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22.07.2022 10:26

Diabetes: Psychische Belastung berücksichtigen

Anna Reiss Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum - Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen

    Interdisziplinäre Therapie verspricht bessere Lebensqualität – Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) zeichnet Psychologen am HDZ NRW erneut mit Nachwuchs-stipendium aus

    „Chronisch kranke Menschen profitieren deutlich, wenn sie von interdisziplinären Behandlungsteams versorgt werden“, sagt Adrian Grimshaw. Der 34-jährige Fachpsychologe DDG arbeitet seit fast vier Jahren im Diabeteszentrum unter der medizinischen Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen. Und fasst mit seiner Aussage zusammen, was zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen.

    Grimshaws Herzensthema ist die enge therapeutische Einbindung von Psychologen in das diabetologische Behandlungskonzept. Dieses Anliegen hat bereits doppelte Anerkennung der Deutschen Diabetes Gesellschaft gefunden, die ihn im Rahmen ihrer Nachwuchsförderung 2021 zur Herbsttagung nach Wiesbaden und in diesem Jahr zum Jahreskongress nach Berlin eingeladen hat. Die in seinen Motivationsschreiben formulierten Thesen zur Interdisziplinarität stießen bei der Fachgesellschaft auf offene Ohren: Unter den Stipendiaten in Wiesbaden war Adrian Grimshaw der einzige Psychologe. In Berlin haben nur zwei Psychologen gemeinsam mit zahlreichen jungen Ärztinnen und Ärzten das begehrte Reisestipendium erhalten.
    „Diabetes mellitus bezeichnet ja eigentlich als Sammelbegriff sehr vielfältige Störungen des menschlichen Stoffwechsels mit ebenso komplexen Auswirkungen auf fast alle wichtigen Organe“, sagt Adrian Grimshaw. „Betroffene werden daher mit den unterschiedlichsten und oft sehr belastenden Problemen konfrontiert, die bewältigt werden müssen. Eine psychologische Mitversorgung kann dabei entscheidende Hilfen anbieten und zu einem zufriedenstellenden Ergebnis beitragen. Das funktioniert nachweislich am besten in engem Zusammenschluss mit dem gesamten Behandlungsteam.“ Im Diabeteszentrum am HDZ NRW liegen die Arbeitsschwerpunkte des Fachpsychologen in der Beratung und Unterstützung von Menschen mit Diabetes und ihren Angehörigen. Zum Angebot zählen unter anderem die Medizinische Hypnose und Entspannungsverfahren. Über die Therapieergebnisse nach interdisziplinärer Zusammenarbeit wird sich Grimshaw vielleicht auf der diesjährigen DDG-Herbsttagung wieder mit anderen Experten austauschen können. Die Bewerbung auf sein drittes Stipendium ist bereits auf dem Weg. „Das wäre dann aber meine letzte Teilnahme als Youngster“, sagt Grimshaw augenzwinkernd. „Im nächsten Jahr bin ich zu alt für die Nachwuchsförderung.“

    Quellen:
    Lobmann, R., Rümenapf, G., Lawall, H. et al. Interdisziplinär versorgen. ProCare 23, 20–25 (2018). https://doi.org/10.1007/s00735-018-0873-x
    Spraul, M. Interdisziplinäre Behandlung des diabetischen Fußsyndroms. Diabetologe 5, 78 (2009). https://doi.org/10.1007/s11428-008-0349-x

    Hintergrundinformation:

    Zur Förderung diabetologischer Nachwuchskräfte vergibt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) jährlich Stipendien zur Teilnahme an ihren Jahresveranstaltungen, die in Form von einer Reisekostenpauschale, der Tagungsgebühr und einer kostenlosen Workshop-Teilnahme gewährt werden. Info: herbsttagung-ddg.de/tagung

    In den Fachbereichen der Diabetologie, Herzchirurgie und Kardiologie kümmert sich das Team der Medizinischen Psychologie am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, unter der Leitung von Dr. phil. Dipl.-Psych. Katharina Tigges Limmer um die psychologische Behandlung von Patientinnen und Patienten. Schweigepflicht, Freiwilligkeit und Angebotscharakter sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine psychologische Versorgung. Im HDZ NRW bilden Gesprächstherapie, Verhaltenstherapie, Hypnotherapie, Familientherapie, Entspannungsverfahren und neuropsychologische Therapie die Säulen der Arbeit. Die Abteilung ist mit acht Psychologinnen und Psychologen, einem Transplantationsberater und einer Verwaltungskraft besetzt. www.hdz-nrw.de

    Weitere Informationen:

    Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
    Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Leitung: Anna Reiss
    Georgstr. 11
    32545 Bad Oeynhausen
    Tel. 05731 97-1955
    Fax 05731 97-2028
    E-Mail: info@hdz-nrw.de
    www.hdz-nrw.de


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Univ.-Prof. Dr. med. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe
    Direktor Diabeteszentrum
    Herz- und Diabeteszentrum NRW
    Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum


    Weitere Informationen:

    http://www.hdz-nrw.de


    Bilder

    Adrian Grimshaw (34) hat in Bremen und Bielefeld studiert. Seit 2019 arbeitet er als Psychologe am Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen
    Adrian Grimshaw (34) hat in Bremen und Bielefeld studiert. Seit 2019 arbeitet er als Psychologe am H ...
    (Foto: HDZ NRW).
    HDZ NRW

    Ein Herz für den Nachwuchs: Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der diesjährigen DDG-Tagung in Berlin
    Ein Herz für den Nachwuchs: Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der diesjährigen DDG- ...
    (Foto: DDG/Deckbar).
    DDG


    Anhang
    attachment icon Pressemitteilung HDZ NRW vom 22.07.2022

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin, Psychologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

    Adrian Grimshaw (34) hat in Bremen und Bielefeld studiert. Seit 2019 arbeitet er als Psychologe am Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen


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    Ein Herz für den Nachwuchs: Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der diesjährigen DDG-Tagung in Berlin


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