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28.09.2021 09:03

Kleines Haus – große Wirkung: Tiny House Project 2021

Dr. Margareta Bögelein Pressestelle
Hochschule Coburg

    Wohnraum, der ressourcenschonend und umweltfreundlich ist und außerdem noch bezahl-bar: ja, das gibt es! Gerade wird von 20 Studierenden auf dem Campus Design der Hoch-schule Coburg ein ganz besonderes Tiny House errichtet.

    Unermüdlich sind die Studierenden der Fakultät Design im Einsatz und bauen unter der Leitung von Architekturprofessor Rainer Hirth und dem Lehrbeauftragten Anders Macht ein kleines Haus. Das Besondere ist, dass es ganz ohne CO2 emittierende Baustoffe auskommt. Auf mineralische Bindemittel wie Beton oder Gips wird verzichtet, dafür werden ausschließlich nachwachsende Materialien benutzt. Das sind zum Beispiel geschädigtes „Käferholz“, Stroh, Lehm und Bauteile aus zweiter Hand. „Die Fenster wurden in einer Baustoffbörse eines nahe-gelegenen Abbruchs geborgen“, erklärt Prof. Hirth, der das Projekt ins Leben gerufen hat. Gemeinsam mit den Studierenden wurde das Circular Tiny House (CTH) vom Entwurf bis zum Ende des Vorhabens durchgeplant. „Wir haben das ‚Cradle to Cradle‘ Prinzip vorgegeben. Das heißt, dass die Bauteile nach Ende des Nutzungszeitraums weitgehend wieder zerlegt und neu eingesetzt werden können“, beschreibt Hirth die Aufgabenstellung.

    Komfort und Sonnenenergie
    Die optimierte Wohneinheit bietet Platz für ein Doppelbett, mindestens einen Laptop Arbeitsplatz, eine „Smart Kitchen“ und ein Bad, einen Essplatz für drei Freunde, ein Sofa und etwas Stauraum. Ein wichtiger Punkt ist, dass das umweltfreundliche Haus energetisch autonom arbeiten wird und seinen gesamten Energiebedarf durch die Sonne decken soll. Zwölf Solarmodule auf dem Dach laden einen 9,6 kWh Stromspeicher, der Energie für Heizung, Warmwasser und Geräte bereitstellt. In Zeiten mit einem solaren „Überangebot“ soll das kostenlose Laden von E-Bikes angeboten werden. „Dank einem großzügigen Sponsoring durch die Firma IBC Solar können wir das CTH so sehr gut ausrüsten“, erzählt Prof. Hirth, der sich intensiv um die Sponsoren und die Realisierung bemüht hat. Nun steht er selbst gerne auf der Baustelle und packt mit an. „Bei der Auswahl der Konstruktionen und Materialien waren, neben den zirkulären, auch Kostenaspekte und die Umsetzung im Selbstbau entscheidende Kriterien.“ Durch die praktische Erfahrung auf der Baustelle lernen die Studierenden sehr viel. Außerdem beschert die Arbeit allen das Glücksgefühl, selbst ein Haus errichtet zu haben.

    Anfang Oktober wird das Haus fertig sein. Es könnte dann zeitweise für Gäste der Fakultät Design genutzt werden, vor allem aber dient es als Versuchslabor für die Hochschule. Fünf Jahre lang wird das Haus stehen; so lange wird ein Monitoring laufen, um die Annahmen über Energieaufwand und -Nutzung zu verifizieren. Sicherlich werden in dieser Zeit alle das hübsche Haus am Campus Design lieb gewonnen haben. Professor Hirth bleibt realistisch: „Nach Ende der Mess- und Nutzungszeit wird das Gebäude rückstandsfrei demontiert. Das Stroh wird von dem liefernden Bauen wieder untergepflügt, verwendbare Bauteile wieder in den Markt gebracht.“ Das wird bestimmt so schnell und lautlos gehen, wie es aufgebaut wurde, ganz ohne Abbruchhammer. Rainer Hirth bekräftigt: „Im idealen Fall bleiben keine Reste übrig.“


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Bauwesen / Architektur
    überregional
    Studium und Lehre
    Deutsch


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