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22.02.2022 21:56

Digitale Jahrestagung der DGPK 2022 - Preisverleihungen an Ärzte, Forscher und Wissenschaftler

Prof. Dr. med. Angelika Lindinger Geschäftsstelle DGPK
Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler e.V. (DGPK)

    Auf der 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und angeborene Herzfehler e.V. (DGPK) vom 18. bis 20.Februar 2022 wurden Wissenschaftspreise und Forschungsförderungen für besondere Leistungen an Ärzte, Forscher und Wissenschaftler verliehen. Dabei wurden sowohl klinische Forschungsprojekte als auch Studien aus dem theoretisch-medizinischen Bereich ausgezeichnet.

    Ein wichtiges klinisches Studienprojekt hat sich die Aufgabe gestellt, die Langzeitfolgen von Reanimation im Kindesalter zu untersuchen. Es wurde mit der DGPK-Forschungsförderung in Höhe von 15.000 € ausgezeichnet, die an Frau Dr. Franziska Markel, Klinik für Kinderkardiologie, Herzzentrum, Universität Leipzig, vergeben wurde für das Projekt “Pro-CHD-Registry study (Pediatric Resuscitation Outcome in Children with Heart Disease)”. Es handelt es sich um ein prospektives multizentrisches Register zur Erfassung von Reanimationsereignissen bei Neugeborenen und Kindern mit erworbenen und angeborenen Herzfehlern, in dem neben der Morbidität und Mortalität insbesondere der neurologische Langzeitverlauf der Kinder erfasst werden soll.

    Über Zusammenhänge von Darm- und Herzfunktion wurde in jüngster Zeit mehrfach berichtet. Sie waren auch Gegenstand der Forschung von Privatdozent Dr. Jakob A. Hauser, der am University College London, Center for Translational Cardiovascular Imaging, und am Kinderherzzentrum Wien der Medizinischen Universität, arbeitete und den mit 5.000 € dotierten Wissenschaftspreis 2022 entgegennehmen konnte für seine Arbeit “Postprandial Vascular Dysfunction Is Associated With Raised Blood Pressure and Adverse Left Ventricular Remodeling in Adolescent Adiposity”. Die Ergebnisse wurden in dem renommierten Journal Circulation Cardiovascular Imaging publiziert. Die Untersuchungen an 82 gesunden Jugendlichen zeigten, dass eine abgeschwächte Vasodilatation des Darmes nach einer standardisierten Mahlzeit mit einem höheren Ruheblutdruck und einer höheren linksventrikulären Masse vergesellschaftet war. Auch scheint eine verminderte postprandiale mesenterielle Vasoreaktivität diejenigen Jugendlichen mit potenziell erhöhtem kardiovaskulärem Risiko zu kennzeichnen.

    Eine von der Deutschen Herzstiftung e.V. aus dem Gerd-Killian-Fond mit 60.000 € dotierte Förderung wurde zusammen mit der DGPK verliehen an Frau Dr. Franziska Seidel, Klinik für Angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie, Deutsches Herzzentrum Berlin, für die Arbeit „Einfluss endogener und exogener Inflammation im BAG3-induzierten Modell der dilatativen Kardiomyopathie“. Die Studie soll endogene und exogene Auswirkungen von Inflammation in einem genetischen Modell für dilatative Kardiomyopathie untersuchen. Dafür werden differenzierte Kardiomyozyten mit Mutation des BAG3-Gens, hergestellt aus humanen induzierten pluripotenten Stammzellen (hiPSC), mit Kontoll-hiPSC-CM verglichen. Im 3D-engineered heart tissue-Modell soll die Auswirkung exogener Inflammation auf das Kontraktionsverhalten analysiert werden.

    Der Young Investigator Award, dotiert mit 1.000 €, ging an Frau Nina Schraps, Kinderkardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin, Universitätsklinikum Gießen, für ihre Forschung zu dem Thema “Fundamental differences in cell survival and molecular stress response in embryonic compared to adult cardiomyocytes subjected to mitochondrial dysfunction”. Die Arbeit beschreibt die Unterschiede zwischen erwachsenen und embryonalen Kardiomyozyten hinsichtlich der molekularen Stressantwort und des Überlebens unter mitochondrialer Dysfunktion. Einsichten in die embryonalen Überlebensmechanismen können dazu beitragen, die Stresstoleranz von adulten Kardiomyozyten besser zu verstehen.

    Der Posterpreis in Höhe von 1.000 €, gestiftet von der GETEMED Medizin- und Informationstechnik AG, wurde an Frau Dr. Anna-Eva Blank, Kinderkardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin, Universitätsklinikum Gießen, vergeben für die Arbeit „Postoperative Heart Rate Control with Esmolol in Newborn Cardiac Surgery with Cardiopulmonary Bypass”. Dabei wurden Untersuchungen zur postoperativen Herzfrequenzmodulation nach Herz-Lungen-Maschinen-Operation bei Neugeborenen analysiert. Es wurde gezeigt, dass mit dem kurz wirksamen Beta-1-selektiven Betablocker Esmolol eine Frequenzmodulation mit dem Ziel einer Reduktion der Herzfrequenz bei Sinustachykardie und damit des myokardialen Sauerstoffverbrauchs erzielt werden konnte im Sinne einer Ökonomisierung der Herzkreislaufleistung.

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    Ansprechpartner:

    Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler e.V.
    Prof. Dr. Angelika Lindinger, Öffentlichkeitsarbeit
    Tel.: 06848/1616
    mobil: 0172/6865191
    angelika.lindinger@uks.eu

    Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborenen Herzfehler e.V. (DGPK) ist eine gemeinnützige medizinische Fachgesellschaft mit dem Ziel der Förderung von Wissenschaft, Diagnostik und Therapie sowie der Prävention von angeborenen und erworbenen Herz- und Kreislauferkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Sie nimmt Belange der Lehre (Ausbildung, Fort- und Weiterbildung) sowie die Erstellung von Leitlinien wahr.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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