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14.12.2021 11:09

Neue Publikation inforex der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus thematisiert rechtsextremistische Aufmärsche

Christiane Gandner M.A. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hochschule Koblenz - University of Applied Sciences

    Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR) Rheinland-Pfalz hat neun Regionalstellen unter zivilgesellschaftlicher Trägerschaft – eine davon in der Hochschule Koblenz im Büro für Gleichstellung und Diversity, zuständig für die Stadt Koblenz, die Stadt Neuwied sowie die Landkreise Neuwied, Mayen-Koblenz und Ahrweiler. Zu den Aktivitäten der MBR Rheinland-Pfalz gehört die Herausgabe des Magazins „Informationen gegen Rechtsextremismus“ (inforex), das sich in unregelmäßigen Abständen jeweils mit einem bestimmten Aspekt von Rechtsextremismus näher befasst. Die aktuelle Ausgabe 04/2021 beleuchtet das Thema „Rechtsextremistische Aufmärsche – Einordnung und Handlungsempfehlungen“.

    Die neueste Ausgabe der „inforex“ zeigt auf, wie die Zivilgesellschaft auf rechtsextreme Raumnahme in Form von Versammlungen reagieren und sich aktiv einmischen kann. Rheinland-pfälzische Bündnisse, Vereine und Gruppen, die regelmäßig öffentlichen Protest gegen rechtsextreme Kundgebungen und Aufmärsche artikulieren, sprechen über ihre besten Aktionen und teilen ihre Erfahrungen. So schildert Michaela Schmitt in ihrem Beitrag „Die öffentliche Aufmerksamkeit lässt bei unveränderten Ritualen wieder nach“ den langjährigen Einsatz des „Bündnis Remagen für Frieden und Demokratie“ gegen den dort jährlich stattfindenden geschichtsverfälschenden Neonazi-Aufmarsch und erläutert, warum das Bündnis seine Aktivitäten kontinuierlich und kreativ fortsetzt. Auch in Zweibrücken marschieren Neonazis mit einer ähnlichen Agenda auf. Die antifaschistische Gruppe „Solidarische Rose Zweibrücken“ hält demonstrativ dagegen: „Wir müssen den Nazis ihre Wohlfühlzone streitig machen.“

    Inge Heimer von den „Omas gegen Rechts – Kandel und Südpfalz“ berichtet von einer ganz besonderen, im Geheimen geplanten Aktion, zu der Großmütter aus ganz Deutschland nach Halle anreisten, und appelliert an die Stadt in der Südpfalz: „Kandel soll aufhören, den Kopf in den Sand zu stecken.“ Welchen Anteil das „Ingelheimer Bündnis gegen Rassismus und Gewalt e.V.“ an einer gemeinsamen Aktion demokratischer Stadtratsfraktionen hat, erläutert sein Sprecher Dieter Engelhard und unterstreicht: „Vertrauen bildet die Basis für gemeinsame Aktionen.“ Die Stadt sieht sich seit 2019 mit vielen Versammlungen Rechtsextremer konfrontiert.

    Thomas Kupczik vom Verein „Für ein buntes Trier – gemeinsam gegen Rechts“ blickt zurück auf zehn Jahre Erfahrung im Umgang mit NPD-Kundgebungen. Eine praktische Erkenntnis lautet: „Posaunen und Trompeten lassen sich vom Ordnungsamt nicht herunterregeln.“ Das Bündnis „Solidarisches Wittlich“ gründete sich während der Pandemie und bringt sich seither gegen Corona-Rebellen (siehe „inforex“ #3) ein. „Demonstrationen sind hier eine Seltenheit“, sagt Theresa über eine der Besonderheiten ihrer Aktivitäten in dem Mittelzentrum und verweist auf die sich hieraus ergebenden Herausforderungen.

    Außerdem zeigt Alex Wißmann an ausgewählten Beispielen die Entwicklung des Rechtsextremismus in Rheinland-Pfalz auf. Andreas Portugall und Philipp Reichert zeichnen in ihrem Beitrag „Zwischen Kontinuität und Wandel“ den langfristigen Bedeutungsverlust klassischer rechtsextremer Parteien und Kameradschaften und den Aufstieg des Rechtspopulismus am Beispiel Kandels nach, wo seit 2018 rassistische Demonstrationen die überregionale Wahrnehmung der Stadt prägen.

    Professor Fabian Virchow von der Hochschule Düsseldorf gibt im Interview einen Überblick, welche Funktionen speziell solche Aufmärsche erfüllen sollen, und betont: „Rechtsextreme Versammlungen sind auch als Machtdemonstration gedacht.“ Die Karte „Aktiv gegen Rechtsextremismus“ versucht dagegen, zu veranschaulichen, welche zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteure sich gegen Rechtsextremismus einbringen. Sie richtet sich primär an die Leserinnen und Leser, die Verbündete für ihr Engagement suchen. Verbündete finden sie auch im Deutschen Gewerkschaftsbund. Dietmar Muscheid betont in seinem Grußwort die Bedeutung von Solidarität im Kampf gegen Rechtsextremismus und -populismus. Bis November 2021 war er Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland.

    Schließlich resümiert Melissa Kinner von der „Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Rheinland-Pfalz“ Empfehlungen, die speziell helfen können, rechtsextremen Aufmärschen entgegenzutreten. „Handeln statt hoffen!“, lautet die Maxime.

    Gedruckte Exemplare können jederzeit kostenlos unter koblenz@dgb.de bestellt werden. Online sind alle Ausgaben einsehbar unter https://koblenz.dgb.de/mbr und https://demokratiezentrum.rlp.de/de/inforex/.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dominik Enders
    enders@hs-koblenz.de


    Weitere Informationen:

    https://demokratiezentrum.rlp.de/de/inforex/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Pädagogik / Bildung, Politik
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Die neueste Ausgabe der inforex thematisiert rechtsextremistische Aufmärsche.


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