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22.03.2022 09:28

Transformative Service-Initiativen: Dienstleistungen für den Wandel

Bianca Volk Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V.

    Aktuell nimmt Deutschland wieder viele Geflüchtete auf – eine nicht nur ökonomische, sondern auch soziale Herausforderung. Transformative Service-Initiativen (TSIs) sind Aktivitäten von Organisationen (Public, Private und Nonprofit-Organisationen) und/oder Freiwilligen mit dem Ziel des Wohlergehens und der Integration von vulnerablen Gruppen in die Gesellschaft. VHB expert Silke Boenigk, Professorin für BWL, insb. Management von Öffentlichen, Privaten und Nonprofit-Organisationen an der Universität Hamburg, erforscht die Wirkung des Projekts #UHHhilft.

    Integration Geflüchteter: eine Transformative Service Initiative
    Das Flüchtlingsintegrationsprojekt #UHHhilft der Universität Hamburg ist ein aktuelles Beispiel für eine „Transformative Service Initiative“ (TSI). Gestartet während der Flüchtlingskrise in 2015, beinhaltet das Projekt ein Netzwerk an sozialen Partnern und zahlreiche Maßnahmen, wie zum Beispiel die Hilfe bei der Anerkennung von Zeugnissen, Sprachunterricht, Beratung oder der Besuch von Vorlesungen.

    Drei aufeinander aufbauende Phasen der Integration
    Konzeptionell werden TSIs grob in drei Phasen unterschieden. In der Aufmerksamkeitsphase (awareness phase) geht es um die adäquate Bekanntmachung der Initiative bei den vulnerablen Zielgruppen. In der darauffolgenden Teilnahmephase (alignment phase) findet eine Anpassung der eigenen Kompetenzen statt, die am Ende des Prozesses z.B. befähigen, eine Studienplatzbewerbung abzugeben. Die Zugangsphase (access phase) kennzeichnet das erfolgreiche Ende der TSI und bildet den ersten Schritt in Richtung einer verbesserten Integration in die Gesellschaft.

    TSIs leisten einen Beitrag zum Zugang zu Bildung
    Die ersten empirischen Befunde deuten darauf hin, dass die Planung und Umsetzung von TSIs einen Beitrag zum Zugang zu Bildung leisten können. Zum Beispiel zeigten sich signifikante Effekte auf die Bewerbung und den Erhalt eines Studienplatzes bei aktiver Teilnahme an der TSI. Weiter zeigt sich, dass Geflüchtete eigene Strategien entwickeln, um existierende Teilhabe-Barrieren zu überwinden. Die sog. „Counseling Strategy“ beispielsweise beinhaltet, dass Beratungsangebote der TSI wiederkehrend und über das normale Maß hinaus in Anspruch genommen werden, bis letztlich alle offenen Fragen geklärt sind.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Silke Boenigk
    Universität Hamburg
    Professur für BWL, insb. Management von Öffentlichen, Privaten und Nonprofit Organisationen
    E-Mail: Silke.Boenigk@uni-hamburg.de
    Tel: +49 40 42838-7552


    Originalpublikation:

    Boenigk, S., Aaron A. Kreimer, Annika Becker, Linda Alkire, Raymond P. Fisk, Sertan Kabadayi (2021). Transformative Service Initiatives: Enabling Access and Overcoming Barriers for People Experiencing Vulnerability. Journal of Service Research, online first: https://doi.org/10.1177/10946705211013386.


    Weitere Informationen:

    https://vhbonline.org/vhb-experts


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
    Deutsch


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