idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Thema Corona

Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
02.07.2004 12:03

Forschung zu Grüner Gentechnik in Deutschland nicht mehr möglich?

Dr. Georg Kääb Geschäftsführung / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Verband Deutscher Biologen und biowissenschaftlicher Fachgesellschaften e.V.

    Wissenschaftler verurteilen wiederholte Zerstörung eines Forschungsvorhabens.
    Aufforderung an die Bundesregierung

    Erneut wurde in der vergangenen Woche der behördlich genehmigte Freilandversuch einer wissenschaftlichen
    Einrichtung komplett verwüstet und der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn damit unterbunden. Die Genehmigung durch alle damit befassten Institutionen war erfolgt, da der Versuch als unbedenklich für Mensch, Tier und Umwelt bewertet wurde. Es entstand ein finanzieller Schaden von rund 250.000 Euro. Der vom Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie (MPI-MP) in Golm durchgeführte Freisetzungsversuch mit Kartoffeln, denen ein Gen aus dem Hornklee eingefügt worden war, sollte der Grundlagenforschung dienen. Er hatte zum Ziel, ein besseres Verständnis über die Auswirkungen der zellulären Sauerstoffversorgung auf den Kohlenhydratstoffwechsel in der Kartoffelknolle zu erlangen.

    Wissenschaftler und entsprechende Forschungseinrichtungen sind und waren stets bemüht, die Öffentlichkeit über Potentiale und mögliche Risiken bei der Anwendung der Grünen Gentechnik zu informieren und stellen sich jederzeit der öffentlichen Diskussion. "Allerdings kann eine solche Diskussion nur mit sachlichen, faktisch nachvollziehbaren Argumenten und nicht durch das bewusste Schüren von Emotionen geführt werden. - Hier sollten Wissenschaftler, egal ob sie sich zu Kritikern oder Befürwortern zählen, sehr festgelegt sein," unterstreicht Prof. Dr. Klaus-Dieter Jany vom Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik e.V. (WGG).

    Anonyme Zerstörer haben keine Argumente. Sie sind kriminell, sie sind feige und zeigen vor allem ihre Unfähigkeit, sich mit den tatsächlichen Sachverhalten zu befassen. Sie zwingen der Öffentlichkeit ihren Willen auf, verhindern das Zustandekommen neuer Erkenntnisse - und damit möglicherweise auch neuer Sichtweisen. Nicht zuletzt fügen sie der Gemeinschaft erheblichen finanziellen Schaden zu.

    "Während die EU-Kommission in ihrer jüngst veröffentlichten "Vision 2025 - Pflanzen für die Zukunft" die Potenziale der Grünen Gentechnik in Hinblick auf Ernährung oder nachhaltige Anbaumethoden noch einmal deutlich unterstrichen hat, wird es Wissenschaftlern hierzulande quasi unmöglich gemacht, diese gegebenenfalls nutzbar zu machen," bedauert Prof. Dr. Hans-Jörg Jacobsen, Präsident des Verband Deutscher Biologen und biowissenschaftlicher Fachgesellschaften e.V. (vdbiol). "Die Zerstörung wissenschaftlicher Forschungsvorhaben, die schließlich auch durch Steuergelder finanziert werden, ist öffentlich zu verurteilen und entsprechend zu verfolgen. Der Forschungsstandort Deutschland wird durch solche gesetzeswidrigen Aktionen nachhaltig geschädigt," ergänzt Prof. Dr. Heinz Saedler, Direktor am Max-Planck-Institut für
    Züchtungsforschung.

    Die Unterzeichner fordern Umweltverbände und Politiker aller Parteien insbesondere aber die Bundesregierung auf, sich von Feldzerstörungen öffentlich zu distanzieren, indem sie diese deutlich verurteilen.

    Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik e.V. (WGG), Frankfurt/Main
    Genomanalyse im Biologischen System Pflanze (GABI), Golm
    Hochschule Nürtingen, FG Phytomedizin / Biotechnologie
    Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK),Gatersleben
    Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie, Golm
    Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung, Köln
    Verband Deutscher Biologen und biowissenschaftlicher Fachgesellschaften e.V. (vdbiol), München
    Verbund biowissenschaftlicher und biomedizinischer Gesellschaften(VBBM), Frankfurt/Main

    Kontakt:

    Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik e.V. (WGG), Frankfurt/Main
    Prof. Klaus-Dieter Jany, 1.Vorsitzender
    Tel.: 069/710 33 890
    e-mail: zentrale@wgg-ev.de

    Genomanalyse im Biologischen System Pflanze (GABI)
    Dr. Jens Freitag, Leiter der GABI Geschäftsstelle
    c/o MPI für Molekulare Pflanzenphysiologie, Golm
    Tel.: 0331/567 83 01
    e-mail: Freitag@mpimp-golm.mpg.de

    Hochschule Nürtingen
    Prof. Dr. Andreas Schier, FG Phytomedizin / Biotechnologie
    Tel. 07022/201 326
    e-mail: schier@fh-nuertingen.de

    Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK),Gatersleben
    Prof. Dr. Ulrich Wobus, Geschäftsführender Direktor
    Kontakt: Frau Waltraud Mühlenberg
    Tel. 039482/5487
    e-mail: muehlen@ipk-gatersleben.de

    Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie, Golm
    Dr. Rainer Höfgen
    Tel.: 0331/567 82 05
    e-mail: hoefgen@mpimp-golm.mpg.de

    Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung, Köln
    Claudia Lorenz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Tel: 0221/5062 672
    e-mail: lorenz@mpiz-koeln.mpg.de

    Verband Deutscher Biologen und biowissenschaftlicher Fachgesellschaften e.V. (vdbiol), München
    Prof. Dr. Hans-Jörg Jacobsen, Präsident
    Tel.: 089/26 02 45 73
    e-mail: info@vdbiol.de

    Verbund biowissenschaftlicher und biomedizinischer Gesellschaften (VBBM)
    Prof. Dr. Rudi Balling, Präsident
    Kontakt: Dr. Jörg Maxton-Küchenmeister
    Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie e.V., Frankfurt/Main
    Tel. 069/660 567-0
    e-mail: maxton@gbm-online.de


    Weitere Informationen:

    http://idw-online.de/public/zeige_bild?imgid=10733


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie, Gesellschaft, Informationstechnik, Meer / Klima, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Organisatorisches, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).