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10.10.2023 09:30

Kommunen im Klimawandel: Bundesweite Befragung zur Klimaanpassung in Deutschland erfolgreich gestartet

Melanie Neugart Wissenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung

    Städte und Gemeinden müssen klimafest werden, doch die Planung und Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen stellt Kommunen vor große Herausforderungen. Welche Maßnahmen sind geeignet, welche werden bereits umgesetzt, wo kommen Kommunen an ihre Grenzen und wie können sie bestmöglich unterstützt werden? Ein Forschungsteam unter der Leitung des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung hat dazu im Auftrag des Umweltbundesamtes eine repräsentative Kommunalbefragung gestartet.

    - Mehr als 650 Kommunen haben bereits an der „Kommunalbefragung Klimaanpassung 2023“ im Forschungsprojekt „KomKlAn“ teilgenommen

    - Die Online-Befragung bietet kommunalen Akteuren noch bis Anfang November 2023 die Möglichkeit, Stand, Fortschritt und aktuelle Bedarfe ihrer Anpassungsaktivitäten abzubilden 

    Deutschland muss sich an die Folgen des Klimawandels anpassen. Die Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignissen wie Hitze, Dürre und Starkregen nimmt durch den Klimawandel zu und gefährdet damit die Bevölkerung und die öffentlichen Infrastrukturen. Dies erfordert von Städten, Gemeinden und Landkreisen rasche und umfangreiche Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, um die Bewohner*innen vor gesundheitlichen Folgen zu schützen und die zentralen Aufgaben der Daseinsvorsorge aufrechtzuerhalten, wie etwa die öffentliche Trinkwasserversorgung oder den präventiven Hochwasserschutz. 

    Das Bundeskabinett hat deshalb im Juli 2023 einen Entwurf für ein Klimaanpassungsgesetz verabschiedet, der auf allen staatlichen Ebenen konkrete Pläne zur Anpassung an Klimafolgen vorsieht. „Die Herausforderungen der kommunalen Klimaanpassung, etwa zur Starkregenvorsorge oder zum Hitzeschutz, müssen Städte, Gemeinden und Landkreise zusätzlich zu ihren anderen Aufgaben stemmen. Das kann vor allem kleinere Kommunen an ihre Kapazitätsgrenzen führen“, sagt Thomas Friedrich, Leiter des Forschungsprojekts „KomKlAn“ am ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung. „Wir wissen aber auch, dass auf kommunaler Ebene bereits vielfältige Klimaanpassungsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt wurden und werden“, sagt Friedrich. Was bisher allerdings fehle, sei ein vollständiges Bild über den aktuellen Stand und Fortschritt sowie die Bedarfe der kommunalen Akteure.

    Auf dem Weg zur klimaresilienten Kommune: Stand, Fortschritt und Herausforderungen

    Mit einer breit angelegten Kommunalbefragung, die Mitte September im Rahmen der „Woche der Klimaanpassung“ gestartet ist, will das Forschungsteam von „KomKlAn“ diesen Stand erfassen und die Wissensbasis über kommunale Klimaanpassung in Deutschland verbessern. „Ein besseres Verständnis der kommunalen Aktivitäten zur Klimaanpassung ist ein zentraler Baustein auf dem Weg zur Klimaresilienz in Deutschland“, sagt Friedrich. Deshalb sei es erfreulich, dass seit dem Beginn der Befragung schon mehr als 650 Kommunen an der Online-Befragung teilgenommen haben. 

    „Wir wünschen uns natürlich weiterhin einen hohen Rücklauf, denn je mehr der angefragten Kommunen an der Befragung teilnehmen, desto repräsentativere Aussagen können wir für Deutschland treffen“, erläutert Projektleiter Friedrich. „Auch können wir so besser verstehen, welche Fortschritte und konkreten Unterstützungsbedarfe für die unterschiedlichen Kommunentypen vorliegen.“ Ziel des Forschungsprojekts „KomKlAn“ sei zudem, dass Kommunen künftig den eigenen Anpassungsfortschritt selbst erfassen und bewerten können. Hierfür entwickelt und testet das Forschungsteam in einem nächsten Schritt ein Online-Scoring-Tool. 

    Kommunale Akteure: Teilnahme an der Online-Befragung noch bis November 

    Die etwa 4700 zur Befragung aufgeforderten Kommunen können an der Online-Befragung, die ausdrücklich vom Deutschen Städtetag, dem Deutschen Landkreistag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund begrüßt wird, noch bis Anfang November teilnehmen. „Wir setzen uns dafür ein, Städte, Landkreise und Gemeinden darin zu stärken, die erforderlichen Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu ergreifen“, heißt es in einem gemeinsamen Empfehlungsschreiben der kommunalen Spitzenverbände. „Deswegen unterstützen wir die Kommunalbefragung Klimaanpassung 2023 des Umweltbundesamtes.“ 

    Das Forschungsprojekt „KomKlAn – Wo stehen die Kommunen bei der Anpassung an den Klimawandel und wie kommen sie zu multifunktionalen und transformativen Anpassungslösungen?“ ist ein Auftrag des Umweltbundesamts. Forschungspartner sind neben dem ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung (Leitung) die UP Transfer GmbH an der Universität Potsdam, die Factorial GmbH, das SOKO Institut für Sozialforschung & Kommunikation GmbH sowie die e-fect dialog evaluation consulting eG.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Thomas Friedrich, Projektleiter KomKlAn
    ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung
    Tel. +49 69 707 6919-60
    thomas.friedrich(at)isoe.de


    Weitere Informationen:

    https://www.isoe.de/nc/forschung/projekte/project/komklan/


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Gesellschaft, Meer / Klima, Politik, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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