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25.01.2023 12:37

„Solar Rebound“: Haushalte erhöhen ihren Stromverbrauch nach Photovoltaik-Installation nur geringfügig

RWI Kommunikation
RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

    Eine aktuelle Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung zeigt erstmals, dass deutsche Haushalte offenbar ihren Stromverbrauch nach der Installation von Photovoltaikanlagen erhöhen. Die Forscher kommen allerdings zu dem Ergebnis, dass dieser so genannte Solar-Rebound in Deutschland relativ gering ausfällt. Bislang lagen Studien über das Ausmaß des Solar-Rebounds hauptsächlich für Australien und die Vereinigten Staaten vor.

    Das Wichtigste in Kürze:

    - Neuere Studien deuten darauf hin, dass Haushalte ihren Stromverbrauch nach der Installation von privaten Photovoltaikanlagen erhöhen. Dieser sogenannte Solar-Rebound untergräbt das volle Potenzial der Photovoltaik. Empirische Erkenntnisse über das Ausmaß des Solar-Rebounds sind allerdings spärlich und liegen hauptsächlich für Australien und die Vereinigten Staaten vor.

    - Eine RWI-Studie untersucht nun erstmals den Solar-Rebound-Effekt in Deutschland. Dazu nutzen die Forscher RWI-Paneldaten zum Energieverbrauch von knapp 8.000 Haushalten zwischen 2004 und 2015, die jedoch nur eine indirekte Abschätzung des Solar-Rebounds ermöglichen. Die empirischen Ergebnisse zeigen, dass Haushalte nach der Installation von Photovoltaik-Anlagen ihren Strombezug aus dem öffentlichen Netz nicht statistisch signifikant senken und daher im Durchschnitt etwa gleich viel Strom beziehen wie zuvor.

    - Um dieses Ergebnis richtig interpretieren zu können, muss man bedenken, dass Haushalte in Deutschland im Durchschnitt nur rund 25 Prozent des Stroms aus Photovoltaik-Anlagen selbst nutzen. Den überschüssigen Solarstrom speisen sie ins Netz ein. Aus den empirischen Erkenntnissen sowie aus theoretischen Überlegungen folgt, dass der Solar-Rebound in Deutschland zwischen 12 und 50 Prozent liegt.

    - Ein Solar-Rebound im Bereich von 50 Prozent erscheint jedoch unrealistisch, da die Haushalte wegen der im Untersuchungszeitraum hohen Einspeisevergütungen einen starken Anreiz hatten, möglichst wenig Solarstrom selbst zu verbrauchen und viel ins öffentliche Netz einzuspeisen. Der Solar-Rebound sollte demzufolge eher beim in der Studie geschätzten Minimum von 12 Prozent liegen.

    „Unsere Studie deutet darauf hin, dass deutsche Haushalte ihren Stromverbrauch nach der Installation einer Photovoltaik-Anlage erhöhen. Dieser Solar-Rebound ist jedoch vergleichsweise gering, da die Haushalte starke Anreize haben, möglichst viel Solarstrom ins Netz einzuspeisen“, sagt RWI-Energieökonom Manuel Frondel. „Allerdings muss man den Solar-Rebound-Effekt berücksichtigen, wenn es um das Potenzial von privaten Photovoltaik-Anlagen in Deutschland geht. Beim Bau großer Photovoltaikanlagen im öffentlichen Raum, etwa am Rand von Autobahnen oder Bahngleisen, spielt dieser negative Nebeneffekt keine Rolle.“


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Manuel Frondel, manuel.frondel@rwi-essen.de, Tel.: (0201) 81 49-204


    Originalpublikation:

    https://www.rwi-essen.de/fileadmin/user_upload/RWI/Publikationen/Ruhr_Economic_P...


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Energie, Umwelt / Ökologie, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

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