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02.07.2021 12:27

Leitlinien-Empfehlungen für sicheren Schulbetrieb in der Pandemie bleiben bestehen

Philipp Kressirer Kommunikation und Medien
Klinikum der Universität München

    Auch bei sinkenden Infektionszahlen: Die S3-Leitlinie für Schulmaßnahmen bleibt gültig und findet europaweit Beachtung.

    Seit Ende April 2021 sinken deutschlandweit die Infektionen mit SARS-CoV-2. Zudem steigt die Zahl der Geimpften stetig an. Diese Veränderungen im Pandemiegeschehen haben dazu geführt, dass Maßnahmen in vielen Bereichen gelockert oder gänzlich aufgehoben wurden. Zu diesen Bereichen zählen auch Schulen.

    Aber auch bei niedrigen Inzidenzen ist mit Blick auf den Herbst, die Urlaubsrückkehrer*innen sowie den Anstieg von leichter übertragbaren Virusvarianten (z.B. Delta-Variante) wichtig: Die bestehenden Empfehlungen der S3-Leitlinie für einen sicheren Schulbetrieb in Pandemiezeiten sind auch nach den Sommerferien gültig.

    Die im Februar dieses Jahres verabschiedete S3-Leitlinie wurde von einer interdisziplinären Gruppe aus fast 40 medizinischen Fachgesellschaften und Verbänden aus dem Bildungs- und Gesundheitsbereich und Vertreter*innen von Schüler-, Lehrer- und Elternschaft erarbeitet.

    Die Empfehlungen beruhen auf systematisch gesichteten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Vor- und Nachteile von Maßnahmen wurden in einem strukturierten und transparenten Verfahren sorgfältig abgewogen. Alle Empfehlungen wurden von den beteiligten Organisationen formal konsentiert. Ziel der Leitlinie ist es, einen sicheren Schulbetrieb während der Pandemie zu ermöglichen und Schulen möglichst offen zu halten. Die Maßnahmen sollten entsprechend der Leitlinie an das Ausmaß des Infektionsgeschehens und an die Gegebenheiten vor Ort angepasst werden. Für den Herbst sind ergänzende Empfehlungen geplant, vor allem zu Teststrategien.
    Die Leitlinie und ihr Erstellungsprozess mit der Vielzahl an Beteiligten stoßen auch international auf großes Interesse. Heute wird die Leitlinie bei einem High Level Meeting der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum sicheren Schulbetrieb in der Pandemie vorgestellt, das vom WHO Regionalbüro für Europa ausgerichtet wird. Zu diesem Treffen sind Gesundheits- und Bildungsminister*innen und andere hochrangige Vertreter*innen aus 53 Ländern eingeladen.

    Eine ebenfalls dort vorgestellte Stellungnahme eines von der WHO einberufenen Expert*innengremiums zur Situation von Schulen in der Corona Pandemie betont, dass Schulen eine entscheidende Rolle für Gesundheit, Wohlbefinden und Entwicklung von Kindern spielen. Bereits in Vorbereitung auf die Zeit nach den Sommerferien sollten die nationalen und internationalen Empfehlungen für einen sicheren Schulbetrieb ebenso wie ein kontinuierliches Betreuungsangebot mit höchster Priorität umgesetzt werden. Die Schließung von Schulen sollte auch in Pandemiezeiten nur als letzte Option erwogen werden.

    Prof. Dr. Eva Rehfuess, Leiterin des Lehrstuhls für Public Health und Versorgungsforschung an der Medizinischne Fakultät München; „Die Entscheidungsträger*innen im Bildungs- und Gesundheitsbereich müssen sich jetzt für den Herbst vorbereiten. Die Leitlinie ist nach wie vor eine gültige und praxisnahe Hilfe“.

    Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi), Deutsche Gesellschaft für Public Health (DGPH), Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie (DGPI), Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP e.V.), Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)

    Fußnote: Die Leitlinie ist auf der Seite der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) abrufbar (https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/027-076.html). Die Arbeit an der Leitlinie wurde im COVID-19 Evidenzökosystem (CEOsys, www.covid-evidenz.de) Projekt initiiert, das im Rahmen des Nationalen Forschungsnetzwerks der Universitätsmedizin zu COVID-19 (NUM) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Eva Rehfuess
    Pettenkofer School of Public Health
    Institut für medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE)
    Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München
    Elisabeth-Winterhalter-Weg 6
    81377 München
    E-Mail: rehfuess@ibe.med.uni-muenchen.de


    Originalpublikation:

    https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/027-076.html


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Wissenschaftler
    Medizin
    überregional
    Schule und Wissenschaft, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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