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15.12.2022 12:59

Das Risiko sozialer Brüche in Minenstädten

Thomas Richter Öffentlichkeitsarbeit
Georg-August-Universität Göttingen

    Welche Risiken birgt die Energiewende für die Bevölkerung von Städten, in denen Kohle oder Metalle für die Energiewende abgebaut werden? Mit dieser Frage hat sich ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Universität Göttingen beschäftigt. Unter der Leitung der University of Queensland in Australien verknüpften die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Vorkommen globaler Ressourcen mit den jeweiligen demografischen Systemen vor Ort. Ihre Matrix zeigt Vorteile und Risiken auf: Eine erhöhte Nachfrage nach den Metallen für die Energiewende könnte demnach für einige Gemeinden störender sein als ein Ende der Kohleproduktion.

    Während ein vollständiger Ausstieg aus der Kohleförderung das Leben von mindestens 33,5 Millionen Menschen stören könnte, wären von der Förderung von Metallen für die Energiewende zusätzliche 115,7 Millionen Menschen betroffen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature Communications erschienen.

    Um den Übergang zu einer sauberen Energiezukunft zu beschleunigen, werden große Mengen bestimmter Metalle und Mineralien für erneuerbare Technologien benötigt, darunter Kupfer, Nickel, Platin und Lithium. Diese Mineralien und Metalle sind für Windturbinen, Solarzellen und Batterien für Elektrofahrzeuge unerlässlich. Die Forscherinnen und Forscher verknüpften nun den Standort und die Art der Ressource mit den dort vorhandenen menschlichen Siedlungen, um die Wechselwirkungen, Abhängigkeiten und Eventualitäten zwischen Ressourcen und Bevölkerung zu bewerten. Sie berücksichtigten beide Seiten der Energiewende, indem sie globale Ressourceninventare für Kohle einerseits und die Energieübergangsmetalle andererseits einbezogen.

    „Unsere Ergebnisse werden dazu beitragen, die künftige Planung und Regulierung der Energiewende zu unterstützen“, erläutert Dr. Kamila Svobodova, Gastwissenschaftlerin an der University of Queensland und Leiterin des Projekts CESMINE an der Universität Göttingen. Die Daten zeigen eine Asymmetrie in der Verteilung der Risiken: Bergwerkstädte in den Vereinigten Staaten reagieren am empfindlichsten auf den Kohleausstieg, während die Systeme in Australien und Kanada am empfindlichsten auf die Einführung des Abbaus von Metallen für die Energiewende reagieren.

    „Unsere Studie unterstreicht den dringenden Bedarf an detaillierteren sozioökonomischen Daten über die Bevölkerung, die in den betroffenen Gebieten lebt und arbeitet, sowie an einer gezielten Planung auf Makroebene, um einen für die Menschen vor Ort fairen Übergang von der Kohle zu den Metallen für die Energiewende zu unterstützen“, so Svobodova. „Fragen sozialer Brüche werden selten auf globaler Ebene betrachtet. Mit dieser Studie sind wir jedoch in der Lage, ein Modell auf globaler Ebene zu liefern, das sich auch auf nationale Gerichtsbarkeiten und Regionen übertragen lässt, die unter dem Druck der Energiewende stehen.“


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Kamila Svobodova
    Georg-August-Universität Göttingen
    Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung
    E-Mail: kamila.svoboda@uni-goettingen.de
    (Anfragen bitte auf Englisch)


    Originalpublikation:

    Kamila Svobodova et al. Decarbonization, population disruption and resource inventories in the global energy transition. Nature Communications 2022. http://www.nature.com/articles/s41467-022-35391-2


    Weitere Informationen:

    https://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?id=6920 weitere Fotos


    Bilder

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    Universität Göttingen
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    Mount Isa in Australien. Diese Bergbaustadt entstand aufgrund der riesigen Mineralvorkommen an Blei, Silber, Kupfer und Zink.
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    Marketa Hendrychova
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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Geowissenschaften, Gesellschaft, Umwelt / Ökologie, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

    Welche Risiken birgt die Energiewende für die Bevölkerung von Städten, in denen Kohle oder Metalle für die Energiewende abgebaut werden? Mit dieser Frage hat sich ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Universität Göttingen beschäftigt.


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    Mount Isa in Australien. Diese Bergbaustadt entstand aufgrund der riesigen Mineralvorkommen an Blei, Silber, Kupfer und Zink.


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