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01.07.2021 11:23

Corona-Forschung: Fördert Corona den sozialen Rückzug?

Dr. Katharina Jeorgakopulos Presse und Kommunikation
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

    Ein neues Forschungsprojekt am Department Soziale Arbeit untersucht das Phänomen des extremen sozialen Rückzugs von Erwachsenen in ihren Familien. Eine Erhebung möchte das Phänomen nun erstmals ermitteln. Das Team aus Forscherinnen hat dafür nun einen Fragebogen entwickelt, um jetzt erste Schritte für ihre Forschung zu starten.

    Die Perspektive „Hikikomori“ einnehmen

    Das Forschungsprojekt zum extremen sozialen Rückzug in Familien ist am Department Soziale Arbeit angesiedelt und will untersuchen, inwiefern die Perspektive „Hikikomori“ das Verständnis und den Umgang mit Menschen im extremen Rückzug verbessern kann. Der soziale Rückzug aus dem Verständnis von Hikikomori stellt die mögliche psychische Störung nicht in den Vordergrund. Vielmehr wird versucht, den Rückzug ganzheitlich zu betrachten. „Der soziale Rückzug ist bei einem sogenannten primären Hikikomori kein Symptom einer psychischen Störung. Die Entstehung einer psychischen Störung wird aber mit einer längeren Dauer wahrscheinlicher. Bei einem sekundären Hikikomori hingegen ist davon auszugehen, dass eine psychische Störung wie eine Depression oder Angststörung Auslöser des Rückzugs sein können. In beiden Fällen geraten individuelle oder äußere Faktoren in den Fokus, die eine Untersuchung aus einer interdisziplinären Perspektive sinnvoll erscheinen lassen“, erklärt Dr. Stelzig.

    Selbstisolation kann durch Corona-Maßnahmen gefördert werden

    Zudem soll untersucht werden, inwiefern pandemiebedingte Maßnahmen der Selbstisolation die Entstehung von extremem sozialem Rückzug beeinflusst. Die Forscher*innen wollen wissen, ob die monatelange Einhaltung der Maßnahmen eine Rückkehr in das soziale und eigenständige Leben erschwert. Zum Phänomen des extremen sozialen Rückzugs gibt deutschlandweit bislang kaum Untersuchungen. Das Forschungsprojekt an der HAW Hamburg möchte daher zunächst die Verbreitung des Phänomens ermitteln. Danach erfolgt die Analyse zu Strategien des Umgangs mit betroffenen Personen und Familien. „Wir beziehen auch die Rolle verschiedener Hilfesysteme aus dem psychosozialen und medizinischen Bereich mit ein und wollen herauffinden, welche Bedarfe hier bestehen“, ergänzt Psychologin Prof. Dr. Katja Weidtmann, sie ist mit im Forscherinnen-Team und Leiterin des Teams Angewandte Familienwissenschaften. „Zudem interessiert uns mittlerweile auch, ob das Aufrechterhalten von Maßnahmen zum Social Distancing und das sich zuhause Einigeln auch nach Abflauen der Pandemie zu einem dauerhaften Rückzug von der Gesellschaft führen kann. Dies wird aktuell unter dem Begriff `Cave-Syndrom´ diskutiert".

    Die Forscherinnen haben für ihre Erhebungen einen Fragebogen für Fachkräfte entworfen.
    Damit wollen sie den ersten Schritt ihrer Forschungen jetzt starten:

    https://www.soscisurvey.de/hiki/

    FÜR RÜCKFRAGEN ZUM FORSCHUNGSPROJEKT
    hikikomori@haw-hamburg.de


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Fakultät Wirtschaft und Soziales
    Department Soziale Arbeit
    Dr. Sabina Stelzig-Willutzki
    Tel. 040 42875 7157
    sabina.stelzig-willutzki (@) haw-hamburg.de


    Weitere Informationen:

    https://www.soscisurvey.de/hiki/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Wissenschaftler
    Psychologie
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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