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13.09.2021 08:33

Der Food Security Standard – ein praxisgerechtes Instrument für höhere Ernährungssicherheit

Dr. Torsten Gabriel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

    Welthungerhilfe, WWF und Universität Bonn haben Baustein für Zertifizierungssysteme entwickelt

    Der Anbau von Agrarrohstoffen sollte insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern im Einklang mit der lokalen Nahrungsmittelversorgung stehen. Mit dem Food Security Standard (FSS) können Unternehmen ihr Augenmerk auch auf das Menschenrecht auf Nahrung richten.

    Mit den zunehmenden Bemühungen hin zu einer stärker biobasierten Wirtschaft steigt die Nachfrage nach Biomasse für Energie und Industrie. Laut der OECD-Leitprinzipien für nachhaltige landwirtschaftliche Lieferketten ist die Ernährungsunsicherheit eines der größten Risiken bei dieser Entwicklung. Freiwillige Zertifizierungen für Exportgüter decken zwar bereits eine Vielzahl an ökologischen und sozialen Faktoren in den Erzeugerländern ab, allerdings widmete sich bisher kein Standard umfassend der Frage, ob die Produktion auf landwirtschaftlichen Betrieben im globalen Süden mit dem Menschenrecht auf Nahrung von Kleinbauern und -bäuerinnen und Landarbeiter/-innen sowie der umliegenden Gemeinden in Einklang steht.

    In einem 4-jährigen Projekt haben Welthungerhilfe, WWF Deutschland und das Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn Kriterien und Indikatoren sowie die dazugehörigen Werkzeuge in Zusammenarbeit mit lokalen Produzenten und etablierten Zertifizierungssystemen (ISCC, RSPO, CmiA, UTZ/Rainforest Alliance) erfolgreich getestet. Der Fokus der Pilot-Audits lag besonders auf ernährungsunsicheren Regionen in Afrika, Lateinamerika und Asien. Mit dem FSS lässt sich beispielsweise überprüfen, ob gesetzliche Vorgaben für Ernährungssicherheit eingehalten und Maßnahmen ergriffen werden, um den Menschen, die für das Unternehmen arbeiten, einen besseren Zugang zu angemessener Ernährung zu ermöglichen. Beim FSS wird z. B. ebenfalls betrachtet, ob die Wasserrechte der umliegenden Gemeinde respektiert werden und Beschwerdemechanismen vorhanden sind. „Ein geeignetes Instrument, um zur Verwirklichung des Menschenrechts auf Nahrung beizutragen“, bestätigt auch Dr. Eva Ursula Müller, zuständige Abteilungsleiterin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Das BMEL hat die Entwicklung des Standards über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) gefördert, um so das Angebot praxisnaher Instrumente für Unternehmen zu erweitern.

    Der FSS ist so konzipiert, dass er in jeden bestehenden Nachhaltigkeitsstandard im Agrarsektor integriert werden kann und für alle landwirtschaftlichen Produkte, Betriebsgrößen und Betriebstypen anwendbar ist. Er hilft Unternehmen dabei, in ihrer Lieferkette der entsprechenden sozialen Verantwortung gerecht zu werden und leistet damit auch einen Beitrag zur Bioökonomie-Strategie der Bundesregierung, mit der das Primat der Ernährungssicherheit festgelegt wurde.

    Auch das im Juni 2021 verabschiedete Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten, das sogenannte Lieferkettengesetz, ist ein Meilenstein für die soziale Verantwortung von Unternehmen in Deutschland im internationalen Handel. Nachhaltigkeitszertifizierung wird in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielen. Sie ermöglicht es Unternehmen, menschenrechtliche Risiken zu reduzieren, zu prüfen und Maßnahmen zu ergreifen und mit dem Food Security Standard jetzt auch weitere potenziell in der Agrarproduktion gefährdeten Menschenrechte zu schützen.

    Informationen zum Vorhaben stehen auf www.fnr.de unter den Förderkennzeichen 22027315, 22025516 und 22025616 zur Verfügung. Näheres zum Standard und zur Zertifizierung findet sich auf www.foodsecuritystandard.org.

    Fachlicher Ansprechpartner:
    Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.
    Mathias Sauritz
    Tel.: +49 3843 6930-148
    E-Mail: m.sauritz@fnr.de

    Pressekontakt:
    Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.
    Nicole Paul
    Tel.: +49 3843 6930-142
    Mail: n.paul@fnr.de


    Weitere Informationen:

    https://foodsecuritystandard.org/
    https://www.fnr.de/projektfoerderung/projektdatenbank-der-fnr
    https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=22027315
    https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=22025616
    https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=22025516


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter
    Tier / Land / Forst, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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