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30.03.2004 14:28

Stahlbau-Seminar: Seit 20 Jahren international erfolgreich

Anette Schober-Knitz Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hochschule Biberach

    Gute Tradition: Bereits zum 20. Mal hat das Stahlbauseminar der Bauakademie Biberach in diesem Jahr an der Technischen Universität Wien stattgefunden. Sogar schon seit 26 Jahren bietet die Bauakademie - Stiftung und Trägerin des Weiterbildungsprogrammes der Fachhochschule Biberach - das gleiche Fachseminar an, zunächst in Lindau und wenig später parallel dazu in Neu-Ulm und Wien.

    Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Günter Lumpe, Fachbereich Bauingenieurwesen der FH Biberach, treffen sich in Neu-Ulm wie Wien Fachleute aus dem Themenbereich Stahlbau.
    Dabei ist das Seminar gleichermaßen Weiterbildungsveranstaltung und Diskussionsforum für Ingenieure aus Stahlbaufirmen, Ingenieurbüros und Behörden.
    Mitveranstalter sind neben der Bauakademie Biberach der Deutsche Stahlbauverband und die Verbände aus Österreich und der Schweiz sowie die TU Wien. Der Österreichische Stahlbauverband war es auch, der das Fachseminar 1985 an die Technische Universität Wien holte, nachdem die ersten Seminare in Lindau (1979 bis 2000) und Neu-Ulm (ab 1981) so erfolgreich angeboten worden waren.
    Neben dem Lindauer Bau-Seminar - ebenfalls ein Angebot der Bauakademie seit 20 Jahren - hat das Stahlbauseminar ganz wesentlich zu dem ausgezeichneten Ruf der Fachhochschule Biberach und der angegliederten Bauakademie beigetragen.
    Insbesondere die Kontakte zu Wissenschaftlern und Praktikern aus Österreich und der Schweiz haben die Biberacher Institutionen bekannt gemacht und ihnen weit über die deutschen Grenzen hinaus fachlich Anerkennung verschafft.
    International waren die Stahlbauseminare auch in diesem Jahr besetzt, sowohl auf der Referenten- als auch auf der Teilnehmerseite; das Themenspektrum sorgte für gut besuchte Seminare in Neu-Ulm und Wien.
    Insbesondere im Fachgebiet Stahlbau, so Prof. Lumpe, spiegelt sich die breit gefächerte Palette an Spezialdisziplinen im Bauingenieurwesen wider. Sie reicht vom klassischen Hoch- und Industriebau über den Anlagebau mit Kraftwerken, Raffinerien, Offshore-Anlagen bis hin zum klassischen Brückenbau, und vom Kranbau mit Türmen und Masten über Spezialbauten wie Behälter und Rohre zum Schiffsbau und zu Konstruktionen aus der Luft- und Raumfahrt.

    Für das Schwerpunktthema "Schadensanalyse und -Vermeidung" war es der Seminarleitung gelungen, Prof. Dr. Heinrich Lauer (Augsburg) und Prof. Dr. Steffen Kind (Darmstadt) zu gewinnen. Beide haben als Gutachter und Prüfingenieure einen umfangreichen Erfahrungsschatz gesammelt. So konnten sie aus einer Fülle von Schadensbeispielen praktische Lehren herausarbeiten und gerade für die jüngeren Seminarteilnehmer wertvolle Hilfestellungen vermittelten. Es wurde deutlich, wie wichtig Sicherheitsdenken im Ingenieurwesen ist, und dass sich hieraus umfangreiche Forderungen an Inhalte und Qualität in der Ausbildung und Lehre ergeben.

    Diese spezifischen Anforderungen und die besondere Verantwortung im Ingenieurwesen zeigten sich auch in den Referaten von Dipl.-Ing. Ernst Tappauf, Graz, zum Thema "Dynamische Beanspruchung von Stahlbauten durch Maschinen und Erdbeben", und von Prof. Herrmann Schulte, München, zum Thema "Türme - Windräder und Antennen", in dem auch auf die Besonderheiten in Bezug auf Funktion und Tragverhalten einer fußballfeldgroßen Kurzwellenantenne eingegangen wurde, sowie in zwei weiteren Vorträgen über weit gespannte Messehallen und Überdachungen: Zum einen stellte Dr.-Ing. Herbert Klimke von der Mero GmbH Würzburg das seilverspannte Stahl-Glasdach des Lehrter Bahnhofs in Berlin vor, zum anderen dokumentierte Prof. Dr. Klaus-Dieter Klee aus Hannover die Problemstellungen und Lösungen bei der Konstruktion und im Verformungsverhalten der großen Messehallen 27, 9 und 13 in Hannover. Insgesamt wurden bei diesen drei Hallen ca. 9000 Tonnen Stahl verbaut. Die Halle 13 ist mit Stützweiten von 105 x 203 Meter die größte freitragende Messehalle der Welt.

    Über das brandaktuelle Thema "Europäische Normung" berichtete im weiteren Dr.-Ing. Ergun Karamuk von der KARTEC Engineering GmbH aus Zollikerberg, Schweiz. Er erläuterte, warum die EUROCODES von vielen Anwendern als zu wenig praxisgerecht empfunden werden und wie die Schweiz aufgrund nationaler Bedürfnisse durch Einführung der SWISSCODES eigene Wege geht.

    Den sprichwörtlichen Blick über den Tellerrand vermittelte Prof. Dr. Urs Meier von der EMPA Dübendorf aus der Schweiz mit seinem spannenden Überblick über "Zugglieder aus kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen", die mit zum Teil erheblich höheren Festigkeiten aber geringem Gewicht in Spezialfällen durchaus eine Alternative zum Werkstoff Stahl sein können.

    Diese Mischung aus praxisorientierten Themen und wissenschaftlichem Hintergrund fördert den fachlichen Meinungsaustausch und ist gleichzeitig Markenzeichen nicht nur des Stahlbauseminars. Und so stehen Fachhochschule und Bauakademie für eine gehaltvolle Partnerschaft im Themenspektrum Bauwesen und Baubetriebswirtschaft.

    Die Termine für die Stahlbauseminare 2005 stehen bereits fest: 18. und 19. Februar in Neu-Ulm; 25. und 26. Februar in Wien.


    Weitere Informationen:

    http://www.fh-biberach.de/weiterbildung/Bauakademie


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Bauwesen / Architektur
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


    Prof. Dr.-Ing. Günter Lumpe leitet das Stahlbauseminar der Bauakademie Biberach


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    Der Lehrter Bahnhof in Berlin: mit einem seilverspannten Stahl-Glasdach


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