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07.09.2021 09:07

Neue Sicht auf alte Karten – digitale Methoden visualisieren komplexe Geschichte

Dr. Peter Wittmann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Länderkunde

    In Leipzig, Mainz, Paris und Regensburg beginnt die Arbeit im interdisziplinären Verbundprojekt DigiKAR – Gemeinsame Pressemitteilung der DigiKAR-Projektpartner
    Leibniz-Institut für Europäische Geschichte, Leibniz-Institut für Länderkunde und Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung

    Ein geographischer Raum ist mehr als seine Grenzen. Und doch haben viele beim Betrachten von historischen Karten besonders diese vor Augen. Gerade Karten des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation präsentieren eine Ansammlung von Territorien mit scheinbar eindeutig definierten Grenzen. Solche kartographischen Darstellungen des frühneuzeitlichen Reichs als „Flickenteppich“ haben das Geschichtsbild von Generationen geprägt. Um die Komplexität dieses Raums zu begreifen, sind sie jedoch unzureichend: Territoriale Unschärfen bleiben darin ebenso verborgen wie die Zugehörigkeit von Menschen zu verschiedenen Sozial-, Rechts- und Herrschaftsräumen des Reichsverbandes. Hier setzt das im Juli 2021 gestartete Verbundprojekt Digitale Kartenwerkstatt „Altes Reich“, kurz DigiKAR, mit neuen Denkanstößen und Visualisierungen an. Gefördert wird DigiKAR in der „Leibniz-Kooperative Exzellenz“ der Leibniz-Gemeinschaft.

    Im Kern geht es bei DigiKAR um die Visualisierung territorialer Verflechtungen, fließender Grenzverläufe und raumübergreifender Verbindungen. Mit diesem Ziel entwickelt ein internationales und interdisziplinäres Team aus den Bereichen Geschichtswissenschaft, Informationswissenschaft und Kartographie alternative Ansätze für die Erfassung, Aufbereitung und Darstellung mehrdeutiger räumlicher Verhältnisse. Unter anderem mit Hilfe von biographischen Bewegungsdaten werden in Fallstudien zu den Kurfürstentümern Mainz und Sachsen Fragen zu Fragmentierungen, Pluralität und Konkurrenz von Strukturen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation untersucht. Besonders die Erörterung der Mobilität von Akteuren und Objekten verspricht neue Perspektiven auf die frühneuzeitliche Territorialität für die historische Forschung.

    Das DigiKAR-Team engagiert sich zudem im Wissenstransfer mit Gedächtnisinstitutionen, dem Kulturbereich und Institutionen der historischen Bildung. Es ist an Kooperationen mit landeshistorischen Einrichtungen, Bibliotheken, Archiven und Bildungseinrichtungen mit Bezug zu den historischen Räumen Kurmainz und Kursachsen interessiert.
    Dem Open-Source-Gedanken verpflichtet, werden Arbeitsabläufe, Dokumentationen, exemplarische Visualisierungen und Tutorials aus der digitalen Kartenwerkstatt nicht nur der Forschung, sondern auch den datengebenden Institutionen sowie der Öffentlichkeit transparent und zugänglich gemacht.

    Über DigiKAR

    DigiKAR ist ein Kooperationsprojekt des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte Mainz, des Leibniz-Instituts für Länderkunde Leipzig, des Leibniz-Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung Regensburg, der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und der École des Hautes Études en Sciences Sociales Paris, Frankreich. Das Vorhaben wird für den Zeitraum von drei Jahren von der Leibniz-Gemeinschaft gefördert.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Bei Fragen, Kooperationsinteresse und zur Vermittlung von Interviews mit den Expertinnen und Experten in den Bereichen historische Forschung, Datenmodellierung und Visualisierung steht die Projektkoordinatorin Constanze Buyken zur Verfügung: Tel. +49 6131 392 70 78, buyken@ieg-mainz.de


    Weitere Informationen:

    https://twitter.com/digi_KAR DigiKAR im Netz
    https://leibniz-ifl.de/forschung/projekt/digitale-kartenwerkstatt-altes-reich


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geowissenschaften, Geschichte / Archäologie, Politik
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


    DigiKAR-Logo


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