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25.11.2022 12:20

Der Klimawandel in den Wäldern Norddeutschlands

Thomas Richter Öffentlichkeitsarbeit
Georg-August-Universität Göttingen

    Immer mehr Bäume leiden an den Folgen des menschgemachten Klimawandels der vergangenen Jahrzehnte. Das Wachstum der Rotbuche – vor allem in Mitteleuropa zuhause und Deutschlands wichtigste heimische Waldbaumart – geht bislang vor allem im Süden Europas zurück. Ein Forschungsteam der Universität Göttingen konnte nun zeigen, dass die Rotbuche auch in Norddeutschland im Sommer unter zunehmendem Dürrestress leidet.

    Dieser Klimastress war an wärmeren Standorten mit einer höheren Bestandsdichte und sehr sandigen Böden besonders ausgeprägt. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Global Change Biology erschienen.

    In ihrer Studie wählten die Forschenden gezielt eine große Spanne von feuchten bis sehr trockenen Standorten aus, denn auch hier in Norddeutschland, zum Beispiel in Sachsen-Anhalt, gibt es sehr trockene Buchenwälder. Sie entnahmen an allen Standorten zahlreiche Holzproben, um die Jahresringe der Bäume zu vermessen. „So können wir viele Jahrzehnte zurückblicken und das Baumwachstum der Vergangenheit rekonstruieren“, erklärt Dr. Robert Weigel, Postdoktorand in der Abteilung Pflanzenökologie und Ökosystemforschung der Universität Göttingen. Durch Verschneidung dieser Daten mit denen von Klimastationen lassen sich die sogenannten „Klima-Wachstumsbeziehungen“ der Bäume ableiten.

    Die Untersuchungen ergaben, dass Trockenheit und Hitze im Juni, dem Hauptwachstumsmonat der Buche, im gesamten Untersuchungsgebiet die wichtigsten Klimafaktoren sind, die das Dickenwachstum beeinflussen, wobei die Auswirkungen an trockeneren Standorten stärker sind. „Mit diesem Blick in die Vergangenheit gewinnen wir aber auch wertvolle Informationen über die mögliche Zukunft der Buche“, ist sich Abteilungsleiter Prof. Dr. Christoph Leuschner sicher.

    „Die eindeutige Botschaft ist: Trockene Standorte, an denen der Wassermangel bei uns auch am meisten zugenommen hat, zeigen den stärksten langjährigen Wachstumsrückgang“, so Weigel. „Wir verstehen die Ergebnisse als Warnung, dass die Rotbuche auch hier bei uns in vielen Regionen zunehmend von Trockenheit betroffen sein wird, nicht nur in Südeuropa.“ Für die Zukunft muss also unter Beachtung von Niederschlagshöhe, aktuellen Klimatrends und Bodenbeschaffenheit genauer geprüft werden, wo in Norddeutschland Buchenwälder noch eine Zukunft haben und welche dürretoleranteren Baumarten besser mit dem Klimawandel zurechtkommen werden.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Robert Weigel
    Georg-August-Universität Göttingen
    Abteilung Pflanzenökologie und Ökosystemforschung
    Telefon (0551) 39-5704
    E-Mail: robert.weigel@uni-goettingen.de
    Internet: http://www.uni-goettingen.de/de/73082.html


    Originalpublikation:

    Robert Weigel et al. Summer drought exposure, stand structure, and soil properties jointly control the growth of European beech along a steep precipitation gradient in northern Germany. Global Change Biology 2022. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/gcb.16506.


    Weitere Informationen:

    https://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?id=6891 weitere Fotos


    Bilder

    Typischer Buchenwald in Norddeutschland: Die Wissenschaftler entnahmen an insgesamt 30 Standorten Holzbohrkerne von dominanten Bäumen.
    Typischer Buchenwald in Norddeutschland: Die Wissenschaftler entnahmen an insgesamt 30 Standorten Ho ...
    Banzragch Bat-Enerel
    Banzragch Bat-Enerel

    Holzbohrkerne von Rotbuchen. Die Proben werden auf Holzleisten geklebt und mit Rasierklinge oder Schleifpapier präpariert, damit auf den glatten Oberflächen die Jahresringe deutlich sichtbar werden und mikroskopisch vermessen und datiert werden können.
    Holzbohrkerne von Rotbuchen. Die Proben werden auf Holzleisten geklebt und mit Rasierklinge oder Sch ...
    Stella Gribbe
    Stella Gribbe


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Biologie, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

    Typischer Buchenwald in Norddeutschland: Die Wissenschaftler entnahmen an insgesamt 30 Standorten Holzbohrkerne von dominanten Bäumen.


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    Holzbohrkerne von Rotbuchen. Die Proben werden auf Holzleisten geklebt und mit Rasierklinge oder Schleifpapier präpariert, damit auf den glatten Oberflächen die Jahresringe deutlich sichtbar werden und mikroskopisch vermessen und datiert werden können.


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