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04.05.2021 09:44

Knochenbrüche exakt und gesundheitsschonend diagnostizieren?! Ultraschall macht’s möglich

Friederike Gehlenborg Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

    Wenn der Verdacht auf einen Knochenbruch vorliegt, kommt in der Regel zunächst das Röntgenverfahren zum Einsatz. Oft kann jedoch die gesundheitsschonendere Ultraschalldiagnostik präzisere Untersuchungsergebnisse liefern, darauf machen Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) aufmerksam. Vor allem Kindern könnte die Sonografie bei Knochenbrüchen – die Fraktursonografie - zu Gute kommen, da sie fünf- bis zehnmal empfindlicher auf Strahlenbelastung reagieren als Erwachsene.

    So hätten Erkenntnisse einer neuen Multicenterstudie gezeigt, dass der Einsatz von Ultraschall in Deutschland pro Jahr allein bei kindlichen Handgelenksbrüchen circa 80 Prozent der Röntgenaufnahmen vermeiden könnte. Darüber und über weitere Vorteile des Ultraschallverfahrens berichten Experten der DEGUM auf ihrer Online-Pressekonferenz am Mittwoch, den 5. Mai um 11 Uhr.

    Die Fraktursonografie eignet sich besonders gut, um den häufigsten Knochenbruch des Kindesalters, den Handgelenksbruch, zu diagnostizieren. „Auch wenn die Strahlenbelastung einer einzelnen Röntgenaufnahme sehr gering ist, so kann durch die hohe Zahl an Untersuchungen, die auch mittels Ultraschall durchgeführt werden könnten, eine signifikante Reduktion der Strahlenbelastung im Kindesalter erreicht werden“, betont DEGUM-Experte PD Dr. med. Ole Ackermann, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie aus Duisburg. Laut Erkenntnissen der aktuellen internationalen Multicenterstudie mit 498 kleinen Patienten, ließen sich durch die konsequente Anwendung der Fraktursonografie 81 Prozent der potenziell schädlichen Röntgenuntersuchungen bei kindlichen Handgelenksbrüchen vermeiden. In Deutschland bedeutet dies, dass pro Jahr in diesem Bereich circa 280.000 Röntgenaufnahmen vermieden werden können. „Zahlreiche Metastudien haben zudem mittlerweile die Sicherheit der Ultraschalluntersuchung nachgewiesen“, so Ackermann. „Die Qualität der Diagnostik blieb bei den Studienergebnissen im Vergleich zu Röntgenuntersuchungen unverändert hoch.“

    Die Ultraschalldiagnostik bietet den Behandelnden aber noch weitere wesentliche Vorteile: „Da die Untersuchungsebene des Knochens frei gewählt werden kann, ermöglicht die Fraktursonografie eine besonders präzise Beurteilung einer Achsabweichung nach einem Knochenbruch“, erläutert der DEGUM-Experte. Die Entscheidung für oder gegen ein operatives Vorgehen hänge nämlich vor allem von dem Ausmaß der Abweichung ab, die mittels Ultraschalldiagnostik exakt bestimmt werden könne. Eine Röntgenuntersuchung liefere dagegen keine vergleichbare Bildgebung. „Während bei der Röntgenuntersuchung nur zwei zueinander liegende, rechtwinklige Ebenen aufgenommen werden, kann die Ultraschalldiagnostik beliebig viele Ebenen darstellen“, sagt Ackermann. „Damit ist eine genauere Messung der Achsabweichung möglich, was die Entscheidung für ein operatives oder nicht-operatives Vorgehen deutlich erleichtert.“ Ein weiterer Vorteil des Ultraschall-Verfahrens bei Knochenbrüchen ist, dass dieses auch deutlich schmerzärmer ist. Zudem könnten die kleinen Patienten während der Untersuchung bei ihren Eltern bleiben und es könnten wichtige Kontrolluntersuchungen ebenfalls ohne erhöhte Strahlenbelastung erfolgen.

