idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Thema Corona

Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Magazin
Teilen: 
22.09.2022 14:15

Martin Heni erhält den EASD-Minkowski-Preis 2022

Birgit Niesing Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Zentrum für Diabetesforschung

    Für seine herausragenden Forschungsarbeiten zum Insulin-resistenten Gehirn und dessen Auswirkungen auf den Stoffwechsel und die Fettverteilung im Körper erhält der langjährige DZD-Forscher Prof. Dr. med. Martin Heni den Minkowski-Preis 2022. Die Ehrung wird auf der Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Stockholm am 22. September verliehen.

    Martin Heni ist Mediziner mit einem Forschungsschwerpunkt auf der Krankheitsentstehung, dem klinischen Verlauf und der optimierten Behandlung von Typ-2-Diabetes und Adipositas. Er erforscht die Kommunikation zwischen den Organen zur Steuerung des menschlichen Stoffwechsels und untersucht, wie im Gehirn diese Prozesse reguliert werden.

    Insulinwirkung im Gehirn bestimmt Körpergewicht und Fettverteilung
    Aktuelle Studien zeigen, dass das Gehirn eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Typ-2-Diabetes und Fettleibigkeit spielt. In seinen Arbeiten konnte Heni nachweisen, dass es u.a. von der Insulin-Sensitivität des Gehirns abhängt, wo sich Fett im Körper anlagert und wie Insulin im Körper wirkt: Reagiert das Gehirn empfindlich auf das Hormon, nimmt man bei einer Lebensstil-Intervention deutlich ab, reduziert ungesundes Bauchfett und kann auch langfristig das Gewicht halten. Ist das Gehirn Insulin-resistent, verliert man nur zu Beginn etwas Gewicht und nimmt dann wieder zu. Auch das viszerale Fett steigt langfristig weiter an.

    Bislang gibt es noch keine Therapie, um die Insulin-Empfindlichkeit im Gehirn wiederherzustellen. Heni und seine Kolleg:innen am Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) und am Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen von Helmholtz-Munich (IDM) konnten jedoch erstmals zeigen, dass mit dem SGLT2-Hemmer Empagliflozin die Insulinresistenz des Gehirns behandelt werden kann – mit positiven Effekten auf den Stoffwechsel des gesamten Körpers.

    Fokus auf Translation
    Als medizinischer Forscher hat Heni einen starken translationalen Schwerpunkt. Er arbeitet daran, die Lücke zwischen Grundlagenforschung und mechanistischen Studien am Menschen zu schließen. In der Minkowski-Vorlesung zum Thema „The insulin resistant brain: impact on whole-body metabolism and body fat distribution“ am 22. September 2022 auf der EASD-Jahrestagung stellt er u.a. Ergebnisse seiner Forschungsarbeit vor.


    Zur Person
    Martin Heni studierte Medizin in Greifswald und Tübingen. 2008 schloss er als Stipendiat des DFG-Graduiertenkollegs seine experimentelle Doktorarbeit ab. 2015 erhielt er die Facharztanerkennung für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie. Ab 2016 arbeitete er als Oberarzt und war Leiter des Klinischen Forschungszentrums für Diabetes am Universitätsklinikum Tübingen und am DZD-Partner IDM (Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen von Helmholtz-Munich). Als Wissenschaftler im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) hat er u. a. auch den Forschungsschwerpunkt „Insulinwirkung und -Resistenz im Gehirn“ (Academy Insulin action und resistance in the brain) mit aufgebaut und koordiniert. Im Jahr 2022 wurde er zum ordentlichen Professor an der Universität Ulm ernannt. Er leitet die Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Ulm.

    Minkowski-Preis
    Mit dem Minkowski-Preis werden Forschungsarbeiten ausgezeichnet, die zur Erweiterung des Wissens über Diabetes beitragen und von einem EASD-Mitglied durchgeführt wurden, das seinen Wohnsitz in Europa hat. Der Preis wird an einen herausragenden Forscher verliehen, der im Jahr der Nominierung nicht mehr als zehn Jahre Vollzeit-Erfahrung als unabhängiger Forscher vorweisen kann. Der Minkowski-Preis wird von Lilly unterstützt und ist mit 20.000 dotiert.


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Wettbewerbe / Auszeichnungen, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).