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23.07.2021 14:31

1,5 Millionen Euro zur Erforschung der Einsatzmöglichkeiten von Corona-Spürhunden bei Großveranstaltungen

Sonja von Brethorst Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

    1,5 Millionen Euro zur Erforschung der Einsatzmöglichkeiten von Corona-Spürhunden bei Großveranstaltungen

    Für das Projekt „Back to Culture“ stellt das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Ziel des Projekts der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) in Zusammenarbeit mit Hannover Concerts und ProEvent ist es, zu prüfen, wie und ob Großveranstaltungen durch den Einsatz von Corona-Spürhunden sicherer werden können. „Die Studie könnte ein Lichtblick für Künstlerinnen und Künstler und Veranstalter werden“, so Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. „Die Tierärztliche Hochschule leistet mit diesem Projekt einen wichtigen Beitrag dazu, Großveranstaltungen sicherer zu machen.“

    Schon die Pilotstudie (Jendrny et al., 2020) der TiHo hatte gezeigt, dass Hunde mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn in der Lage sind, Speichelproben Sars-CoV-2-infizierter und gesunder Patienten mit rund 94-prozentiger Sicherheit zu unterscheiden, eine Folgestudie ergab, dass auch Schweiß und Urin geeignetes Probenmaterial sind (Jendrny et al., 2021). Dr. Gerhard Greif, Präsident der TiHo, sagt: „Das Projekt zeigt die große Bandbreite der Aktivitäten der TiHo im Kampf gegen die Corona-Pandemie – von der Impfstoffentwicklung über Forschung an Wirkstoffen zur Behandlung von COVID-19 bis zur Diagnostik mit Hunden.“

    „Sollten Hunde ihre Treffsicherheit auch in dieser Studie unter Beweis stellen, böte ihr Einsatz die Möglichkeit, das Infektionsrisiko bei großen Konzerten oder Festen zu minimieren“, so Thümler. „Ein Vorteil am Rande ist – Hunde treffen ihre Entscheidung innerhalb von Sekunden und sind damit sehr viel schneller als die Antigen-Schnelltests.“

    Das Projekt sieht vor, den Einsatz von Spürhunden als Screeningmethode im Zusammenspiel mit Antigen-Schnelltests und PCR-Testverfahren zu evaluieren. Dafür sollen vier Konzerte unter unterschiedlichen Bedingungen durchgeführt werden. Die Zahl der Studienteilnehmenden, der vorgeschriebene Mindestabstand und ob ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss, variieren in den vier Test-Szenarien. In der letzten Phase ist geplant, nach dem Motto „Zurück zur Normalität“, ganz auf Masken und Abstände zu verzichten.

    Publikationen

    Jendrny, P., Schulz, C., Twele, F. et al. Scent dog identification of samples from COVID-19 patients – a pilot study. BMC Infect Dis 20, 536 (2020). https://doi.org/10.1186/s12879-020-05281-3

    Jendrny, P., Twele, F., Meller, S. et al. Scent dog identification of SARS-CoV-2 infections in different body fluids. BMC Infect Dis in press (2021). https://doi.org/10.1186/s12879-021-06411-1


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Professor Holger Volk, PhD
    Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
    Klinik für Kleintiere
    Tel.: +49 511 953-6202
    holger.volk@tiho-hannover.de

    Professor Dr. Albert Osterhaus
    Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
    Research Center for Emerging Infections and Zoonoses
    Tel.: +49 511 953-6140
    albert.osterhaus@tiho-hannover.de

    Professorin Dr. Maren von Köckritz-Blickwede
    Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
    Research Center for Emerging Infections and Zoonoses
    Tel.: +49 511 953-8787
    maren.von.koeckritz-blickwede@tiho-hannover.de


    Originalpublikation:

    https://doi.org/10.1186/s12879-020-05281-3

    https://doi.org/10.1186/s12879-021-06411-1


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Tier / Land / Forst
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsprojekte
    Deutsch


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