idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
29.08.2022 09:54

Studie der PFH: Unterschiedliche psychische Belastung bei Eltern mit und ohne Kinder zu Hause

Susanne Boll Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
PFH Private Hochschule Göttingen

    Eltern waren in der COVID-19-Pandemie größeren Belastungen und damit auch Risikofaktoren für die psychische Gesundheit ausgesetzt, eine Gruppe von Eltern zeigte sich dennoch besonders resilient. Darauf weisen die Ergebnisse einer Langzeitstudie der PFH Göttingen zu den Auswirkungen der COVID-19 Pandemie hin. Für eine fünfte Befragung sucht die klinische Abteilung der Hochschule weitere Teilnehmende.

    Die jüngsten Ergebnisse des Forschungsprojekts, veröffentlicht in der Zeitschrift Frontiers in Psychology in Zusammenarbeit mit der Forscherin Angelika Ecker vom Universitätsklinikum Regensburg, zeigten eine unterschiedliche psychische Belastung von Eltern und Nicht-Eltern während der Pandemie. „Eltern mit zu Hause lebenden Kindern erlebten während der Pandemie eine doppelte Belastung: Neben ihren eigenen Einschränkungen waren sie auch von denen ihrer Kinder betroffen, z. B. durch Homeschooling oder die Auswirkungen der Kontaktbeschränkungen auf ihre Kinder“, sagt Prof. Dr. Youssef Shiban, Professor für Klinische Psychologie an der PFH und Leiter des Projektes. „In unserer Studie fanden wir heraus, dass Eltern, deren Kinder nicht mehr zu Hause lebten, weniger belastet waren als Eltern mit zu Hause lebenden Kindern. Spannend daran ist, dass keine Unterschiede gefunden wurden zwischen Kinderlosen und Eltern, deren Kinder zu Hause lebten“, berichtet Angelika Ecker. Prof. Shiban interpretiert die Ergebnisse dahingehend, dass dies auch auf Faktoren zurückzuführen sein könne, die einige Eltern widerstandsfähiger gegenüber äußeren Belastungen machen. „Eltern, deren Kinder nicht mehr zu Hause leben, hatten besonders hohe Werte in der Fähigkeit, mit Krisen umzugehen“, so Shiban.

    Die Forschungsgruppe der Privaten Hochschule Göttingen erhoffe sich durch die nun fünfte Befragung weitere Erkenntnisse darüber, wie die psychische Belastung bei unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen durch die Pandemie und die bundesweiten Maßnahmen über die Jahre hinweg beeinflusst wird. „Besonders relevant ist die Befragung auch um mögliche Schutzfaktoren der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen zu entdecken“, betont Shiban. Neben den Schutzfaktoren sei es aber auch wichtig, mögliche Risikofaktoren zu identifizieren. „Bereits vor der Pandemie gab es bestimmte Bevölkerungsgruppen, die psychisch besonders stark belastet waren, während andere Gruppen eine geringere Belastung zeigten“, erläutert der Professor. Im Rahmen der Studie solle weiterhin untersucht werden, ob sich diese Unterschiede während der Pandemie verstärken und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen. Zudem untersuche die Forschergruppe, inwieweit sich der Belastungsgrad im Laufe der anhaltenden Beschränkungen verändert.

    Freiwillige, die das 18 Lebensjahr vollendet haben, können unter https://umfragen.pfh.de/umfragen/index.php/936679?lang=de an der Umfrage teilnehmen. Die Bearbeitungszeit beträgt ca. 20 Minuten. „Die aktuelle Umfrage ähnelt den vorigen Umfragen sehr. Das sollte jedoch niemanden zurückschrecken, da es unser Ziel ist, die gleichen Informationen zu verschiedenen Zeitpunkten zu erheben“, verdeutlicht Shiban. „Es wäre deshalb schön, wenn möglichst viele Menschen teilnehmen können, um möglichst verlässliche Ergebnisse zu erhalten.“

    Die publizierten Ergebnisse der bisherigen Studien sind zu finden unter:
    https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2022.901249/full
    https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2021.640518/full
    https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0262283


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Youssef Shiban, shiban@pfh.de


    Weitere Informationen:

    https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2022.901249/full
    https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2021.640518/full
    https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0262283


    Bilder

    Für die Langzeitstudie zu den Auswirkungen der COVID-19 Pandemie sucht die klinische Abteilung der PFH Private Hochschule Göttingen Hochschule weitere Teilnehmende
    Für die Langzeitstudie zu den Auswirkungen der COVID-19 Pandemie sucht die klinische Abteilung der P ...

    PFH Private Hochschule Göttingen

    Prof. Dr. Youssef Shiban
    Prof. Dr. Youssef Shiban

    PFH Göttingen


    Anhang
    attachment icon Presseinformation der PFH

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Psychologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Für die Langzeitstudie zu den Auswirkungen der COVID-19 Pandemie sucht die klinische Abteilung der PFH Private Hochschule Göttingen Hochschule weitere Teilnehmende


    Zum Download

    x

    Prof. Dr. Youssef Shiban


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).