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24.01.2023 13:52

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Sandra Jacob Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie

    Neues Netzwerk zur Erforschung der Menschenaffen vereint die Expertise europäischer Zoos mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen

    Aufbauend auf mehr als 20 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit mit dem Zoo Leipzig gründete die Abteilung für Vergleichende Kulturpsychologie am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA) ein einzigartiges Forschungsnetzwerk wissenschaftlich geführter europäischer Zoologischer Gärten: das Great Ape Research Network (GrApeNet).

    "Unser Ziel ist es, eine nachhaltige zooübergreifende Kooperationsstruktur aufzubauen, die es uns ermöglicht, Innovationen bei der Erforschung von Kognition und Verhalten nichtmenschlicher Menschenaffen gemeinsam voranzutreiben", sagt Daniel Haun, Direktor der Abteilung für Vergleichende Kulturpsychologie am MPI-EVA und Initiator des Projekts. "Erst wenn wir die Expertise von Zoos und anderen Forschungseinrichtungen bündeln, kann es uns gelingen, fundamentalen wissenschaftlichen Fragestellungen zum menschlichen und nicht-menschlichen Denken auf den Grund zu gehen."

    Die kognitive Entwicklung von Menschenaffen aus einer vergleichenden Perspektive heraus zu untersuchen, ist ein wichtiger Forschungsschwerpunkt der Abteilung. Hier bieten Langzeitkooperationen mit Zoos eine einzigartige Gelegenheit, systematisch die Faktoren zu untersuchen, die die Entwicklung und Vielfalt kognitiver Fähigkeiten und Verhaltensweisen beeinflussen. Unter Anwendung modernster wissenschaftlicher Methoden können Forschende umfangreiche, viefältige Daten erheben, die zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen führen und vorhandene Ergebnisse aus der Freilandforschung ergänzen können. Darüber hinaus stellt das Forschungsnetzwerk sicher, dass die mitwirkenden Einrichtungen neueste wissenschaftliche Erkenntnisse nutzen können, um die Pflege von Menschenaffen in Zoos und Auffangstationen immer weiter zu optimieren.

    14 europäische Zoos haben sich der Initiative angeschlossen

    "Die Resonanz der Zoos hat unsere Erwartungen übertroffen", sagt Kathrin Kopp, Mitglied des Forschungsteams und Leiterin des Projekts. "Bislang haben sich bereits 14 Zoos in Mitteleuropa unserem Forschungsnetzwerk angeschlossen." Darüber hinaus unterstützen der Verband der Zoologischen Gärten e.V. und die EAZA Great Ape TAG (Great Ape Taxon Advisory Group of the European Association of Zoos and Aquaria) das GrApeNet Forschungsnetzwerk.

    "Wir führen derzeit die erste vergleichende Studie zur Spiegelselbsterkennung durch, an der mehr als 200 Orang-Utans, Schimpansen, Gorillas, Bonobos und Gibbons teilnehmen", ergänzt Haun. "Unsere ersten Erfahrungen mit GrApeNet bei der Durchführung dieser Studie bestätigen unseren Ansatz: Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist für erfolgreiche Forschung unerlässlich."

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    In Kooperation mit dem Zoo Leipzig erforscht das MPI-EVA seit 2001 das Verhalten von Menschenaffen am Wolfgang-Köhler-Primatenforschungszentrum (“Pongoland”). Besonderes Interesse liegt dabei auf den psychologischen Entwicklungsverläufen der einzelnen Individuen sowie den sich daraus ergebenden Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen den Arten. Das WKPFZ arbeitet Hand in Hand mit Tierpflegenden des Zoos Leipzig, auf dessen Gelände es integriert ist. Vier Menschenaffenarten – Bonobos, Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans – leben in großzügigen Innen- und Außenanlagen, die viel Beschäftigungsmöglichkeit bieten. Zoobesuchende können die Primaten in ihren Gehegen und den angrenzenden Studienräumen beobachten.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Daniel Haun
    Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig
    +49 341 3550-400
    haun@eva.mpg.de

    Dr. Kathrin Kopp
    Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig
    +49 341 3550-614
    kathrin_kopp@eva.mpg.de


    Bilder

    So wie dieser Schimpanse im Zoo Osnabrück nehmen derzeit mehr als 200 Menschenaffen aus vierzehn europäischen Zoos an einer vergleichenden Studie zum Selbsterkennen im Spiegel teil.
    So wie dieser Schimpanse im Zoo Osnabrück nehmen derzeit mehr als 200 Menschenaffen aus vierzehn eur ...

    © Zoo Osnabrück


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Psychologie, Tier / Land / Forst
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


     

    So wie dieser Schimpanse im Zoo Osnabrück nehmen derzeit mehr als 200 Menschenaffen aus vierzehn europäischen Zoos an einer vergleichenden Studie zum Selbsterkennen im Spiegel teil.


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