    Allerdings weist der erfahrene Facharzt auch auf mögliche Nachteile der Fraktursonografie hin: „Das Verfahren ist nicht bei jedem Knochenbruch anwendbar und beispielsweise bei Brüchen mit Beteiligung der Gelenkflächen nicht sicher genug.“ Des Weiteren erfordere die Methode Training und Erfahrung, um verlässliche Diagnosen zu stellen. Und zuletzt sind spezifische Erkrankungen, wie etwa Knocheninfektionen oder Knochentumore, mit der Sonografie nicht erkennbar. „Die Röntgendarstellung wird daher in vielen Fällen unverzichtbar bleiben, auch wenn die Fraktursonografie dazu beiträgt, eine hohe Zahl an unnötigen Strahlenuntersuchungen zu vermeiden“, resümiert daher Ackermann.

    Neben dem Einsatz des Ultraschalls bei Knochenbrüchen diskutieren die DEGUM-Experten auf ihrer Online-Pressekonferenz darüber, warum die Sonografie bei Brustkrebs eine besonders genaue Diagnose ermöglicht – und welche Vorteile sie dabei gegenüber dem Röntgenverfahren hat. Auch der Einsatz moderner Ultraschalltechnik bei akuten und chronischen Erkrankungen im Bauchraum ist ein zentrales Thema der virtuellen Veranstaltung.

    Als Vertreter der Medien laden wir Sie dazu herzlich ein. Das vorläufige Programm finden Sie untenstehend. Sie können sich hier bereits vorab für die Teilnahme registrieren: https://attendee.gotowebinar.com/register/201309997600434700

    Wir freuen uns auf eine interessante virtuelle Veranstaltung mit Ihnen!

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihre
    DEGUM-Pressestelle

    Friederike Gehlenborg und Heinke Schöffmann

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    Über die DEGUM:
    Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bietet ein Forum für den wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet des medizinischen Ultraschalls. Sie vereint rund 11 000 Ärzte verschiedener Fachgebiete, medizinische Assistenten, Naturwissenschaftler und Techniker. Ultraschalldiagnostik ist heute das am häufigsten eingesetzte, bildgebende Verfahren in der Medizin. Ultraschallanwendern bescheinigt die DEGUM eine entsprechende Qualifikation mit einem Zertifikat der Stufen I bis III. Patienten finden DEGUM-zertifizierte Ärzte im Internet unter: www.degum.de

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    Vorläufige Themen und Referenten:

    Verdacht auf Brustkrebs?! Untersuchungen auch während der Coronapandemie ernst nehmen – mittels Mammografie und ergänzendem Ultraschall
    Prof. Dr. med. Markus Hahn, Department für Frauengesundheit, Universitätsklinikum Tübingen, Neupräsident der DEGUM und Prof. Dr. Werner Bader, Klinikum Bielefeld gGmbH, Frauenklinik, Leiter des Arbeitskreises Mammasonografie

    Ultraschall als Lotse: Ursachen akuter Erkrankungen im Bauchraum durch moderne Ultraschalltechnik schnell und sicher feststellen – und das weitere Prozedere steuern
    Prof. Dr. med. Josef Menzel, Direktor der Medizinischen Klinik II im Klinikum Ingolstadt, Präsident der DEGUM

    Knochenbrüche diagnostizieren: Warum die Sonografie besonders exakte Ergebnisse liefert – und gesundheitsschonend ist
    PD Dr. med. Ole Ackermann, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Duisburg, Mitglied des Arbeitskreises Bewegungsorgane

    Moderation: Friederike Gehlenborg, DEGUM-Pressestelle

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    Ihr Kontakt für Rückfragen:
    Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM)
    Pressestelle
    Friederike Gehlenborg und Heinke Schöffmann
    Postfach 30 11 20
    70451 Stuttgart
    Telefon: 0711 8931-295/-442
    Telefax: 0711 8931-167
    E-Mail: gehlenborg@medizinkommunikation.org
    schoeffmann@medizinkommunikation.org
    http://www.degum.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Pressetermine
    Deutsch


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