idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Thema Corona

Imagefilm
Science Video Project
idw-News App:

AppStore



Teilen: 
23.09.2021 16:12

Der „Regenwald-Verbrauchertisch“ – ein innovatives neues Ausstellungsmodul im Museum Koenig

Sabine Heine Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels

    Wie können wir unser Klima und die Biodiversität schützen? Das sind die brennenden Fragen unserer Zeit. Auch der tropische Regenwald brennt – jedes Jahr werden weltweit fast 160.000 Quadratkilometer Regenwald vernichtet, das entspricht fast der Hälfte der Fläche von Deutschland. Ein neues multimediales und interaktives Ausstellungsmodul im LIB Museum Koenig stellt nun auf anschauliche Weise die Bezüge zwischen unserem eigenen alltäglichen Konsumverhalten und der Regenwald-Zerstörung her

    Am „Regenwald-Verbrauchertisch“ können Besucherinnen und Besucher spielerisch erkunden, wie unsere täglichen Entscheidungen für die nächste Mahlzeit oder beim Griff ins Supermarktregal den Zustand der tropischen Regenwälder beeinflussen. Realisiert wurde das neue Ausstellungsmodul dank der Förderung durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen und die Alexander-Koenig-Gesellschaft e.V.

    Tagtäglich brennt und fällt artenreicher tropischer Regenwald – in Südamerika, Afrika und Asien. Jede Minute schwinden 42 Fußballfelder Wald. Eine der Hauptursachen für die Regenwald-Zerstörung ist beispielsweise der hohe Fleischkonsum in den Industrieländern, also auch hier in Europa bzw. Deutschland. Insbesondere im Amazonasgebiet werden riesige Flächen Regenwald gerodet – zur Gewinnung von Weideland für Rinder, deren Fleisch in alle Welt exportiert wird, und zur Schaffung von Anbauflächen für Soja, das als „Kraftfutter“ in den hiesigen Mastbetrieben an Schweine, Rinder und Hühner verfüttert wird und so der industriellen Fleischproduktion dient.

    Ein neues, multimediales und interaktives Ausstellungsmodul im LIB Museum Koenig lädt Besucherinnen und Besucher jetzt ein, am gedeckten „Regenwald-Verbrauchertisch“ Platz zu nehmen und die bereit gestellten Gegenstände durch Berührung „zum Leben zu erwecken“. Über ein Auswahlmenu können sie entscheiden, welche Mahlzeit auf den Teller und welches Heißgetränk in die Tasse kommt oder aus welchem Holz ihr Schneidebrett geschnitzt sein soll. Mittels Projektion erscheint die gewählte Alternative virtuell auf dem dreidimensionalen Gegenstand am Tisch. Zur visuellen Abrundung kommt in animierten Bildern beispielsweise noch ein Klecks Ketchup mit auf den Fleischteller XXL oder wird das Steak vom regionalen Bio-Rind mit einer Prise Kräutersalz bestreut.

    Welchen Einfluss die von den Besuchenden gewählte Alternative auf den tropischen Regenwald hat, wird gleichzeitig unmittelbar in der Mitte des Tisches sichtbar, wo sich als dreidimensionale Projektionsfläche das Kronendach eines Regenwaldes erhebt, der sich darunter im Tischsockel als reales Miniaturmodell fortsetzt. Wurde eine regenwaldschonende Wahl getroffen erstrahlt dort weiter das sattgrüne Kronendach, über das die Papageien fliegen. Wurde eine regenwaldschädliche Alternative gewählt, ertönen Kettensägen und der Regenwald beginnt zu schwelen und schließlich zu brennen. Zur vertiefenden Auseinandersetzung mit den Zusammenhängen, die die ausgewählte Alternative zu einem regenwaldschädlichen oder regenwaldschonenden Produkt machen, liefert ein Infofeld erläuternde Texte, Bilder und Videos. Im Sinne des Edutaining vermittelt der „Regenwald-Verbrauchertisch“ auf diese Weise gleichzeitig unterhaltsam und lehrreich, wie wir mit unserem eigenen Konsumverhalten zur Zerstörung oder auch zum Erhalt der tropischen Regenwälder beitragen können.

    „Der Verbrauchertisch ist ein wunderbares Instrument, mit dem wir im wahrsten Sinne des Wortes begreifen, wie sich unser Konsumverhalten auf den empfindlichen Lebensraum Regenwald auswirkt“ erläutert Viktor Haase, Vertreter des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen bei der offiziellen Einweihung des Ausstellungsmoduls. Finanziert wurde der „Regenwald-Verbrauchertisch“ über eine Förderung durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen und die Alexander-Koenig-Gesellschaft e.V. (AKG), die sich als Projektträger mit 20% an der Finanzierung beteiligt hat.

    „Die spielerische Vermittlung von Wissen, bei der man auch direkt erfährt, wie man sein Verhalten ändern kann, wird vor dem Hintergrund der sich verschärfenden Klima- und Umweltveränderung immer wichtiger“, sagt Christiane Overkamp, Geschäftsführerin der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen. „Durch die Förderung des Projektes hat die Stiftung ein zentrales und originelles Modul der neuen Regenwald-Ausstellung ermöglicht, die uns als Fördergesellschaft des Museums besonders am Herzen liegt“ freut sich Helmut Stahl, Präsident der AKG. Der Direktor des LIB Museum Koenig, Prof. Dr. Bernhard Misof, dankt der Stiftung und der AKG: „Wir sind sehr froh, dass die Förderung die Realisierung dieses innovativen Ausstellungsmoduls, mit dem wir unserem Bildungsauftrag als Museum zeitgemäß gerecht werden können, möglich gemacht hat.“

    Der „Regenwald-Verbrauchertisch“ steht zurzeit als Sonderstation im 1. Stock des Museum Koenig für die Besuchenden bereit und wird zukünftig Teil der zurzeit noch im Aufbau befindlichen Dauerausstellung „Regenwald“ sein.

    Über das LIB
    Das Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) widmet sich der Erforschung der biologischen Vielfalt und ihrer Veränderung. Seit dem 1. Juli 2021 arbeiten unsere Forschenden an zwei Standorten: dem Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn sowie dem ehemaligen Centrum für Naturkunde in Hamburg. Generaldirektor ist Prof. Dr. Bernhard Misof, der das LIB standortübergreifend leitet.

    Über die Leibniz-Gemeinschaft
    Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 96 Forschungsinstitute und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen für die Forschung sowie drei assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute arbeiten strategisch und themenorientiert an Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Helmut Stahl, Alexander-Koenig-Gesellschaft
    Tel. +49 228 9122 280
    E-Mail: h.stahl@leibniz-zfmk.de

    Frank Griesel, Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen
    Tel. +49 228 24335 17,
    E-Mail: frank.griesek@sue-nrw.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    Biologie, Geowissenschaften, Meer / Klima, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft, Kooperationen
    Deutsch


    Blick auf den Regenwald-Verbrauchtisch


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).