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12.04.2021 11:23

DFG-Projekt: TU Ilmenau erforscht Konkurrenz zwischen Hochschulen

Marco Frezzella, Referat Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
Technische Universität Ilmenau

    Die Technische Universität Ilmenau startet am 01.05.2021 ein For-schungsprojekt, in dem sie die verschiedenartigen Konkurrenzsitua-tionen untersucht, denen sich Hochschulen in Deutschland ausge-setzt sehen. Nicht nur Wissenschaftler konkurrieren um Forschungs-projekte und -gelder, auch die Hochschulen selbst stehen zuneh-mend im Wettbewerb um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende.

    Wie dieser dynamische Wettbewerb zwischen Hochschulen genau funktioniert und welchen Einfluss die verschiedenen Akteure dabei spielen, das erforschen nun drei Jahre lang die TU Ilmenau gemein-sam mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Das Forschungspro-jekt ist Teil der neuen Forscher¬gruppe „Multipler Wettbewerb im Hochschulsystem: Akteurskonstitution, Handlungskoordi¬nation und Folgewirkungen“, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit 520.000 Euro für drei Jahre gefördert wird.

    Längst geht es im deutschen Hochschulsystem nicht mehr nur um den wissen-schaftlichen Erfolg des einzelnen Forschers, im gegenseitigen Wettbewerb muss sich jede Hochschule als Ganzes besser und stärker positionieren. Hochschulen und Universitäten in Deutschland sehen sich einem immer stärkeren wirtschaft-lichen Konkurrenzdruck ausgesetzt. Sie müssen gegeneinander um die Ressour-cen Drittmittel, Forscher, Transferprojekte und Studierende kämpfen. Der Wettbewerb ist also multipel: Jeder Einzelne nimmt an mehreren unterschiedli-chen Wettbewerben teil und die Wettbewerbe finden auf verschiedenen Ebe-nen statt: unter Hochschulen einerseits und unter Forschern andererseits, aber auch auf hochschulpolitischer und auf landes- und bundespolitischer Ebene.

    Prof. Thomas Grebel, Leiter des Fachgebiets Wirtschaftspolitik der TU Ilmenau, und Prof. Uwe Cantner, Leiter des Fachgebiets Volkswirtschaftslehre an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, entwickeln gemeinsam ein Modell, das den multiplen Wettbewerb im Hochschulsystem beschreibt. Anschließend überprü-fen sie es empirisch, also auf Basis von Erfahrungsdaten. Dabei fragen sie sich auch, welche Konsequenzen neu eingeführte Wettbewerbe auf die Hochschu-len und die Akteure haben, etwa die Exzellenzinitiative des Bundes, in der nur die vermeintlich besten Hochschulen hohe Fördergelder erhalten, oder der Hochschulpakt 2020, eine Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Län-dern zur Verteilung von Studienanfängern auf die Hochschulen. Verlieren bei solchen Formaten kleine Hochschulen und gewinnen die großen? Wer kann sich überhaupt als Gewinner fühlen: die Hochschule mit den höchsten Förder-geldern oder die Universität mit den meisten Studierenden? Kommt es zu einer Spezialisierung? Welche Rolle spielt dabei die Hochschulpolitik der Länder und die des Bundes?

    Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert die Forschung der Wirtschafts-wissenschaftler aus Ilmenau und Jena mit 520.000 Euro für drei Jahre, von denen 231.000 auf Ilmenau entfallen. Innerhalb der Forschergruppe werden sich die Wissenschaftler Thomas Grebel und Uwe Cantner mit den Kolleginnen und Kollegen aus der Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft und der Soziologie austauschen, um die Ergebnisse der Teilprojekte disziplinübergreifend zu be-werten. Während sich das laufende Forschungsprojekt auf das deutsche Hoch-schulsystem konzentriert, möchten die beiden Wissenschaftler ihre Forschung im Rahmen der gesamten DFG-Forschergruppe auf die Positionierung der deut-schen Hochschulen im internationalen Wettbewerb ausweiten.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Thomas Grebel
    Leiter Fachgebiet Wirtschaftspolitik
    Tel.: +49 3677 69-4032
    Mail: thomas.grebel@tu-ilmenau.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Wirtschaft
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


    © TU Ilmenau/Michael Reichel


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    © TU Ilmenau/Foto Richter


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