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06.12.2021 16:15

Wenn das Greifen schmerzt und schwerfällt

Charlotte Brückner-Ihl Presse, Kommunikation und Marketing
Justus-Liebig-Universität Gießen

    Digitale Seniorenvorlesung des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen für den Monat Dezember zum Thema „Daumen“ – Alle Vorträge dauerhaft online

    Schmerzen im Daumen, verminderte Kraft beim Greifen, Einschränkungen in der Bewegung: Die Rhizarthrose – degenerative Veränderungen des Daumensattelgelenkes – kennen viele ältere Patientinnen und Patienten aus eigener leidvoller Erfahrung. Mit der Rhizarthrose beschäftigt sich die digitale Seniorenvorlesung des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) im Monat Dezember. Dr. Christoph Schäfer, Leiter der Sektion Handchirurgie am UKGM am Standort Gießen, beschreibt in seinem Vortrag anschaulich die Ursachen, Folgen, Beschwerden und Behandlungsmöglichkeiten dieser Erkrankung, die typischerweise ab dem 50. Lebensjahr, häufig beidseits, auftritt und zehnmal mehr Frauen als Männer betrifft.

    Die Rhizarthrose oder Daumensattelgelenkarthrose tritt häufig auf: Allein in Deutschland kommt es wegen dieser Verschleisserkrankung zu rund 10.000 Krankenhausbehandlungen pro Jahr, erläutert Experte Dr. Schäfer. Begünstigend wirkten Rotationsbewegungen im Daumensattelgelenk, wie sie bei feineren Arbeiten mit der Hand ausgeführt werden – weshalb die Erkrankung im Volksmund auch unter „Hausfrauenarthrose“ bekannt gewesen sei. Schwere körperliche Arbeit sei kein Risikofaktor im Hinblick auf degenerative Veränderungen des Daumensattelgelenks.

    Dr. Christoph Schäfer ist Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie am UKGM in Gießen und leitet sowohl die Sektion Kindertraumatologie als auch die Sektion Hand- und Ellenbogenchirurgie. Der gebürtiger Freiburger lebt seit Beginn seines Medizinstudiums in Gießen. Nachdem er sich im Rahmen seiner Dissertation zunächst mit Veränderungen der Lunge beschäftigte, gelten seine Hauptinteressen seit Beginn seiner ärztlichen Tätigkeit der Unfallchirurgie und Orthopädie. Weit über die Universitätsstadt Gießen hinaus bekannt ist der Mediziner durch die Organisation und Leitung zahlreicher Workshops und Fortbildungskurse; zuletzt hatte Dr. Schäfer im September 2021 zusammen mit Prof. Dr. Dr. h.c. Christian Heiß die wissenschaftliche Leitung des „46. Handchirurgischen Operationskurses“ in Gießen inne.

    In der Seniorenvorlesung vermittelt Dr. Schäfer mit eindrucksvollem Bildmaterial die Anatomie des Daumensattelgelenkes, zeigt, wie Rotationsbewegungen zu Belastungsspitzen des Gelenks und in der Folge zur Degeneration führen können. Er betont, dass die Behandlung zunächst konservativ erfolgt – durch den Einsatz entzündungshemmender Medikamente, mit Orthesen, in bestimmten Situationen durch Cortison-Injektionen ins Gelenk oder mittels der sogenannten Radiosynoviorthese. Bei dieser nuklearmedizinischen Gelenktherapie wird durch Injektion von Rhenium 186, einer radioaktiven Substanz, die Gelenkschleimhaut verödet. Die wichtigste konservative Behandlungsmethode ist jedoch die Ergotherapie unter Anleitung spezialisierter Physiotherapeutinnen oder -therapeuten.
    Bei anhaltenden Beschwerden kommen operative Behandlungsmöglichkeiten in Betracht – von arthroskopischer Glättung der Gelenkflächen über Denervierung zur Schmerzbekämpfung bis hin zur Endoprothese. Wie eine solche Gelenkersatz-Operation abläuft, demonstriert Dr. Schäfer am Ende seines Vortrags eindrucksvoll und bietet den Gästen mit Hilfe von kurzen Videos Einblicke in den Operationssaal.

    „Die Zuhörerinnen und Zuhörer erwartet einmal mehr ein beeindruckender und anschaulicher Vortrag, der den Aufbau eines komplizierten Gelenks und dessen Probleme gut verständlich darstellt“, verspricht Prof. Dr. Bettina Kemkes-Matthes, Fachärztin für Innere Medizin (JLU), die die Seniorenvorlesungen organisiert. Der aktuelle Beitrag ist – wie die vorhergehenden Vorträge auch – abrufbar über www.med.uni-giessen/senioren.

    Termin
    Seniorenvorlesung für den Monat Dezember 2021: www.med.uni-giessen.de/senioren
    Auch die Vorträge aus den vergangenen beiden Semestern sind auf der Homepage weiterhin verfügbar.

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    Die 1607 gegründete Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist eine traditionsreiche Forschungsuniversität, die rund 27.500 Studierende anzieht. Neben einem breiten Lehrangebot – von den klassischen Naturwissenschaften über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften bis hin zu Sprach- und Kulturwissen¬schaften – bietet sie ein lebenswissenschaftliches Fächerspektrum, das nicht nur in Hessen einmalig ist: Human- und Veterinärmedizin, Agrar-, Umwelt- und Ernährungswissenschaften sowie Lebensmittelchemie. Unter den großen Persönlichkeiten, die an der JLU geforscht und gelehrt haben, befindet sich eine Reihe von Nobelpreisträgern, unter anderem Wilhelm Conrad Röntgen (Nobelpreis für Physik 1901) und Wangari Maathai (Friedensnobelpreis 2004). Seit dem Jahr 2006 wird die Forschung an der JLU kontinuierlich in der Exzellenzinitiative bzw. der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Bettina Kemkes-Matthes
    E-Mail: Bettina.Kemkes-Matthes@innere.med.uni-giessen.de


    Weitere Informationen:

    http://www.med.uni-giessen.de/senioren


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


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