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24.03.2022 16:44

Künstliche Intelligenz hält Einzug in Fachdisziplinen - Landesförderung für neues Forschungsprojekt „Datencampus“

Claudia Eulitz Presse, Kommunikation und Marketing
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

    Den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) über Forschungsdisziplinen hinweg vorantreiben. Die Digitalisierung der Wissenschaft in Schleswig-Holstein nachhaltig fördern. Mit neuesten Erkenntnissen aus der Informatik aktuelle gesellschaftliche und wirtschaftliche Fragen zielführend beantworten. Diese Ziele setzt sich das neue Forschungsprojekt „KI@CAU Datencampus Kiel“ an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Das Projekt erhält dafür rund zwei Millionen Euro vom Land Schleswig-Holstein. Die Laufzeit beträgt drei Jahre. Heute (Donnerstag, 24. März) übergab Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei, den Förderbescheid an das Kieler Projektteam.

    „Mit dem Datencampus bündeln wir für den Hochschulstandort Kiel Wissen, Methoden und Kompetenzen rund um Daten und KI und heben den Wissens- und Technologietransfer so auf ein neues Level“, sagte Schrödter: „Schleswig-Holstein hat die Megatrends KI und Data Science schon früh erkannt. Jetzt schaffen wir einen weiteren wichtigen Meilenstein, damit wir die Megatrends auch in Zukunft mitgestalten.“ An der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel entstehe in Kooperation mit der Fachhochschule Kiel eine Daten- und KI-Plattform, die Technologie direkt dort hinbringe, wo sie zur praktischen Anwendung gelangt.

    Impulse für die digitale Transformation

    „Die Kieler Universität befindet sich, wie die Wissenschaft insgesamt und alle anderen Bereiche der Gesellschaft, mitten in der digitalen Transformation. Projekte wie der Datencampus setzen in dieser wichtigen Phase den entscheidenden Auslöser, um digitale Potenziale für wissenschaftlichen Fortschritt bestmöglich zu nutzen“, betont Vizepräsident Professor Eckhard Quandt. „Damit wirkt der Datencampus zugleich als Impulsgeber für Innovationen an der CAU, am KI-Standort Schleswig-Holstein und darüber hinaus.“

    „Bisher arbeiten wir in der Informatik oft nur mit Beispieldatensätzen, während in den Anwendungsdisziplinen häufig nicht die neusten Methoden der Informatik für die Datenverarbeitung genutzt werden“, erklärt Professor Dirk Nowotka, der das Projekt gemeinsam mit Professor Olaf Landsiedel, Professorin Agnes Koschmider und Professor Matthias Renz an der CAU verantwortet. „Aus der Zusammenarbeit beider Disziplinen werden ganz neue Einsichten in große Datenmengen möglich. Damit können wir neue Zusammenhänge in Daten aufdecken, die bislang verborgen blieben.“
    Künstliche Intelligenz im Doppelpack

    Um die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Datencampus aus der Taufe zu heben, werden die drei Informatiker und die Informatikerin vier Tandems mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern anderer Fachdisziplinen bilden. Sie bündeln innovative Methoden der Datenverarbeitung mit der praktischen Anwendung in der Forschung. Gemeinsam entwickeln und beantworten die Tandems neuartige, fachübergreifende Forschungsfragen.

    Als technisches Herzstück entwickeln die Forschenden eine virtuelle Daten- und KI-Plattform. Hier sollen die Tandems moderne Datenanalyse- und KI-Methoden testen und deren Einsatz im Forschungsprozess der jeweiligen Disziplinen erproben.

