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25.11.2021 14:58

Herzinsuffizienz? Jetzt Eisen-Wert im Blut testen lassen

Michael Wichert Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

    Krankenhausaufenthalte wegen entgleister Herzschwäche: Bluttest auf Eisenmangel kann zur Vorbeugung beitragen.

    Eisenmangel ist weltweit die häufigste Mangelerkrankung des Menschen. Die Ursachen für den Mangelzustand können sehr unterschiedlich sein, wobei verstärkte Menstruationsblutungen und Mangelernährung die häufigsten Gründe darstellen. Ein Eisenmangel ist auch der häufigste Grund für eine Blutarmut (Anämie). Menschen mit chronischen Krankheiten wie Herzschwäche (Herzinsuffizienz) sind besonders gefährdet, einen Mangel an Eisen im Blut zu entwickeln – auch ohne dass eine Blutarmut vorliegt. Bundesweit leiden nach Expertenschätzungen bis zu vier Millionen Menschen an einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) bei weit über 480.000 Klinikeinweisungen pro Jahr wegen einer Verschlechterung der Herzerkrankung (Entgleisung/Dekompensation). Einer großen europäischen Studie zufolge ist jeder zweite Patient mit chronischer Herzinsuffizienz von Eisenmangel betroffen und die Häufigkeit nimmt mit der Schwere der Herzinsuffizienz zu (1).

    Eisenmangel kann Herzinsuffizienz verstärken
    Durch einen Eisenmangel wird zum einen der Organismus der oftmals von weiteren Herz-Kreislauf-Leiden wie Bluthochdruck und Rhythmusstörungen zusätzlich belasteten Patienten allgemein anfälliger für Krankheiten. Zum anderen kann ein chronisch niedriger Eisenwert im Blut die Herzinsuffizienz verstärken. „Ein routinemäßiges Überprüfen des Eisenstoffwechsels bei Patientinnen und Patienten mit Herzschwäche ist deshalb besonders wichtig“, betont der Kardiologe Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung in einer gemeinsamen Pressemeldung mit der Deutschen Stiftung für chronisch Kranke (DSCK). Herzstiftung und DSCK folgen damit den aktuellen Empfehlungen der Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC), bei allen Patienten mit Verdacht auf chronische Herzinsuffizienz den Eisenstatus regelmäßig zu überprüfen (2). „Ärzte können einen Eisenmangel per Bluttest leicht bestimmen: Eine Erhebung weniger Blutwerte, darunter das Serum-Ferritin (Speichereisen), der Transferrin-Wert (Transporteisen) und der Hämoglobin-Wert, reicht dafür häufig aus“, erklärt der Kardiologe und DSCK-Vorsitzende Dr. med. Thomas M. Helms. „Ein unbehandelter Eisenmangel kann Folgen für den Krankheitsverlauf bei herzkranken Menchen haben. Betroffene sollten daher bei Verdacht auf Eisenmangel zur Abklärung ihren Arzt aufsuchen. Informationen für Patienten mit Herzschwäche und Eisenmangel bietet die Herzstiftung unter www.herzstiftung.de/herzschwaeche-therapie

