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12.11.2021 15:44

Gegen jedes Tröpfchen: HZDR-Team entwickelt neue Medikamente zur Verhinderung von Virusinfektionen

Dipl.-Psych. Kim-Astrid Magister Kommunikation und Medien
Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

    Prof. Michael Bachmann und sein Team vom Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) erhalten in den nächsten drei Jahren insgesamt 350.000 Euro für ihr Forschungsprojekt „Neuartige Inhalationstherapeutika zum Schutz vor viralen Infekten bedingt durch Tröpfcheninfektionen“. Es gehört zu den vier von der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung im Rahmen des Wettbewerbs „Ihre Idee gegen Tröpfchen“ geförderten Projekten. Dies gab die Stiftung am 11. November 2021 auf einer Pressekonferenz bekannt.

    Aktuelle Zahlen zeigen, dass die Corona-Pandemie noch nicht zu Ende ist. Die Wissenschaft sucht deshalb über Impfungen hinaus nach weiteren Möglichkeiten, dem Virus zu begegnen. „Neben der Entwicklung weiterer Impfstoffe benötigen wir auch neue Medikamente, die Infektionen und die damit einhergehende Virusverbreitung eindämmen, schwere Krankheitsverläufe verhindern und eine Therapie ermöglichen“, erklärt Michael Bachmann seine Motivation für das neue Forschungsprojekt.

    Auf der Suche nach neuen Medikamenten

    Ziel ist es, neuartige Inhalations-Medikamente zu entwickeln und zu testen, die sowohl passiven als auch aktiven Immunschutz ohne Impfung ermöglichen. Bachmann geht davon aus, dass mit Inhalations-Medikamenten Tröpfcheninfektionen verhindert werden könnten. „Da Tröpfcheninfektionen über die Lunge verlaufen, erscheint es logisch, Medikamente durch Inhalation direkt zu den gefährdeten Lungenzellen zu bringen.“ Sofern doch eine Infektion auftritt, hofft man, die Viruslast mit den Inhalations-Medikamenten entscheidend zu reduzieren. Im Erfolgsfall würde damit nicht nur ein Arzneimittel zur Prophylaxe und Behandlung von Corona bereitgestellt. Der geplante neue therapeutische Ansatz könnte auch auf andere aerosolbedingte, Tröpfchen-basierte Infektionen übertragen werden und damit für deren Behandlung relevant sein. Dazu gehören zum Beispiel Grippeviren, Herpesviren (Windpocken), Masern und Röteln.

    Nicht nur das Team um Michael Bachmann freut sich über die Projektförderung. Auch Prof. Sebastian M. Schmidt, Wissenschaftlicher Direktor des HZDR, sieht mit der Förderung die Strategie des Zentrums bestätigt: „Der Erfolg von Professor Bachmann und seinem Team belegt einmal mehr, dass das HZDR am Puls der Zeit forscht und schnell in der Lage ist, sich aktuellen Fragestellungen der Praxis zu stellen und wissenschaftliche Lösungen zu erarbeiten.“

    „Ihre Ideen gegen Tröpfchen"

    Die EKFS hat im Jahr 2021 einen Ideenwettbewerb für Fördermittel in Höhe von einer Million Euro ausgeschrieben, um die Entwicklung neuer Schutzmaßnahmen gegen Tröpfcheninfektionen anzuregen und zu fördern. Die vier von der Stiftung unterstützen Vorhaben beschäftigen sich mit der Verbesserung von Maskenmaterialien, der Detektion und Inaktivierung von Viren in der Luft, dem Screening von Infizierten und der Entwicklung von Medikamenten, die Tröpfcheninfektionen verhindern. Insgesamt wurden 52 Anträge eingereicht.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Michael Bachmann I Institut für Radiopharmazeutische Krebsforschung
    Tel.: +49 351 260 3223 I E-Mail: m.bachmann@hzdr.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


    Prof. Michael Bachmann


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