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13.04.2021 13:11

Studie der TU Dortmund sieht verbesserten, aber immer noch heterogenen Distanzunterricht

Martin Rothenberg Referat Hochschulkommunikation
Technische Universität Dortmund

    Die Situation des Distanzunterrichts an deutschen Schulen hat sich vom ersten zum zweiten Lockdown verbessert. Dennoch gibt es im Distanzunterricht immer noch große Unterschiede zwischen den Schulen. Das ist ein Ergebnis der Studie „Gestaltung des Distanzunterrichts II“, die die TU Dortmund gemeinsam mit der Universität Marburg durchgeführt hat.

    Die Umsetzung des Distanzunterrichts unterscheidet sich immer noch sehr zwischen Grund- und weiterführenden Schulen und auch zwischen Schulen der gleichen Schulform. „Während einige Schulen beispielsweise immer noch keinen Unterricht per Videokonferenz durchführen, findet an anderen Schulen, die über dieselben Lernplattformen verfügen, der Distanzunterricht bereits dem Stundenplan entsprechend statt“, sagt Prof. Ricarda Steinmayr, die mit ihrem Team für die TU Dortmund die Studie durchgeführt hat.

    Ungefähr 30 Prozent der 3.400 befragten Eltern berichteten, dass ihre Kinder mindestens zweimal pro Woche in den Fächern Deutsch und Mathematik Unterricht erhielten. Die Eltern wünschten sich in der Befragung besonders häufig mehr Videokonferenzen, aber auch mehr Feedback und mehr Austausch mit den Lehrkräften. Wegen der großen Heterogenität im Distanzunterricht und der damit einhergehenden höchst unterschiedlichen Quantität der Beschulung ist zu befürchten, dass die Leistungsunterschiede zwischen den Schülerinnen und Schülern weiter zunehmen, wie es bereits im europäischen Ausland für die Schulleistung gezeigt wurde.

    Darüber hinaus berichten viele Eltern, dass ihre Kinder durch den Wegfall der sozialen Kontakte und der Freizeitaktivitäten sowie durch die Schulschließungen belastet und sie selber durch die häusliche Beschulung gestresst sind. Die Belastung der Kinder steht nicht in Zusammenhang mit den Aktivitäten der Lehrkräfte im Distanzunterricht. Jedoch besteht ein Zusammenhang zum Stresserleben der Eltern aufgrund der häuslichen Beschulung, so dass guter Distanzunterricht nicht nur mit der Motivation, dem Lernfortschritt der Schülerinnen und Schüler und dem erfolgreichen Lernen in der Situation assoziiert ist, sondern auch mit einer Entlastung der Eltern einhergeht. Eltern von Schülerinnen und Schülern der Grundschulen und der unteren Jahrgangsstufen der weiterführenden Schulen berichteten besonders häufig von einem höherem Stressempfinden aufgrund der häuslichen Beschulung.

    Die Nachfolgestudie zeigt, dass es auch im zweiten Lockdown nicht gelungen ist, die Realisierung des Distanzunterrichts für alle Schülerinnen und Schüler zumindest bezogen auf die Quantität vergleichbar zu gestalten. Prof. Ricarda Steinmayr zieht daraus das Fazit: „Dies, in Kombination mit der hohen Belastung von vielen Eltern und deren Kindern aufgrund der häuslichen Beschulung, spricht dafür, dass es dringend an der Zeit ist, alle Möglichkeiten für den Präsenzunterricht während der Pandemie auszuschöpfen und Distanzunterricht lediglich als Ultima Ratio zu betrachten.“ Darüber hinaus sollten ihrer Ansicht nach dringend weitere Maßnahmen ergriffen werden, um im Falle des Distanzunterrichts vergleichbare Lernbedingungen für alle Schülerinnen und Schüler zu schaffen.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Ricarda Steinmayr
    Fakultät Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bildungsforschung
    Tel.: 0231-755 2832
    E-Mail: ricarda.steinmayr@tu-dortmund.de


    Originalpublikation:

    https://www.psych.tu-dortmund.de/cms/psych/de/forschung/paedagogische/projekte/i...


    Weitere Informationen:

    http://Steinmayr et al., (2021) https://doi.org/10.1024/1010-0652/a000306
    http://Engzell, Frey & Verhagen, 2021; 10.31235/osf.io/ve4z7


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Pädagogik / Bildung
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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