trat am 27. Januar 2021 in Kraft und betraf unter anderem Regelungen zur Kontaktreduktion in Betrieben, wie die Ausweitung von Homeoffice. Die Befragung wurde Anfang Februar 2021 durchgeführt.

    Die Ergebnisse zeigen:
    • Die Homeoffice-Nutzung ist so hoch wie nie. Im Vergleich zu März und Juni 2020 ist die Nutzung von Homeoffice deutlich angestiegen: 49% aller erwachsenen berufstätigen Internetnutzerinnen und -nutzer befinden sich aktuell mindestens ab und zu im Homeoffice. Der Anteil derer, die mehrmals pro Woche von zu Hause aus arbeiten, hat sich gegenüber der Zeit vor der Coronakrise von 20 % auf 41 % verdoppelt.
    • Die neuen Regelungen zeigen Wirkung bei der Ausweitung von Homeoffice. 34 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geben an, dass die Arbeitgeberseite die Homeoffice-Möglichkeiten aufgrund der Verordnung ausgeweitet hat. 26 % aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wollen die angebotene Ausweitung auch nutzen. Bei rund zwei Drittel der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fand zwar keine Ausweitung von Home-office statt. Hauptgrund hierfür ist jedoch, dass Homeoffice bei 39 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer generell nicht möglich ist.
    • Die Potenziale für häufiges Homeoffice sind weitgehend ausgeschöpft. Obwohl 26 % aller Berufstätigen im Februar (fast) ausschließlich im Homeoffice waren, gaben nur rund 19 % an, dass sich ihre Tätigkeiten auch in diesem Maße für Homeoffice eignen. 42 % der Berufstätigen arbeiten derzeit mehrmals pro Woche von zu Hause aus, 46 % der Berufstätigen sehen hierfür auch ein Potenzial.
    • Die Zufriedenheit der Beschäftigten im Homeoffice ist weiterhin hoch, lässt aber etwas nach. 79 % geben an, sehr zufrieden oder eher zufrieden zu sein. Dies entspricht in etwa dem Wert während des ersten Lockdowns im März 2020 und einem leichten Rückgang um 6 Prozentpunkte seit Juni 2020. Der Anteil der Befragten, die sehr unzufrieden sind, steigt um 4 Pro-zentpunkte auf 8 %.

    Im Zeitvergleich setzt sich die hohe Nutzung und Zufriedenheit auch in der dritten Befragungswelle fort. „Vieles spricht dafür, dass die Arbeitswelt nach Corona eine andere sein wird als vor Beginn der Pandemie. Die Nutzung von Homeoffice wird nach der Pandemie wohl selbstverständlicher geworden und häufiger als vor der Pandemie möglich sein. Die hohe Zufriedenheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist die eine Seite, ein Umdenken auf der Arbeitgeberseite die andere“, so Roland A. Stürz, Leiter der Studie. „Durch Corona wird sich die Nutzung und Akzeptanz von Homeoffice nachhaltig verändern. Inzwischen erwägt die Mehrheit der deutschen Unternehmen, Homeoffice-Möglichkeiten auch künftig verstärkt anzubieten“, sagt Dietmar Harhoff, Direktor am Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation.

    Quellenangabe bei Verwendung der Grafiken bzw. der Daten:
    bidt – Bayerisches Forschungsinstitut für Digitale Transformation: Repräsentative Kurzbefragung von berufstätigen Internetnutzerinnen und -nutzern in Deutschland unter Nutzung von Google Surveys, März/Juni 2020 und Februar 2021.

    Autorinnen und Autoren der Studie:
    Dr. Roland A. Stürz, Christian Stumpf, Antonia Schlude, Hannes Putfarken (alle bidt Think Tank), Prof. Dietmar Harhoff, Ph.D. (bidt Direktorium, Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb)

    Über das bidt:
    Das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) trägt als Institut der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BAdW) dazu bei, die Entwicklungen und Herausforderungen des digitalen Wandels besser zu verstehen. Damit liefert es die Grundlagen, um die digitale Zukunft der Gesellschaft verantwortungsvoll und gemeinwohlorientiert zu gestalten.

    Pressekontakt:
    Margret Hornsteiner
    Abteilungsleiterin Dialog
    Tel.: +49 89 540 235 630
    E-Mail: presse@bidt.digital


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Ansprechpartner zur Studie:
    Dr. Roland A. Stürz
    Abteilungsleiter Think Tank
    Tel.: +49 89 540 235 620
    E-Mail: roland.stuerz@bidt.digital


    Weitere Informationen:

    http://www.bidt.digital/studie-homeoffice3 bidt-Studie 'Digitalisierung durch Corona? Homeoffice im Februar 2021'


    Anhang
    attachment icon Infografik 'Homeoffice im Februar 2021'

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Gesellschaft, Informationstechnik, Politik, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).