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31.03.2022 11:13

„Menschen – Methodik – Erfolge“: Film ab für das Betriebliche Praxislaboratorium bei der AUDI AG

Frank Seiß Öffentlichkeitsarbeit
ISF München - Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V.

    Die deutsche Automobilindustrie steht mitten in einem historischen Transformationsprozess. Dass Beschäftigte ihn auf Augenhöhe und über Hierarchien hinweg mitgestalten können, beweist das Betriebliche Praxislaboratorium „Flexibler Einsatz in der Schicht“ bei der AUDI AG. Das im Rahmen von #WomenDigit initiierte und durchgeführte Transformationsprojekt zeigt, wie der Wandel vom klassischen Industriekonzern zur agilen „Mitmachorganisation“ gelingen kann. In unserem Film „Menschen – Methodik – Erfolge“ lassen wir das Lab Revue passieren und seine Akteurinnen und Akteure sowie namhafte Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik und Gewerkschaften zu Wort kommen.

    „Wir haben den Beschäftigten das Heft des Handelns in die Hand gegeben“, sagt Dr. Kira Marrs, Projektleiterin des Forschungsvorhabens #WomenDigit. „Und das Lab-Team hat die Chance ergriffen, um den Wandel der Audi-Arbeitswelt in Eigenregie voranzutreiben.“ Betriebliche Praxislaboratorien sind eine am Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF) München entwickelte Methodik, die Beschäftigte in die Lage versetzen soll, in ihren Unternehmen komplexe Transformationsprozesse agil, beteiligungsorientiert und sozialpartnerschaftlich mitzugestalten. Nachdem diese ergebnisoffenen Lern- und Experimentierräume in den indirekten Bereichen namhafter Unternehmen bereits mehrfach erfolgreich zum Einsatz gekommen sind, ist das Audi-Laboratorium „Flexibler Einsatz in der Schicht“ das erste, das in der industriellen Produktion angesiedelt ist.

    Zukunftsweisendes Gestaltungsinstrument für die Digitalökonomie
    Management und Interessenvertretung der AUDI AG ziehen eine positive Bilanz zum Laboratorium. „Vor allem Frauen waren in diesem Projekt die Macherinnen“, erklärt Dr. Sabine Maaßen, Arbeitsdirektorin und Vorständin Personal und Organisation der AUDI AG. „Und sie haben sich für ein Thema eingesetzt, das keineswegs nur Frauen betrifft. Jeder dritte Beschäftigte bei Audi hat Interesse daran in einem flexiblen Arbeitszeitmodell zu arbeiten.“ Für Peter Mosch, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der AUDI AG, ist das Lab nicht nur ein „Meilenstein im Gesamtprozess der Transformation bei Audi“, sondern auch ein „Projekt zur Zukunft der Mitbestimmung in Zeiten des digitalen Umbruchs“. Nach dem offiziellen Ende des Projekts geht das Betriebliche Praxislaboratorium „Flexibler Einsatz in der Schicht“ nun in Eigenregie weiter. „Das ist ein Riesenerfolg – für das Lab-Team aus der Produktion, aber auch für eine Methodik, die über die AUDI AG und die Automobilbranche hinaus zukunftweisend ist“, sagt Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall. „Um in der Digitalökonomie mithalten zu können, brauchen wir eine direkte Beteiligung der Beschäftigten und eine zeitgemäße Mitbestimmung “, betont Benner. „Betriebliche Praxislaboratorien sind das richtige Instrument, um diesen Wandel voranzutreiben.“

    Flexibles Arbeitszeitmodell für die Produktion
    Im Rahmen des Labs haben Mitarbeitende aus verschiedenen Bereichen der Audi-Lackiererei in Ingolstadt – von der Fertigungskraft über die Industriemechanikerin und Fahrzeuglackiererin bis hin zur Sachbearbeiterin und zum Gruppenleiter – Lösungen zur Flexibilisierung des starren Schichtmodells in der Automobilindustrie erarbeitet und erfolgreich erprobt. Unterstützt wurden sie dabei von Management, Betriebsrat und Wissenschaftlerinnen des ISF München. Das gemeinsame Ziel: die Entwicklung eines zukunftsfähigen Arbeitszeitmodells, das auch in der getakteten Produktion die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und eine gendergerechte Arbeitsgestaltung ermöglicht. „Dass Produktionsbeschäftigte ihre Arbeitszeiten der Zukunft in einem ergebnisoffenen Prozess mitgestalten können, ist Ausdruck eines gewaltigen Umdenkens“, betont Arbeitsforscherin Marrs.

