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23.06.2004 11:18

Universität Osnabrück: Weltweit anerkannter Literaturwissenschaftler wird emeritiert

Oliver Schmidt Stabsstelle Kommunikation und Marketing
Universität Osnabrück

    Dem langjährigen Engagement Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Garbers ist es zu verdanken, dass die Universität Osnabrück sich mit dem weltweit renommierten Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit schmücken kann. Am Freitag, 25. Juni, wird der Literaturwissenschaftler anlässlich seiner Emeritierung mit einer Feierstunde geehrt.

    Geboren 1937 in Hamburg, hat sich Garber schon früh für die Literaturgeschichte als Beruf entschieden. Von 1956 bis 1960 studierte er an den Universitäten Bern, Hamburg und Göttingen, danach folgten weitere Studien an den Universitäten Bonn, Marburg und Frankfurt am Main. In seiner 1969 vorgelegten Promotion "Der locus amoenus und der locus terribilis" beschäftigte er sich mit Bild und Funktion der Natur in der deutschen Schäfer- und Landlebendichtung des 17. Jahrhunderts. Nach dem ersten Staatsexamen 1971 war Garber bis 1972 Forschungsstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Im Anschluss daran vertrat er bis 1974 zunächst eine wissenschaftliche Ratsstelle an der Universität Göttingen und erlangte ein Habilitationsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Seit April 1975 ist Garber ordentlicher Professor für Literaturtheorie und Geschichte der Neueren Deutschen Literatur an der Universität Osnabrück.

    Bereits in den achtziger Jahren entstand auf Anregung Garbers eine Arbeitsgruppe zur Frühen Neuzeit, aus der 1992 das Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit hervorging. Wesentliches Merkmal war und ist auch heute noch der interdisziplinäre Ansatz dieser Einrichtung. So arbeiten dort Sprach- und Literaturwissenschaftler, Historiker, Kirchenhistoriker, Kunst- und Musikwissenschaftler, Politologen und Rechtswissenschaftler gemeinsam an Fragen aus den Bereichen Kultur und Gesellschaft zwischen Renaissance und Aufklärung. Maßgeblich auf Garbers Initiative hin ist das Institut in den letzten fünf Jahre intensiv durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert worden. Mit 2,75 Millionen Euro wurden Ausbau- und Sicherungsmaßnahmen finanziert, die vor allem der Arrondierung und Erschließung von Beständen der Institutsbibliothek und des Mikrofilmarchivs zugute gekommen sind.

    Ein Forschungsschwerpunkt Garbers und des Instituts ist die Erschließung und Edition frühneuzeitlicher Gebrauchsliteratur in einem "Handbuch des personalen Gelegenheitsschrifttums in europäischen Bibliotheken und Archiven". Garber gelang es, für diese Sammlungs- und Katalogisierungsarbeiten umfangreiche Drittmittel einzuwerben. So stellte die VolkswagenStiftung mehr als 2,3 Millionen Euro über eine Laufzeit von 15 Jahren zur Verfügung. Mittlerweile sind die ersten elf Bände des Handbuchs erschienen, vier weitere kommen demnächst hinzu.

    Darüber hinaus hat Garber weitgespannte Interessen. Er organisierte international viel beachtete Kongresse zum Verhältnis von Nation und Literatur im Europa der Frühen Neuzeit (1986) und von Stadt und Literatur im alten deutschen Sprachraum der Frühen Neuzeit (1990), zum Jubiläum der Französischen Revolution (1989) und zur Feier des 100. Geburtstags von Walter Benjamin (1992), zur frühneuzeitlichen Kulturgeschichte Ostpreußens (1994) und Westpreußens (1997) und zu Ehren von Richard Alewyn (2002). Sein Augenmerk galten ebenfalls der europäischen Arkadien-Utopie, der Wissenschaftsgeschichte der Germanistik und der Buch- und Bibliotheksgeschichte sowie der Bibliographie.

    Weitere Informationen:
    Stefan Anders, Universität Osnabrück,
    Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit,
    Neuer Graben/Seminarstraße 19/21, D-49069 Osnabrück,
    Tel. +49 541 969-4881, Fax +49 541 969-4405,
    e-mail: stefan.anders@uni-osnabrueck.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kunst / Design, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Musik / Theater, Politik, Recht
    überregional
    Personalia
    Deutsch


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