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09.11.2022 10:00

„Unverzichtbares Element innovativer Forschung“

Christoph Herbort-von Loeper M.A. Kommunikation
Leibniz-Gemeinschaft

    Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) hat die Förderung von acht Konsortien in der dritten Förderrunde zum Aufbau der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) beschlossen. An allen sieben fachlichen Konsortien und einem Konsortium für Basisdienste sind insgesamt knapp 30 Leibniz-Einrichtungen beteiligt. Zwei der Konsortien werden von Leibniz-Instituten koordiniert.

    Das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz hat die Federführung bei „NFDI4Memory“ inne - einer Forschungsdateninfrastruktur für historische Daten und das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung führt das Konsortium „FAIRagro“ – einer Forschungsdateninfrastruktur für die Agrosystemforschung. Die NFDI dient dem Aufbau einer koordinierten vernetzten Informationsinfrastruktur zur systematischen Nutzbarmachung von Forschungsdaten in Deutschland.

    Der mehrstufige wissenschaftsgeleitete Auswahlprozess der dritten und letzten Förderrunde führte zur Bewilligung von acht aus 16 antragsstellenden Konsortien. Pro Konsortium sind jährliche Fördersummen zwischen zwei und fünf Millionen Euro vorgesehen.

    Das Konsortium „NFDI4Memory“ integriert unter der Federführung des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte in Mainz bundesweit erstmals historische Forschungs-, Gedächtnis- und Informationsinfrastrukturen in einer digitalen Forschungsdateninfrastruktur. Damit ermöglicht es die nachhaltige Transformation der geschichtswissenschaftlichen Forschung. Das Konsortium wird von elf Institutionen mit großer Erfahrung in digitalen Methoden sowie von mehr als 70 beteiligten Einrichtungen aus der gesamten disziplinären und epochalen Breite der historischen Forschung getragen. „NFDI4Memory“ entwickelt in seinem auf fünf Jahre ausgelegten Arbeitsprogramm ein Portfolio von Schlüsseldiensten, die historische Wissenschaft und digitale Ressourcen systematisch miteinander verknüpfen. Seine Internationalisierungsstrategie stellt sicher, dass globale Perspektiven und internationale Partner eingebunden werden. „NFDI4Memory“ sichert die Bedeutung und kritische Funktion der historischen Forschung in Gesellschaft, Kultur und Politik im Rahmen der digitalen Transformation.

    Das Konsortium „FAIRagro“ wird unter der Koordinierung des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung im Brandenburgischen Müncheberg eine Forschungsdaten-infrastruktur einrichten, die die unterschiedlichen institutionellen Datenbanken (Repositorien) in der deutschen Agrosystemforschung vernetzen wird. Derzeit werden in zahlreichen Fachinstituten vielseitige Forschungsdaten erhoben und auf unterschiedliche Weise gespeichert. Diese Daten zukünftig auffindbar, zugänglich, interoperabel und nachnutzbar (kurz FAIR) zu machen, wird das Hauptanliegen von „FAIRagro“ sein. Nutzer der zukünftigen Forschungsdateninfrastruktur sollen sich in allen Fragen zum Forschungsdatenmanagement und Services an ein Data Steward Service Center wenden. Es werden Leitlinien und Informationsmaterial entwickelt und auf einer zentralen Plattform für alle Forschenden und die agrarwissenschaftliche Community bereitgestellt. FAIRagro möchte nicht nur Rechtssicherheit bei der Verwendung und Bereitstellung von Daten herstellen, sondern auch die Qualität veröffentlichter Daten und damit der Agrosystemforschung insgesamt erhöhen.

    Zur Entscheidung sagte Leibniz-Präsidentin Martina Brockmeier: „Herausragende wissenschaftliche Infrastrukturen sind ein unverzichtbares Element innovativer Forschung. Daher ist es nur folgerichtig, dass der Dreiklang aus exzellenter Forschung, Wissenstransfer in die Gesellschaft und Bereitstellung von wissenschaftlichen Infrastrukturen für Forschende in Deutschland und international ein zentrales Wesensmerkmal von Leibniz-Instituten darstellen. Das spiegelt sich in der Tatsache wider, dass in der dritten Auswahlrunde für die Nationale Forschungsdateninfrastruktur bei allen ausgewählten Konsortien Leibniz-Institute beteiligt sind und erneut zwei der Konsortien unter Leibniz-Federführung stehen. Ohne Forschungsdaten, die reproduzierbar aufbereitet und der Wissenschaft allgemein zugänglich gemacht werden, wären viele Projekte schlicht undenkbar. Ich freue mich, dass die Leibniz-Gemeinschaft hier eine so zentrale Rolle spielt.“

