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08.04.2021 13:02

Wachsende Ungleichheit in der EU verstehen und bekämpfen

Kathrin Fischer Hochschulkommunikation
Europa-Universität Flensburg

    Europa-Universität Flensburg (EUF) erforscht in einem europäischen Verbundprojekt globale Herausforderungen

    Drei Millionen Euro Gesamtbudget, vier Jahre Laufzeit, fünf Forschungsziele, sieben EU-Staaten und neun Partner– das Projekt „Gi-Ni - Growing Inequality: a novel Integration of transformation research“ („Wachsende Ungleichheit: eine neuartige Verknüpfung bisheriger Transformationsforschung“) ist groß – auch in seiner Zielsetzung. „Wir wollen die drei großen Transformationen – Digitalisierung/Automatisierung, Globalisierung und Migration – in ihren Zusammenhängen besser verstehen“, erklärt Marcel Smolka, Professor für Internationale und Institutionelle Ökonomik an der EUF und deutscher Verbundpartner in dem Projekt. „Wir sehen sehr deutlich, dass das Zusammenwirken dieser drei Schocks Ungleichheit schafft und verstärkt, indem es Gewinner und Verlierer erzeugt. Allerdings wissen wir sehr wenig über die genauen Wirkmechanismen.“

    Am Montag, dem 12.4., werden sich die neun an Gi-NI beteiligten Forschungseinrichtungen aus Belgien, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Spanien und Ungarn erstmals zum Projektauftakt treffen. Sie haben sich vorgenommen, die kombinierten Wirkmechanismen von Technologie, Globalisierung und Migration integriert und detailliert auf Makro- und Mikroebene zu erforschen.

    „Wir brauchen sehr viel fundierteres, sehr viel genaueres Faktenwissen darüber, wie sich erstens die rasante Entstehung und Verbreitung digitaler Technologien, zweitens das sogenannte ‚Offshoring‘, also die Globalisierung und Fragmentierung von Produktionsketten und drittens die rasche Zunahme von Mobilität und Migration auf Arbeitnehmende in der EU auswirkt, auf Umfang und Qualität ihrer Arbeit, auf ihre Fertigkeiten, auf ihr Einkommen und ihr Wohlergehen“, verdeutlicht Marcel Smolka das Vorhaben. Inhaltlich und methodisch birgt diese Zielsetzung Herausforderungen: „Als Partner müssen wir ein gemeinsames Verständnis der riesigen Datenlandschaft entwickeln und zu Beginn einige wichtige Fragen klären, beispielsweise, wie Phänomene wie ‚Offshoring‘ oder sogenannte ‚Superstar-Unternehmen‘ definiert und gemessen werden.“

    Marcel Smolka ist Experte auf dem Gebiet der internationalen Wirtschaftsbeziehungen an der EUF und hat viel Erfahrung darin, empirische Zusammenhänge anhand von sehr umfangreichen Mikro-Datensätzen zu erforschen. Für Gi-Ni untersucht er gemeinsam mit seinem Doktoranden Ali Taleb anhand eines bulgarischen Firmendatensatzes, was passiert, wenn Teile der Produktion aus Westeuropa nach Bulgarien ausgelagert werden, dem Land mit dem niedrigsten Pro-Kopf-Einkommen innerhalb der EU. Knapp 370 000 Euro Projektmittel gehen unter anderem dafür an die EUF.

    Innerhalb der vierjährigen Laufzeit will das Projekt, das mit insgesamt drei Millionen Euro vom Rahmenprogramm der Europäischen Union für Forschung und Innovation, Horizon 2020, gefördert wird, präzise Daten zum Zusammenhang von Technologie, Globalisierung, Migration und wachsender Ungleichheit erheben, diese zusammenführen, auf ihrer Grundlage akkurate Modelle entwerfen und im Dialog mit verschiedenen Interessengruppen profunde und faktenbasierte politische Handlungsempfehlungen für ein inklusives und gleichberechtigtes Europa entwickeln.

    „Das Projekt ist wahnsinnig spannend, weil es die riesige und ungeheuer relevante Frage nach den kausalen Verhältnissen der steigenden Ungleichheit behandelt“, betont Marcel Smolka. „Strukturelle Ungleichheit ist für Ökonomen ein bedeutendes Thema, denn sie ist nicht effizient. Talente nicht ausreichend zu fördern und brachliegen zu lassen, kommt eine Gesellschaft teuer zu stehen.“


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Marcel Smolka
    Europa-Universität Flensburg
    Internationales Institut für Management und ökonomische Bildung
    Tel.: +49 461 805 2586
    E-Mail: marcel.smolka@uni-flensburg.de


    Weitere Informationen:

    http://gini-research.org/ (ab 12.4.2021)
    https://cordis.europa.eu/project/id/101004494


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Gesellschaft, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


    Ali Taleb und Prof. Dr. Marcel Smolka


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