    Die vier Tandems bilden (zusammen mit ihren jeweiligen Arbeitsgruppen):

    • Professor Dirk Nowotka und Professor Marco Liserre, Thema: Intelligent Battery Management Strategy based on Machine Learning Technology (Elektrotechnik)
    • Professorin Agnes Koschmider mit Professor Michael Krawczak und Professor Sebastian Graf von Kielmannsegg, Thema: Biobanken (Medizin/Big Data and Privacy)
    • Professor Matthias Renz und PD Dr. Tim Kerig, Thema: Big Exchange (Archäoinformatik)
    • Professor Olaf Landsiedel mit Professor Kai Roßnagel, Thema: Edge AI for Data Analytics in Free Electron Lasers (Physik)

    „Das Konzept der Tandems ist auf alle Fachgebiete anwendbar“, betont Nowotka. Ein potenzielles Gebiet sieht er zum Beispiel in den Meereswissenschaften. Großflächig erhobene Messdaten und satellitenbasierte Monitorings liefern große Datenmengen. Sie bieten enorm viel Potenzial, etwa um Ozeanmodelle zur Verbesserung von Klimavorhersagen zu entwerfen oder die aktuellen Auswirkungen des Klimawandels noch greifbarer zu machen. Weitere Anwendungsbereiche der KI-Methoden sieht Nowotka auch in der Medizin, etwa bei biomedizinischen Bildgebungsverfahren oder in der KI-unterstützten Diagnostik: „Es gibt hier wie in vielen Fachbereichen Optimierungspotenziale, die wir durch den Einsatz neuester KI-Technologie ausschöpfen wollen.“

    Von der Theorie in die Praxis

    Ebenfalls Gegenstand des „Datencampus“ ist die Ausweitung auf die anwendungsorientierte Forschung. Hier kommt die Fachhochschule (FH) Kiel mit ihrer langjährigen Erfahrung im Technologietransfer in die Wirtschaft ins Spiel. „Die Anwendungsorientierung bringt einen äußerst sinnvollen Aspekt in den Datencampus und rundet den Forschungszyklus ab“, sagt Professor Stephan Schneider, Projektleiter bei der FH Kiel. „Erst durch den Einsatz in der Praxis lässt sich die Nützlichkeit einer KI-Lösung bestimmen. So können wir wertvolle Erkenntnisse zu KI-Methoden und -Modellen gewinnen, die dann ihrerseits in den Forschungsprozess einfließen.“

    Die breite Palette an Anwendungsdomänen macht den Datencampus attraktiv und einzigartig. Schneider ergänzt: „Gemeinsam mit starken Partnern aus Wirtschaft und Verwaltung wollen wir Anwendungsmöglichkeiten von KI und Data Science identifizieren und diese mit unserer Forschung flankieren.“

    Fotos stehen zum Download bereit:
    http://www.uni-kiel.de/de/pressemitteilungen/2022/042-datencampus-alle-pm.jpg
    Im Beisein von Andreas Hennig (v. l.), KI-Transfer-Hub Schleswig-Holstein nahmen Ina Eirich und Stephan Schneider von der Fachhochschule Kiel den Förderbescheid von Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei, entgegen. CAU-Vizepräsident Eckhard Quandt und die Projektbeteiligten Dirk Nowotka und Olaf Landsiedel erhielten ebenfalls einen Förderbescheid aus den Händen des Staatssekretärs.
    © Jürgen Haacks, Uni Kiel

    http://www.uni-kiel.de/de/pressemitteilungen/portraitbilder/vier-projektbeteiligte-cau.jpg
    Collage der vier CAU-Projektleitungen: Dirk Nowotka, Matthias Renz, Agnes Koschmider und Olaf Landsiedel.
    © Jürgen Haacks & Anna Pries, Uni Kiel

    Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
    Presse, Kommunikation und Marketing, Eva Sittig, Text/Redaktion: Claudia Eulitz/Christin Beeck
    Postanschrift: D-24098 Kiel, Telefon: (0431) 880-2104, Telefax: (0431) 880-1355
    E-Mail: presse@uv.uni-kiel.de Internet: www.uni-kiel.de Twitter: www.twitter.com/kieluni
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    Weitere Informationen:

    http://www.uni-kiel.de/de/detailansicht/news/042-datencampus


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Informationstechnik
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
    Deutsch


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