    Die Konsortien mit Leibniz-Beteiligung im Einzelnen:
    • FAIRagro – FAIRe Dateninfrastruktur für die Agrosystemforschung. Federführend: Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, Müncheberg (Sprecher: Frank Ewert), weitere beteiligte Leibniz-Institute: Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie, FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur, Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. http://www.fairagro.net/index.php/de/
    • NFDI4Memory – Konsortium für historisch arbeitende Geisteswissenschaften. Federführend: Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz, Mainz (Sprecher: Johannes Paulmann), weitere beteiligte Leibniz-Institute: DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Deutsches Museum, Deutsches Schifffahrtsmuseum - Leibniz-Institut für Maritime Geschichte, Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung, FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur, Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut, Germanisches Nationalmuseum – Leibniz-Forschungsmuseum für Kulturgeschichte, Institut für Zeitgeschichte München - Berlin, Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft. https://4memory.de/
    • NFDI4BIOIMAGE - Nationale Forschungsdateninfrastruktur für Mikroskopie und Bildanalyse. beteiligte Leibniz-Institute: -Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut, Leibniz-Institut für Neurobiologie, Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie, Leibniz-Institut für Photonische Technologien, Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS. https://nfdi4bioimage.de
    • NFDI4Energy – Nationale Forschungsdateninfrastruktur für die interdisziplinäre Energiesystemforschung. beteiligtes Leibniz-Institut: TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften. https://nfdi4energy.uol.de/
    • NFDI4Immuno – Nationale Forschungsdateninfrastruktur für Immunologie. beteiligtes Leibniz-Institut: Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin. http://www.nfdi4immuno.de/
    • NFDI4Objects – Forschungsdateninfrastruktur für die materiellen Hinterlassenschaften der Menschheitsgeschichte. beteiligte Leibniz-Institute: Deutsches Bergbau-Museum Bochum – Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen, FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur, Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, Römisch-Germanisches Zentralmuseum - Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie, TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften. http://www.nfdi4objects.net/
    • NFDIxCS – Nationale Forschungsdateninfrastruktur für und mit Computer Science. beteiligte Leibniz-Institute: FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur (FIZ KA), Schloss Dagstuhl - Leibniz-Zentrum für Informatik. https://nfdixcs.org/
    • Base4NFDI – Basisdienste für die NFDI. beteiligte Leibniz-Institute: GESIS - Leibniz Institut für Sozialwissenschaften als Sprecherorganisation von Konsort SWD, Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik als Sprecherorganisation von MaRDI, Leibniz-Institut für Deutsche Sprache als Sprecherorganisation von Text+ und weitere. https://base4nfdi.de/

    Die Auswahl der Konsortien erfolgte auf Grundlage einer Förderempfehlung der Deutschen Forschungsgemeinschaft nach einem mehrstufigen wissenschaftsgeleiteten Prozess, in den auch zahlreiche internationale Gutachterinnen und Gutachter einbezogen waren.

    Hintergrund NFDI
    Die NFDI soll die heute oft dezentral, projektförmig und temporär gelagerten Datenbestände von Wissenschaft und Forschung für das deutsche Wissenschaftssystem systematisch erschließen. Die NFDI wird von Nutzern von Forschungsdaten und von Infrastruktureinrichtungen ausgestaltet, die dazu in und zwischen Konsortien zusammenarbeiten. Die NFDI soll Standards im Datenmanagement setzen und als digitaler, regional verteilter und vernetzter Wissensspeicher Forschungsdaten nachhaltig sichern und nutzbar machen.
    Für Aufbau und Förderung der NFDI werden Bund und Länder vorbehaltlich der Mittelbereitstellung durch ihre gesetzgebenden Körperschaften von 2019 bis 2028 jährlich bis zu 90 Millionen Euro im Endausbau bereitstellen; hiervon bringt der Bund 90 Prozent auf, zehn Prozent der Kosten tragen die Länder. Insgesamt gab es drei Förderrunden, in denen 27 Konsortien bewilligt wurden. Aus der Leibniz-Gemeinschaft sind fast 60 Institute an 24 Konsortien beteiligt.
    Weitere Informationen zur NFDI finden Sie unter www.nfdi.de sowie zu Forschungsinfrastrukturen in der Leibniz-Gemeinschaft unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de/infrastrukturen/forschungsinfrastrukturen-in-der-leibniz-gemeinschaft.html

    Pressekontakt für die Leibniz-Gemeinschaft
    Christoph Herbort-von Loeper
    Tel.: 030 / 20 60 49 – 48
    Mobil: 0174 / 310 81 74
    herbort@leibniz-gemeinschaft.de

    Die Leibniz-Gemeinschaft
    Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 97 eigenständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen knapp 21.000 Personen, darunter etwa die Hälfte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,9 Milliarden Euro.
    http://www.leibniz-gemeinschaft.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    fachunabhängig
    überregional
    Organisatorisches
    Deutsch


     

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