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06.04.2022 11:55

Open Science global betrachtet bedeutet Inklusion und Gerechtigkeit

Dr. Doreen Siegfried Marketing und Öffentlichkeitsarbeit
ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft

    Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und der Leibniz-Forschungsverbund Open Science luden vom 8. bis 10. März 2022 zur internationalen Open Science Conference. Teilnehmer:innen aus 49 Ländern aus Europa, Afrika, Asien, Australien sowie Süd- und Nordamerika diskutierten, wie Open Science in der Praxis konkret umgesetzt wird und welche Entwicklungen die globale Bewegung aktuell prägen. URL: http://www.open-science-conference.eu

    Vom 8. bis 10. März 2022 kamen 283 Teilnehmer:innen aus 49 Ländern virtuell zur neunten Open Science Conference zusammen, um Open-Science-Umsetzungen insbesondere aus einer globalen Perspektive zu erörtern. Im Zentrum der diesjährigen Konferenz standen insbesondere die Fragen: Wie hat sich die Erwartungshaltung an Open-Science-Proponent:innen weltweit gewandelt bzw. erweitert? Und wie ist offene Forschung mit den verschiedenen Herausforderungen der (digitalen) Transformation des Wissenschaftssystems verwoben?

    Professor Klaus Tochtermann, Chair der Konferenz, betonte in seiner Eröffnung, dass sich seit der letzten Konferenz 2021 viel in der Open-Science-Bewegung getan habe. Beispielsweise fordert die EU nun für Forschungsanträge des Rahmenprogramms „Horizon Europe“ ein klares Statement zur Unterstützung offener Praktiken. Die EU hatte das Thema Open Science bereits 2015 auf die Forschungsagenda gesetzt mit dem Fokus auf Open Innovation, Open Science und Open to the World. Zudem startete die EU-Kommission kürzlich eine Initiative, um das bestehende System der Forschungsevaluierung zu reformieren. Tochtermann hob angesichts des Ukraine-Krieges in diesem Zusammenhang aber auch die Wichtigkeit von wertegeleiteter Wissenschaftsdiplomatie und Wissenschaftsfreiheit hervor, in denen globale Kooperation eine zentrale Rolle spielt.

    Neben „Klassikern“ wie Forschungsdaten, gesellschaftlicher Teilhabe und Wissenschaftskommunikation waren die diesjährigen Beiträge unter anderem durch Folgendes geprägt:

    • Die Vorstellung der UNESCO Recommendation on Open Science und die anschließende Paneldiskussion zeigten, wie stark der Open-Science-Diskurs mittlerweile durch eine globale Betrachtung geprägt ist. Neben bisherigen Aspekten wie Transparenz und Nachvollziehbarkeit liegen neue Schwerpunkte auf Inklusivität, Diversität von Wissenschaftskulturen und Gerechtigkeit. Betont wurde der Anspruch, dass alle Menschen weltweit gleichermaßen Zugang zu (offener) Wissenschaft haben und vom wissenschaftlichen Fortschritt profitieren sollen.

    • Open Science als gute wissenschaftliche Praxis im digitalen Zeitalter kann nicht isoliert betrachtet werden. Die Umsetzung von Open Science ist abhängig von einer grundsätzlichen Transformation des Wissenschaftssystems und der Beschäftigungssituation jenseits der Professur. Eine wesentliche Rolle spielt der überhitzte Wettbewerb unter Wissenschaftseinrichtungen sowie die wachsende Anwendungs- und Effizienzorientierung. Die Diskussion rund um Offenheit zeigte auf, welche Probleme im Wissenschaftssystem transparente und robuste Forschung immer noch behindern.

    • Die Open-Science-Bewegung muss unbeabsichtigte negative Effekte im Blick haben, wie beispielsweise Double Dipping der Verlagskonzerne im Kontext von Open Access, Data Tracking oder die neue Urheberrechtsausnahme für Text- und Data-Mining für wissenschaftliche Forschungszwecke.

    Werfen Sie mit uns einen Blick zurück auf die Open Science Conference 2022:

    Zu den Tagungs-Highlights auf ZBW MediaTalk: https://www.zbw-mediatalk.eu/de/2022/04/open-science-conference-2022-neue-heraus...

    Zum Programm: https://www.open-science-conference.eu/#programme

    Zu den Konferenzfolien & Postern auf Zenodo: https://zenodo.org/communities/osc2022

    Zu den OSC-Zeichnungen: https://www.open-science-conference.eu/#drawings

    Über die Open Science Conference:
    Die Open Science Conference ist die neunte internationale Fachtagung des Leibniz-Forschungsverbundes Open Science. Die Tagung richtet sich an die global wachsende Open-Science-Bewegung und bietet ein einmaliges Forum, wo sich Forschende, Fachleute aus Bibliotheken, Fachexpert:innen aus der Wissenschaftspolitik und weitere Stakeholder zu Diskussionen sowie zum Austausch von Ideen und praktischen Erfahrungen zusammenfinden. Die International Open Science Conference wird veranstaltet von der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (www.zbw.eu) sowie dem Leibniz-Forschungsverbund Open Science (https://www.leibniz-openscience.de). URL: http://www.open-science-conference.eu

    Über die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft:
    Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) ist die weltweit größte Informationsinfrastruktur für die Wirtschaftswissenschaften. Die Einrichtung beherbergt rund 4 Millionen Medieneinheiten und ermöglicht den Zugang zu Millionen wirtschaftswissenschaftlicher Online-Dokumente. Allein 2021 wurden mehr als 17 Millionen digitale Volltexte heruntergeladen. Daneben stellt die ZBW eine rasant wachsende Sammlung von Open-Access-Dokumenten zur Verfügung. EconStor, der digitale Publikationsserver, verfügt aktuell über 225.000 frei zugängliche Aufsätze und Working Papers. Mit EconBiz, dem Fachportal für wirtschaftswissenschaftliche Fachinformationen, können Studierende oder Forschende in über 10 Millionen Datensätzen recherchieren. Zudem gibt die ZBW die beiden wirtschaftspolitischen Zeitschriften Wirtschaftsdienst und Intereconomics im Gold Open Access heraus. Die ZBW ist eine forschungsbasierte wissenschaftliche Bibliothek. Mit Professuren in der Informatik, Wirtschaftswissenschaft und Medienwissenschaft und deren international besetzter Doktorandengruppe beschäftigt sich die ZBW transdisziplinär mit dem Thema Open Science. Die ZBW ist in ihrer Forschung international vernetzt. Hauptsächliche Kooperationspartner kommen aus EU-Vorhaben, aus DFG- bzw. BMBF-Projekten sowie aus dem Leibniz-Strategieforum Open Science. Die ZBW ist Teil der Leibniz-Gemeinschaft und Stiftung des öffentlichen Rechts.

    Pressekontakt:

    DR. DOREEN SIEGFRIED
    Pressesprecherin
    ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft
    Düsternbrooker Weg 120, 24105 Kiel
    T: +49 [0] 431. 88 14-455
    M: +49 [0] 0172. 251 48 91
    E: d.siegfried@zbw.eu
    http://www.zbw.eu


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Klaus Tochtermann: https://www.zbw.eu/de/forschung/klaus-tochtermann
    Dr. Guido Scherp: https://www.zbw.eu/de/forschung/science-2-0/guido-scherp


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    fachunabhängig
    überregional
    Wissenschaftliche Tagungen, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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