RUB-Klassische Philologen entwickeln neue Lehrveranstaltungsformen

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08.12.1998 17:05

RUB-Klassische Philologen entwickeln neue Lehrveranstaltungsformen

Dr. Josef König Dezernat Hochschulkommunikation
Ruhr-Universität Bochum

    IGEL - "Innovationes Graecae Et Latinae" heißt das neue, unter Federführung von Prof. Dr. Reinhold F. Glei (Fakultät für Philologie, Seminar für Klassische Philologie) entwickelte Reformprojekt zur Verbesserung der Qualität der Lehre, das jetzt vom Ministerium für Schule, Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen (MSWWF) genehmigt wurde.

    Bochum, 08.12.1998
    Nr. 272

    The IGEL has landed
    Leuchtturmprojekt der Klassischen Philologie
    Pionierarbeit an unerschlossenen Texten

    IGEL - "Innovationes Graecae Et Latinae" heißt das neue, unter Federführung von Prof. Dr. Reinhold F. Glei (Fakultät für Philologie, Seminar für Klassische Philologie) entwickelte Reformprojekt zur Verbesserung der Qualität der Lehre, das jetzt vom Ministerium für Schule, Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen (MSWWF) genehmigt wurde. Es ist mit einem Fördervolumen von 115.000 DM für die Dauer von zwei Jahren, beginnend am 01. Januar 1999, ausgestattet. Mit der Unterstützung des Leuchtturmprojekts in Zeiten knapper Kassen demonstriert das Land die bildungs- und gesellschaftspolitische Bedeutung der exemplarischen Verbindung von Forschung und Lehre - auch in den philologischen Wissenschaften. In Zukunft lautet daher weiterhin die Devise: Stacheln zeigen!

    Keine "ollen Klassiker"

    Kern des Projekts ist die Entwicklung einer neuen Art von Lehrveranstaltung/Workshop, in der die Studierenden die wissenschaftliche Edition von Texten erlernen und einüben sollen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht die "ollen Klassiker", sondern lateinische Texte des 15. Jahrhunderts, die nur in Handschriften und Frühdrucken erhalten sind: Durch den konkreten Umgang mit den Handschriften, die gelesen, transkribiert, verglichen und bewertet werden müssen, erwerben die Studierenden philologische Schlüsselqualifikationen. Dies verbessert den Studienerfolg und nicht zuletzt die Studienmotivation, da hier nicht mehr bloß Lernstoff wiedergekäut, sondern echte Pionierarbeit an einer unerschlossenen Textmasse geleistet wird. Begleitend bietet die Sektion für Byzantinistik Veranstaltungen zu den methodischen Grundlagen an.

    Alternative Geschichte

    Ein erster 'Probelauf' fand bereits im Sommersemester 1998 und in der anschließenden vorlesungsfreien Zeit statt: Textgrundlage war ein längerer Brief des Papstes Pius II., den dieser im Herbst 1461 an den osmanischen Sultan Mehmet II. schrieb, um diesen zum Christentum zu bekehren. Die über 30 Handschriften des Briefes haben die Studierenden eigenständig bearbeitet; die Endredaktion des Textes und die Publikation (einschließlich einer deutschen Übersetzung und kommentierenden Anmerkungen) ist für Februar/März 1999 vorgesehen. Im Rahmen des Leuchtturmprojekts werden in den kommenden zwei Jahren weitere Workshops angeboten. Der nächste wird sich mit der von einem italienischen Humanisten um 1416/17 gefälschten, fingierten Rede des "Terroristen" Catilina beschäftigen, mit der dieser in der Senatssitzung vom 7./8. November 63 v. Chr. dem berühmten "Quo usque tandem" des Konsuls Cicero geantwortet haben soll. Hier ergeben sich ungeahnte Einsichten in die Macht der Rhetorik und mögliche Alternativen der Geschichte.

    Weitere Informationen

    Prof. Dr. Reinhold F. Glei, Fakultät für Philologie, Seminar für Klassische Philologie, GB 2/162, Tel.: 0234/700-2761, Fax: 0234/7094-287; eMail: reinhold.f.glei@ruhr-uni-bochum.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Sprache / Literatur, fachunabhängig
    überregional
    Organisatorisches, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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