    Bei diesen Warnzeichen für Eisenmangel zum Arzt
    Der Eisengehalt im Blut ist essenziell für den Sauerstofftransport und die Energiegewinnung der Körperzellen. Besondere Auswirkungen hat ein Eisenmangel unter anderem auf den Herzmuskel, da dieser einen hohen Energiebedarf hat und seine Funktion von einem intakten Eisenmetabolismus abhängig ist. Das Herz benötigt dieses lebenswichtige Spurenelement auch, um seine Funktion an akuten oder chronischen Stress anzupassen. „Eisenmangel führt insbesondere zu Müdigkeit, Leistungsabfall und Konzentrationsschwäche der meist ohnehin geschwächten Herzpatienten und beeinträchtigt deren Lebensqualität“, berichtet Prof. Voigtländer. Umgekehrt hat eine Studie ergeben, dass eine intravenöse Eisenzufuhr zu einer Verbesserung der Lebensqualität und zu weniger Krankenhausaufenthalten bei den Patienten führt (4). Bei etwa der Hälfte der Herzschwäche-Patienten erhält der Körper nicht in ausreichender Menge Eisen, das er aus der Nahrung über den Darm aufnimmt. Eisen aus Tabletten kann daher bei dieser Patientengruppe vom Darm nicht ausreichend aufgenommen werden. Nach den aktuellen Behandlungsleitlinien der europäischen Kardiologen sollten symptomatische Herzschwächepatienten mit einer Auswurffraktion (Auswurfleistung des Herzens) von weniger als 50 % und mit erst kürzlich zurückliegender herzinsuffizienzbedingter Klinikeinweisung eine Kurzinfusion (Eisen-Carboxymaltose) zur Therapie erhalten, um das Risiko für weitere Krankenhausaufenthalte zu senken.

    Ursache von Eisenmangel können unbemerkte Blutungen im Magen-Darmtrakt sein
    Liegt neben dem Eisenmangel auch eine Blutarmut (Anämie) vor, müssen andere Ursachen für Eisenmangel und Anämie abgeklärt werden. Häufig sind chronische Blutverluste über Magen und Darm verantwortlich. Die Blutungsquellen solcher Mikroblutungen sind häufig schwierig zu finden. Noch unklar und durch Forschung zu klären sind die genauen Zusammenhänge zwischen Herzschwäche und einer Eisenzufuhr, d. h. wie eine Eisensubstitution die Herzfunktion, den Verlauf der Herzschwäche und die Sterblichkeit genau beeinflusst.

    Literatur
    (1) Klip et al. Am Heart J 2013;165(4):575-582.
    (2) McDonagh TA et al. Eur Heart J 2021;42(36):3599–3726.
    (3) Jankowska EA, et al. Eur Heart J 2013; 34: 816-826.
    (4) Ponikowski et al. Lancet 2020; 396, 10266: 1895-1904

    Weitere Infos:
    www.herzstiftung.de/herzschwaeche-therapie
    www.herzstiftung.de/service-und-aktuelles/presse/pressemitteilungen/bedrohliche-herzschwaeche-kann-eisentherapie-helfen

    Tipp: Der Ratgeber „Das schwache Herz“ (180 S.) kann kostenfrei per Tel. unter 069 955128-400 oder unter www.herzstiftung.de/bestellug angefordert werden. Leicht verständlich informieren Herzexperten über Ursachen, Vorbeugung sowie über aktuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten der Herzschwäche. Weitere Infos unter www.herzstiftung.de/herzschwaeche-therapie

    Kontakt:

    Deutsche Herzstiftung
    Pressestelle
    Michael Wichert (Ltg.), Tel. 069 955128-114
    Pierre König, Tel. 069 955128-140
    E-Mail presse@herzstiftung.de
    www.herzstiftung.de

    Deutsche Stiftung für chronisch Kranke
    Schwabacher Str. 32, 90762 Fürth
    Adresse in Berlin:
    Pariser Platz 6, 10117 Berlin
    E-Mail: info@dsck.de
    Website: www.dsck.de


    Weitere Informationen:

    http://www.herzstiftung.de/herzschwaeche-therapie - Informationen für Herzschwächepatienten
    http://www.herzstiftung.de/service-und-aktuelles/presse/pressemitteilungen/bedro... - Forschungsförderung zur Eisentherapie
    http://www.herzstiftung.de - Website Deutsche Herzstiftung
    http://www.dsck.de - Website Deutsche Stiftung chronisch Kranker


    Anhang
    attachment icon PM_DHS_DSCK_Herzinsuffizienz-und-Eisenmangel_2021-11-25_FINAL

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


    Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, Kardiologe und Ärztlicher Direktor des Agaplesion Bethanien-Krankenhauses in Frankfurt am Main


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    Dr. med. Thomas M. Helms, Kardiologe und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Stiftung für chronisch Kranke


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