idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Thema Corona

Imagefilm
Science Video Project
idw-News App:

AppStore



Teilen: 
15.10.2021 18:21

Thüringer Medizintechniker stellt Komponenten für Gerät zur Röntgentherapie im 3D-Druck her

Sigrid Neef Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation
Ernst-Abbe-Hochschule Jena

    Wie aus Technologietransfer und Vernetzung marktreife Produkte werden können, zeigt eine Kooperation zwischen der WOLF Medizintechnik GmbH (WOmed) und der BURMS - 3D Druck Jena GmbH & Co.KG. Was an der EAH Jena 2019 mit einem ersten Werkstattgespräch begann, nahm nun seinen erfolgreichen Abschluss: Am 7. Oktober 2021 fand im Beisein von Thüringens Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft Wolfgang Tiefensee die Übergabe eines 3D-Druckers an die WOLF Medizintechnik GmbH (WOmed) in St. Gangloff statt.

    Das Unternehmen fertigt und vertreibt Geräte und Anlagen für die Röntgentherapie und ist durch die Zusammenarbeit mit der BURMS - 3D Druck Jena GmbH & Co.KG nun in der Lage, eine Komponente für ein Bestrahlungsgerät komplett im 3D-Druck selbst herzustellen. Dabei handelt es sich um einen Applikator aus Kunststoff, der bei der intra- oder postoperativen Behandlung von Tumorerkrankungen eingesetzt wird, um verbliebene Krebszellen abzutöten. Uwe Brick, Geschäftsführer von Burms, sagte bei der Übergabe in St. Gangloff: „Meiner Kenntnis nach ist dies die weltweit erste 3D-Druck-Anwendung, bei der die gedruckte Komponente für den Kontakt mit einer Operationswunde geeignet ist“.
    Eine weitere Besonderheit des Applikators ist, dass ein RFID-Chip während des Druckprozesses mit verdruckt wird. Dieser Chip ermöglicht eine eindeutige Identifizierung, den Nachweis über Einsatzhäufigkeit und -dauer sowie eine automatisierte Information, wann die Komponente ersetzt werden muss.
    Seinen Anfang nahm das Projekt 2019 in einem Werkstattgespräch an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena. Gemeinsam mit der IHK Ostthüringen zu Gera führt die an der EAH Jena im Fachgebiet Fertigungstechnik-/automatisierung angesiedelte Modellfabrik regelmäßig diese Gespräche durch. Die Modellfabrik Virtualisierung ist einer von vier Thüringer Standorten im Mittelstand-Digital Zentrum Ilmenau und wird im Rahmen Initiative Mittelstand-Digital vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Unternehmen haben in Werkstattgesprächen die Möglichkeit, sich allgemein rund um den 3D-Druck zu informieren oder konkrete Ideen bzw. bereits vorhandene Musterdrucke mit den Expertinnen und Experten der Modellfabrik zu diskutieren und in einem Rundgang durch die Labore verschiedene 3D-Druck-Verfahren und Anwendungsmöglichkeiten kennenzulernen.
    Zum Zeitpunkt des Werkstattgesprächs war die WOLF Medizintechnik GmbH auf der Suche nach einer 3D-Druck-Lösung zur verbesserten Herstellung ihrer Applikatoren. Die Modellfabrik unterstützte den Medizintechnikhersteller anschließend bei der Bewertung von bereits vorhandenen Testdrucken sowie bei der Auswahl alternativer 3D-Druck-Materialien und Verfahren. Aufgrund der intraoperativen Anwendung des Applikators sind die regulatorischen Anforderungen an das Material und Herstellungsverfahren besonders groß. Zur Umsetzung des Vorhabens vernetzte die Modellfabrik die WOLF Medizintechnik GmbH mit der BURMS - 3D Druck Jena GmbH & Co.KG, einem in medizintechnischen 3D-Druck-Anwendungen erfahren Dienstleister aus Jena.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Constance Möhwald
    Modellfabrik Virtualisierung
    im Mittelstand-Digital Zentrum Ilmenau

    c/o Ernst-Abbe-Hochschule Jena
    Carl-Zeiss-Promenade 2
    07745 Jena
    moehwald@kompetenzzentrum-ilmenau.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Werkstoffwissenschaften, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Kooperationen
    Deutsch


    Uwe Brick, Geschäftsführer der BURMS - 3D-Druck Jena GmbH & Co.KG und Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).