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22.11.2022 15:29

Fraunhofer IWES: Erfolgreiche Messkampagne für 50Hertz in der Ostsee

Lisa Bösch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES

    Sassnitz, November 2022. Das Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme
    IWES hat im Auftrag von 50Hertz eine „Boulder-Detektion-Kampagne“ erfolgreich in der deutschen Ostsee vor der Küste Rügens durchgeführt. Um eine neue Offshore-Plattform des Netzbetreibers effizient planen zu können, wurde der Meeresboden mithilfe seismischer Messmethoden auf Findlinge untersucht. Mit dem innovativen Verfahren können große Steine bis 100 m unter dem Meeresboden detektiert werden.

    Das ermöglicht eine möglichst verlässliche und daher kostengünstigere Planung und minimiert Risiken bei der Installation von Windparks und Plattformen. Das technische Verfahren ist in dieser Form einzigartig und wird stetig weiterentwickelt.

    Die Planung und Installation einer Offshore-Plattform erfordert genaue Kenntnisse über den Baugrund, denn zu spät entdeckte große Steine können Planung und Bau verzögern und damit das Gesamtprojekt verteuern. Daher werden vor dem Bau von Umspannplatt-formen immer bauvorbereitende Maßnahmen durchgeführt. Das Fraunhofer IWES hat mit der neuen Methode geprüft, ob in einer bereits vorerkundeten Windparkfläche für das sogenannte Ostwind 3-Projekt von 50Hertz Findlinge im Boden liegen. Mit der seis-mischen Detektion kann frühzeitig geklärt werden, ob eine Neupositionierung der Um-spannplattform erforderlich sein könnte, um Schäden bei der Installation zu vermeiden.

    Datenerfassung für die Findlingsdetektion mit dem Manta Ray G1

    Mithilfe des patentierten „Manta Ray G1“ können die IWES-Wissenschaftler*innen Find-linge, Boulder, in einer Tiefe von bis zu 100 m unterhalb des Meeresbodens lokalisieren. Das Messsystem besteht aus einem Schlepprahmen, worauf seismische Sensorik (Hyd-rophone) und Positionierungssysteme angebracht sind. Während der Vermessung der Untersuchungsfläche fangen die Hydrophone die zurückgeworfenen Schallwellen auf, die zuvor von einer Signalquelle ausgesendet wurden. Der Meeresboden wird somit Stück für Stück erfasst und kann dreidimensional abgebildet werden. Mithilfe des Systems werden aber nicht nur die Sedimentschichten kartiert, sondern durch den speziellen Aufbau des Messsystems können auch im Meeresgrund liegende Steine detektiert werden. Dies wird durch die Methode der Diffraktionsabbildung möglich, mit der die von den Findlingen gestreute akustische Energie auf ihren Ausgangspunkt hin zurückverfolgt werden kann. Diese Methode ermöglicht so die genaue Lokalisierung von Steinen innerhalb der vermessenen Meeresbodensedimente.

    Seismische Messergebnisse reduzieren Risiken

    “Für uns ist die genaue Kenntnis der Bodenbeschaffenheit wichtig, um mögliche Installa-tionsrisiken zu vermeiden. Wir können Verzögerungen im Bau vermeiden und somit Kosten einsparen. Das Verfahren hat gezeigt, dass es funktioniert und die für uns wich-tigen Messergebnisse liefert, die wir für eine genaue Planung brauchen”, sagt Dr. Henrich Quick, Leiter Offshore von 50Hertz.

    Dr. Benedict Preu, Abteilungsleiter Baugrunderkundung am Fraunhofer IWES, erklärt: “Mit unserem seismischen Messverfahren unterstützen wir 50Hertz dabei, die Plattform so präzise wie möglich planen zu können und Risiken zu minimieren. Wir entwickeln das Verfahren stetig weiter und haben anhand unserer Erfahrungen aus vorangegange-nen Projekten gesehen, dass das Verfahren gut funktioniert und die detaillierten Daten aussagekräftig sind. Wir können die gesamte Offshore-Industrie dabei unterstützen ge-naue Kenntnisse über den Boden zu erlangen und somit passende Lösungen für jedes Bauvorhaben finden. Damit treiben wir den Windenergieausbau voran.“

    Die für 50Hertz erfolgte Detektion wurde innerhalb nur einer Woche mit dem Vermes-sungsschiff MV Situla durchgeführt. In dieser Zeit wurde das Schiff mobilisiert, das heißt, das gesamte Equipment und die Technik wurde einsatzbereit gemacht und getestet, die Messung durchgeführt und das Schiff anschließend wieder demobilisiert.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Ansprechperson Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES

    Projektkoordination IWES, Dr. Benedict Preu, Abteilungsleiter Baugrunderkundung
    Telefon: +49 471 14290-189
    E-Mail: benedict.preu@iwes.fraunhofer.de
    www.iwes.fraunhofer.de

    Ansprechperson 50Hertz

    Volker Gustedt, Pressesprecher Kommunikation & Politik
    Telefon: +49 30 5150 2878
    E-Mail: Volker.Gustedt@50hertz.com
    https://www.50hertz.com/de/


    Bilder

    Mit dem innovativen Messsystem „Manta Ray G1“ werden im Meeresuntergrund Findlinge, sogenannte Boulder, detektiert.
    Mit dem innovativen Messsystem „Manta Ray G1“ werden im Meeresuntergrund Findlinge, sogenannte Bould ...

    Frank Bauer

    Die IWES-Wissenschaftler*innen bearbeiten und werten die Messdaten an Bord laufend aus und sind gleichzeitig für die Fahrtüberwachung verantwortlich.
    Die IWES-Wissenschaftler*innen bearbeiten und werten die Messdaten an Bord laufend aus und sind glei ...

    Frank Bauer


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Elektrotechnik, Energie, Geowissenschaften, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Mit dem innovativen Messsystem „Manta Ray G1“ werden im Meeresuntergrund Findlinge, sogenannte Boulder, detektiert.


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    Die IWES-Wissenschaftler*innen bearbeiten und werten die Messdaten an Bord laufend aus und sind gleichzeitig für die Fahrtüberwachung verantwortlich.


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