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29.07.2021 09:22

Citizen-Science-Aufruf zum Erhalt der Artenvielfalt: Frankfurt am Main zählt seine Insektenhotels

Melanie Neugart Wissenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung

    Städte können Rückzugsorte für Insekten sein. Abseits vom Pestizid- und Düngemitteleinsatz der Landwirtschaft bieten sich ihnen im urbanen Raum geeignete Habitate. Doch nicht alle Insekten sind den Menschen in der Stadt gleich willkommen. Das wollen Frankfurter Forschungs- und Umwelteinrichtungen unter der Leitung des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung ändern. Sie rufen zur Bildung einer Citizen-Science-Community auf, um gemeinsam mit der Stadtgesellschaft den Schutz der Insektenvielfalt in Frankfurt am Main zu stärken. Zum Auftakt der Citizen-Science-Aktionen ist eine Bestandsaufnahme von Insektenhotels geplant.

    Weil das Insektensterben sogar in Naturschutzgebieten drastisch voranschreitet, wird die Ansiedlung von Insekten wie Libellen, Heuschrecken oder Hummeln in den Städten immer wichtiger. „Trotz Licht und Lärm, Verkehr und Versiegelung können Stadträume durchaus Refugien für Insekten sein“, sagt Marion Mehring, Biodiversitätsforscherin am ISOE. „Damit können Städte einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten.“ Aber nicht alle Insektenarten werden als neue Stadtbewohner gleichermaßen wertgeschätzt. „Wir wollen daher wissen, wie es gelingen kann, dass Bürger*innen die Stadt als Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten als selbstverständlich wahrnehmen und im Idealfall sogar fördern,“ so Mehring.
    Um diese Frage zu beantworten, haben sich Frankfurter Institutionen mit ausgewiesener Expertise zu Biodiversität zusammengefunden: Unter der Leitung des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung führen die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN), die Goethe-Universität Frankfurt am Main, BioFrankfurt, der NABU Frankfurt und der Palmengarten der Stadt Frankfurt gemeinsame Citizen-Science-Aktivitäten durch, die Teil eines größeren Forschungsvorhabens sind, das im Oktober 2021 startet.

    „Insektensommer“: Aufruf an die Frankfurter Stadtgesellschaft

    „Die Frankfurter Stadtgesellschaft ist im Rahmen der NABU-Aktionstage ‚Insektensommer‘ vom 6. bis 15. August herzlich dazu eingeladen, an der Bestandsaufnahme von Insektenhotels mitzuwirken“, sagt Marion Mehring. Es geht darum, alle Insektenhotels zu zählen, die man auf einem 20-minütigen Beobachtungsgang durch die Stadt entdeckt. Der Startpunkt ist dabei frei wählbar. Die Anzahl der Insektenhotels wird in einem Online-Formular festgehalten. „Ziel ist es, eine Abschätzung darüber treffen zu können, welchen Beitrag Bürger*innen für den Insektenschutz in der Stadt leisten, indem sie Brut- und Nisthilfen in Form von Insektenhotels bereitstellen“, erklärt Mehring.
    Darüber hinaus sind auch Kurzinterviews geplant. Die Wissenschaftler*innen wollen mehr über die Einstellung Frankfurter Bürger*innen zu Insekten in der Stadt erfahren: Wie gehen sie mit Insekten um? Inwieweit sind sie bereit, Insektenhotels einzurichten und zu betreuen? Worin liegt die Motivation, Lebensraum für Insekten zu bieten, anstatt sie – wie beispielsweise Wespen – zu vertreiben? Als Dankeschön erhalten die Interview-Teilnehmer*innen je zwei Eintrittskarten für den Palmengarten Frankfurt oder das Senckenberg Museum Frankfurt. Interessent*innen für die Interviews können sich schon jetzt unter stadtnatur@isoe.de melden.

    Wertschätzung von Insekten als Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt

    Die Ergebnisse aus diesen Citizen-Science-Aktionen fließen in das Forschungsprojekt „SLInBio – Städtische Lebensstile und die Inwertsetzung von Biodiversität“ ein, das im Oktober startet und den Erhalt der Insektenvielfalt zum Ziel hat. Dem Verbundprojekt gehören neben den Forschungspartnern dieses Citizen-Science-Aufrufes das Umweltamt und das Grünflächenamt der Stadt Frankfurt am Main sowie die Fraport AG Frankfurt Airport Services Worldwide als Praxispartner an. SLInBio wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) gefördert.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Marion Mehring
    Tel. +49 69 707 6919-39
    mehring@isoe.de

    Dr. Florian Dirk Schneider
    Tel. +49 69 707 6919-71
    florian.schneider@isoe.de


    Weitere Informationen:

    https://www.nabu-frankfurt.de/formulare/insektenhotel Aufruf zur Insektenzählung bei NABU Frankfurt
    https://www.isoe.de/fileadmin/Edit/PDF/Publ/2021/SLInBio-Ratgeber-Insektenhotel-... Das ISOE hat begleitend zur Aktion einen Ratgeber veröffentlicht: „Winzige Nachbarn unter der Lupe – das Insektenhotel im eigenen Garten als Beitrag zu Biodiversität und Umweltbildung“


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Umwelt / Ökologie
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsprojekte
    Deutsch


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