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12.10.2021 10:22

Das Forum Transregionale Studien begrüßt 61 Fellows aus 25 Ländern

Dr. Moritz Buchner Öffentlichkeitsarbeit
Forum Transregionale Studien

    Im akademischen Jahr 2021/22 begrüßt das Forum Transregionale Studien 61 Postdoc-Wissenschaftler:innen aus über 25 Ländern, die in Berlin und an verschiedenen Orten in Europa for-schen. Als Fellows erhalten sie die Möglichkeit, an ihren eigenen Projekten zu arbeiten und sich im Rahmen der Forschungsprogramme des Forums und mit Kolleg:innen in Deutschland und andernorts auszutauschen und zu vernetzen. Sie beschäftigen sich mit Fragen von Rechtsstaatlichkeit und Demokra-tie, autoritären Regimen und Bewegungen, den gesellschaftlichen und kulturellen Folgen von Struktur- und Technologiewandel sowie mit Narrativen und Strategien politischer Emanzipation in Zeiten des Umbruchs.

    »re:constitution – Exchange and Analysis on Democracy and the Rule of Law in Europe« ist ein dezen-trales, europaweites Programm. Es ermöglicht den Fellows, sich an Einrichtungen rechtswissenschaftli-cher Forschung oder Praxis in verschiedenen Ländern der Europäischen Union mit Fragen ihrer Verfassung(en) und mit unterschiedlichen Deutungen von Demokratie und Rechtstaatlichkeit auseinanderzusetzen: Colleen Boland, eine Soziologin und Anthropologin von der Universität Barcelona, untersucht in Leiden die Kriminalisierung von Immigration und die damit einhergehende Aushöhlung der Rechte von Migrantinnen und Asylbewerber:innen. Kevin Fredy Hinterberger, Experte für Asyl- und Migrationsrecht in der österreichischen Bundesarbeitskammer, analysiert am European University Institute in Florenz die Wirksamkeit von parlamentarischen Untersuchungsausschüssen bei der Bekämpfung wachsender politischer Korruption. Die Europarechtlerin der Universität Zürich Christina Neier befasst sich in Heidelberg mit der Solidarität zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union und mit damit verbundenen Vorstellungen von Föderalismus und Demokratie. In Budapest vergleicht die Verfassungs- und Europarechtlerin von der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Anna Wójcik, Angriffe auf Medienpluralismus und -freiheit innerhalb der Europäischen Union.

    Die re:constitution-Fellows des Jahrgangs 2021/22 kommen vom 26.-29. Oktober in Berlin zu ihrem ersten Fellow-Exchange-Meeting zusammen, um sich über Fragen von »Interlinked Values – Interlinked Problems and Solutions? Protecting Fundamental Rights in the Shadow of Rule of Law Backsliding« auszutauschen, das zweite Treffen findet im Frühjahr in Budapest statt.

    »Europa im Nahen Osten – Der Nahe Osten in Europa« (EUME) adressiert Verflechtungen und Grenz-ziehungen in und zwischen Europa und dem Nahen Osten und bietet Wissenschaftler:innen aus den Ländern des Nahen Ostens einen Freiraum zur Diskussion grundlegender Fragen von Politik, Gesellschaft und Kultur in Zeiten des Umbruchs. Die Historikerin Chloé Kattar untersucht globale konservative Netzwerke und rechten Internationalismus der 1970er- und 1980er-Jahre jenseits der Unterscheidung zwischen Nord und Süd am Beispiel des libanesischen Diplomaten und Philosophen Charles Malik. Das aktuelle Projekt der Fotografin Nafiseh Fathollahzadeh »Goddess and Weapons«, ein Foto-/Filmessay, der die Reise der ausgegrabenen Objekte von Tell Halaf zwischen Nordsyrien und Berlin innerhalb eines Jahrhunderts verfolgt, hinterfragt die imperiale Grammatik fotografischer Archive. Am Beispiel der Aufstände 2019 im Libanon befasst sich der Politologe Jeffrey G. Karam mit Möglichkeiten und Grenzen radikalen politischen Wandels. Die Historikerin Eman Elnemr untersucht Zuschreibungen weiblicher Zügello-sigkeit (khala’a) im Modernisierungsdiskurs männlicher Eliten Ägyptens seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bis heute. Die Politikwissenschaftlerin Ezgi Saritas arbeitet an einer verflochtenen Geschichte der sexuellen Moderne im späten Osmanischen Reich.

    Magdalena Semczyszyn, Fellowin des Forschungsprogramms »Prisma Ukraïna – Research Network Eastern Europe«, beschäftigt sich mit »illegaler« jüdischer Migration ausgehend von Mittel- und Osteuropa in der Nachkriegszeit.

    In engem Bezug zum Prisma-Netzwerk steht das vom BMBF geförderte Forschungskolleg »Europäische Zeiten/European Times – A Transregional Approach to the Societies of Central and Eastern Europe (EU-TIM)«, das gemeinsam von der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder, der Universität Potsdam und dem Forum getragen wird. Seit April 2021 nimmt EUTIM Narrative von Zeit und Raum an den Rändern Europas in den Blick. Im akademischen Jahr 2021/22 ist das Schwerpunktthema »Vergleichende Wissenschaftsgeschichte im 20. Jahrhundert«.

    Das Merian Centre for Advanced Studies in the Maghreb (MECAM), von einem Konsortium von vier deutschen und drei tunesischen Einrichtungen getragen und ebenfalls vom BMBF gefördert, widmet sich am Standort Tunis dem Leitthema »Imagining Futures – Dealing with Disparity«. Im September und Oktober 2021 nahmen MECAMs zweite und dritte Internationale Fellow-Gruppen ihre Arbeit zu Fragen von »Inequality and Mobility« und »Memory and Justice« auf.

    Für das akademische Jahr 2021/22 wurden acht weitere Wissenschaftler:innen aus Ländern mit einge-schränkten bürgerlichen und wissenschaftlichen Freiheiten im Rahmen der »Akademie im Exil« an die Standorte Berlin und Essen berufen. Drei der acht Fellows werden für jeweils 24 Monate ihren Forschungsaufenthalt am Forum Transregionale Studien durchführen. Dank einer Sonderförderung der VolkswagenStiftung für geflüchtete Forschende aus Afghanistan kann die Akademie im Exil bis zu zehn Fellowships mit einer Laufzeit von zwei Jahren ausschreiben.

    Die Fellows des Forums sind – je nach fachlicher Spezialisierung – an Universitäten und Forschungsein-richtungen in Berlin und anderen europäischen Städten assoziiert. Sie präsentieren und diskutieren ihre Arbeiten regelmäßig in Seminaren, Konferenzen und Workshops. Über die Wissenschaftskommunikation des Forums stehen ihnen Formate, Ressourcen und Infrastrukturen der Vernetzung, Zusammenarbeit und Publikation zur Verfügung. Auf dem »TRAFO – Blog for Transregional Research« (trafo.hypotheses.org), werden die Debatten, Ideen und Forschungsergebnisse einer größeren Öffentlich-keit zugänglich gemacht. Termine und weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserer Homepage www.forum-transregionale-studien.de sowie der Broschüre »Programm und Fellows 2021/2022«.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Moritz Buchner
    Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Publikationen
    presse@trafo‐berlin.de
    030‐89 001‐422


    Weitere Informationen:

    https://www.forum-transregionale-studien.de/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Politik, Recht
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
    Deutsch


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