    Blick hinter die Kulissen eines außergewöhnlichen Projekts
    Mit dem Film „Menschen – Methodik – Erfolge“, der am 30. März 2022 in Ingolstadt Premiere gefeiert hat, ermöglichen das ISF München und der Audi Betriebsrat Ingolstadt einen Blick hinter die Kulissen dieses außergewöhnlichen Transformationsprojekt. Die Dokumentation lässt die Arbeit im Lab Revue passieren, dessen Promotorinnen und Promotoren zu Wort kommen und sie erklärt die Methodik dahinter. Namhafte Expertinnen und Experten ordnen die Bedeutung des Labs ein in die Transformation der AUDI AG und der digitalen Arbeitswelt insgesamt. Neben Christiane Benner, Sabine Maaßen und Peter Mosch äußern sich hier Björn Böhning, ehem. Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, und Peter Kössler, ehem. Vorstand Produktion und Logistik der AUDI AG. „Es ist ein Film von und mit engagierten Menschen, die neue Wege in der Gestaltung von Unternehmen gehen wollen“, erläutert Marrs.
    Zum Film geht es hier: https://womendigit.de/#aufbruch-zur-gestaltung/1
    Weitere Informationen zum Praxislaboratorium „Flexibler Einsatz in der Schicht“: https://womendigit.de/werkstattberichte/
    Weitere Informationen zur Methodik der Praxislaboratorien: https://womendigit.de/warum-praxislaboratorien/

    Kontakt und Projektleitung
    Dr. Kira Marrs, ISF München, Jakob-Klar-Straße 9, 80796 München, +49 (0)89 272921-0, kira.marrs@isf-muenchen.de, https://www.isf-muenchen.de

    Pressekontakt
    Dr. Jutta Witte, Surpress GbR, Appenbergstraße 11, 72072 Tübingen, +49 (0) 7472 9487769, jutta.witte@gmx.de, https://www.surpress.org
    Frank Seiß, ISF München, +49 (0)89 272921-78, frank.seiss@isf-muenchen.de,
    https://www.isf-muenchen.de

    Zum Projekt #WomenDigit
    Das Projekt #WomenDigit (Laufzeit: 1. November 2018 bis 31. Juli 2022) wird im Rahmen der INQA-Förderrichtlinie „Zukunftsfähige Unternehmen und Verwaltungen im digitalen Wandel“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) unter dem Dach der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) gefördert und durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin fachlich begleitet. Unter Federführung des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. (ISF) München beteiligen sich die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der Betriebsrat der AUDI AG Ingolstadt, Atruvia AG, Gothaer Systems GmbH, RatePay GmbH, Siemens AG, Volkswagen AG und IG Metall sowie Bitkom e.V. an dem Projekt.
    Weitere Informationen unter https://www.womendigit.de,
    https://inqa.de/DE/wissen/vielfalt/chancengleichheit/chancengleichheit-women-dig...

    Die Initiative Neue Qualität der Arbeit: Zukunft sichern, Arbeit gestalten
    Attraktive Arbeitsbedingungen sind heute mehr denn je ein Schlüssel für Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland und bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Fachkräftesicherung in Unternehmen und Verwaltungen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unterstützt daher mit der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) eine Plattform, auf der sich Verbände und Institutionen der Wirtschaft, Unternehmen, Gewerkschaften, die Bundesagentur für Arbeit, Sozialversicherungsträger, Kammern und Stiftungen gemeinsam mit der Politik für eine neue, nachhaltige Arbeitskultur einsetzen – entlang der Themenfelder Personalführung, Gesundheit, Wissen & Kompetenz sowie Chancengleichheit & Diversity. Als unabhängiges Netzwerk bietet die Initiative konkrete Beratungs- und Informationsangebote für Betriebe und Verwaltungen sowie vielfältige Austauschmöglichkeiten in zahlreichen – auch regionalen – Unternehmens- und Branchennetzwerken.
    Weitere Informationen unter https://www.inqa.de.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Kira Marrs, ISF München, Jakob-Klar-Straße 9, 80796 München, +49 (0)89 272921-0, kira.marrs@isf-muenchen.de, https://www.isf-muenchen.de


    Bilder

    Ein Film im Rahmen des Forschungsprojekts #womendigit
    Ein Film im Rahmen des Forschungsprojekts #womendigit


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Informationstechnik, Politik, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

    Ein Film im Rahmen des Forschungsprojekts #womendigit


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