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22.09.2022 14:55

Neue Forschungsinfrastruktur stärkt Batteriezellproduktion in Deutschland

Oliver Perzborn Referat Kommunikation, Marketing
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)

    Berlin, 22.09.2022. Beim Aufbau einer konkurrenzfähigen Batteriezellproduktion in Deutschland kommt der Erforschung innovativer Batteriematerialien eine entscheidende Rolle zu. Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) baut dazu jetzt in ihrem Batterietestzentrum eine leistungsstarke Kernspinresonanzspektroskopie auf. Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland werden dadurch bei Innovationen und dem Transfer in die industrielle Anwendung unterstützt.

    Deutschland soll nach den Plänen der Bundesregierung in den kommenden Jahren zum führenden Batteriezellproduzenten in Europa werden. Zahlreiche Gigafactories im gesamten Bundesgebiet sind bereits in Planung. Damit sie im weltweiten Wettbewerb Standortvorteile erzielen und sich langfristig behaupten können, wird es vor allem darauf ankommen, dass sie möglichst langlebige, leistungsstarke, kosteneffiziente und zugleich sichere Batteriezellen produzieren.

    „Um diese großen Herausforderungen bewältigen zu können, sind Unternehmen auf einen schnellen Zugang zu moderner Messtechnik und zu aktuellen Forschungsdaten angewiesen“, so Tim Fellinger, Spezialist für Energiematerialien im Batterietestzentrum der BAM.

    Für die Entwicklung leistungsfähiger und zugleich sicherer Akkus ist es entscheidend, die verwendeten Materialien für Anoden und Kathoden und deren Verhalten im Speicherprozess eingehend zu charakterisieren. Etablierte Methoden wie z. B. die Röntgenkristallographie stoßen hier zunehmend an ihre Grenzen, denn die Komponenten in Batteriezellen werden schlicht immer komplexer.

    Neben Messungen in großen Teilchenbeschleunigern rückt hier zunehmend die Kernspinresonanzspektroskopie in den Fokus. Sie erlaubt sowohl eine besonders tiefgehende Untersuchung gängiger Lithiumbatterien sowie neuer Batteriekomponenten wie beispielsweise für Natriumbatterien.

    „Eine solche Infrastruktur aufzubauen und sie mit kundigem Fachpersonal zu betreiben, wäre sehr kostspielig und von vielen Unternehmen im Bereich der Batteriezellproduktion gar nicht zu leisten“, so Fellinger.

    Die BAM als Ressortforschungseinrichtung des Bundes baut jetzt in ihrem Batterietestzentrum eine hochmoderne Kernspinresonanzspektroskopie auf. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Dachkonzepts „Forschungsfabrik Batterie“ mit rund zwei Millionen Euro.

    „Künftig können wir damit Unternehmen sowie der Wissenschaft eine herausragende Infrastruktur für die Analytik von Batteriematerialien anbieten und gemeinsam Innovationen vorantreiben“, so Tim Fellinger. „Über unsere Vernetzung mit den bereits vorhandenen Kompetenzclustern im Batteriebereich wird die Infrastruktur leicht verfügbar sein. Sie soll Unternehmen und Start-ups ermutigen, neue und nachhaltige Akku-Materialien auch jenseits der gängigen Lithium-Ionen-Technologie zu testen, was zu Innovationsschüben in der Batterieforschung in Deutschland insgesamt führen kann.“

    Fellinger und sein Team werden die neue Kernspinresonanzspektroskopie übrigens auch für ihre eigene Forschung nutzen: Sie untersuchen nachhaltige Natrium-Ionen-Akkus, die als Alternative zu Lithiumbatterien gelten, sowie an Anoden aus so genannten Hard Carbons, die als besonders vielversprechende Energiespeichermaterialien gelten.

    Über die BAM

    Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ist eine wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. Sie prüft, forscht und berät zum Schutz von Mensch, Umwelt und Sachgütern. Die BAM setzt und vertritt für Deutschland und seine globalen Märkte hohe Standards für Sicherheit in Technik und Chemie zur Weiterentwicklung der erfolgreichen deutschen Qualitätskultur "Made in Germany". Diese Aufgabe erfüllt die BAM mit Hilfe von rund 1.600 Menschen aus etwa 50 Nationen.


    Weitere Informationen:

    https://www.bam.de/Content/DE/Projekte/laufend/DialySorb/dialysorb.html Projekt DialySorb
    https://www.bam.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Energie/artikel-batteriezen... Batterietestzentrum der BAM


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Energie, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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