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04.05.2021 17:20

In Zeiten von Corona besonders wichtig: Hilfe zur Selbsthilfe – Familien frühzeitig stärken

Ralf-Peter Witzmann Stabsstelle Kommunikation und Marketing
Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

    Die drei Studentinnen Isabell-Kristin Dittrich, Laura Buder und Adrienne Kelm unterstützen im Rahmen des Projektes „Familien frühzeitig stärken“ Familien da, wo es am nötigsten ist. Doch sie wollen noch mehr erreichen.

    Das Projekt „Familien frühzeitig stärken“ ist ein semesterübergreifendes Projektseminar, in dem Studierende der Sozialen Arbeit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus–Senftenberg (BTU) Familien unbürokratisch in ihrem Alltag zur Seite stehen. Anders als die Familienhilfen vom Jugendamt benötigen diese keine Hilfeanträge oder langfristigen Hilfepläne. Die Studentinnen versuchen, die täglichen Probleme gemeinsam mit den Familien zu erörtern und zu meistern.

    Die Projektleitung liegt bei Prof. Dr. Stefanie Sauer, Fachgebiet Handlungstheorien und Methoden der Sozialen Arbeit.

    So sind es beispielsweise Ämtergänge und Schul- oder Kita-Angelegenheiten, wobei die Studentinnen entlasten können: Sie beraten bei Erziehungsfragen oder bei der Bewältigung von Konflikten und wenden ihr im Studium erworbenes Wissen dabei aktiv an. Nicht selten sind sie auch Vermittlerinnen beim Aufbau von Kontakten zu weiteren Hilfen. Das Ziel des Projektes ist es, gemeinsam mit den Familien die Ressourcen zu erarbeiten, um nachhaltige Handlungsstrategien für den Umgang mit alltäglichen Herausforderungen zu entwickeln.

    In den Familieneinsätzen wurde im vergangenen Jahr vermehrt sichtbar, dass viele Familien in eine Lücke zwischen öffentlicher Unterstützung im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets und eigenen finanziellen Mitteln geraten.

    Das Bildungs- und Teilhabepaket ist eine staatliche Leistung für Kinder und Jugendliche aus Familien, die wenig Geld haben. Die Nachhilfe über das Bildungspaket wird in der Regel nur gewährt, wenn ein maßgebliches Bildungsziel in Gefahr ist oder die Noten schlechter als vier sind. Dies ist bei vielen Kindern in den betreuten Familien nicht der Fall. Ihre Noten reichen allerdings auch nicht aus, um ein gewünschtes Ausbildungsziel (z.B. Besuch des Gymnasiums) zu erreichen. Viele Familien und insbesondere Kinder mit hoher Selbstanforderung, suchen deshalb den Kontakt zu Institutionen, die Nachhilfeunterricht anbieten, können sich diesen finanziell jedoch nicht leisten. Daher haben es sich die drei Studentinnen zur Aufgabe gemacht, ein kostenloses Nachhilfeprojekt zu erarbeiten.

    Kern der Idee ist die ehrenamtliche Unterstützung durch BTU-Studierende verschiedener Studiengänge. Gerne gesehen sind auch Ehrenamtliche aus dem außeruniversitären Bereich, die Lust haben, die Schülerinnen und Schüler zu unterstützen. Es geht dabei vorrangig um die Klassenstufen 1-10 und die Schulfächer Mathe, Deutsch, Englisch und die Naturwissenschaften. Bisher konnten 22 Ehrenamtliche für das Nachhilfeprojekt gewonnen werden.

    Durch dieses Projekt sollen Chancengleichheit und Gemeinschaftsgefühl gefördert werden, um die Schüler*innen beim Erreichen ihrer individuellen Bildungsziele zu unterstützen.

    Die Nachfrage ist wirklich groß und die Hilfe wird gerne angenommen. Das Projekt hat leider noch nicht genug Ehrenamtliche, um allen Kindern die Nachhilfe zu ermöglichen. Deshalb freuen sich die Studierenden über alle, die mitmachen möchten. Die Ehrenamtlichen können sehr flexibel über die Umsetzung, Gestaltung und Zeit entscheiden. Eine Stunde Nachhilfe wöchentlich kann schon sehr viel bewirken.

    Durch die derzeitige Pandemie ist für viele Ehrenamtliche nur eine Online-Nachhilfe möglich. Da die Ausstattung mit technischen Endgeräten der Schüler*innen in Schulen weiterhin schleppend vorangeht, bitten die Studierenden um Spenden für die betreuten Kinder und Jugendlichen. Wer Geräte, wie einen alten Computer, einen alten Laptop oder ein altes Tablet besitzt, welche nicht mehr benötigt werden, kann sich bei den Studierenden per E-Mail melden. Für die Gewährleistung der Privatsphäre und des Datenschutzes kooperieren die Projektleiterinnen mit Informatik-Studierenden, welche die Endgeräte komplett leeren und neu aufbereiten.

    Pressekontakt:
    Susett Tanneberger
    Stabsstelle Kommunikation und Marketing
    T +49 (0) 355 69-3126
    susett.tanneberger(at)b-tu.de


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. phil. Stefanie Sauer
    Handlungsmethoden und Methoden der Sozialen Arbeit mit den Schwerpunkten Einzelfallhilfe; Gruppen- und Familienarbeit
    T +49 (0) 355 5818-412
    stefanie.sauer(at)b-tu.de


    Weitere Informationen:

    https://www.b-tu.de/news/artikel/18393-hilfe-zur-selbsthilfe-familien-fruehzeiti... - Pressemitteilung mit weiteren Informationen


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, jedermann
    Gesellschaft, Pädagogik / Bildung
    regional
    Schule und Wissenschaft, Studium und Lehre
    Deutsch


    Isabell-Kristin Dittrich, Laura Buder und Adrienne Kelm (v.l.n.r) vom Nachhife-Team am BTU-Campus Cottbus-Sachsendorf.


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