idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
22.02.2024 13:02

Jugend steht zu Europa: Neue Ergebnisse der ICCS Studie

Ulrike Bohnsack Ressort Presse - Stabsstelle des Rektorats
Universität Duisburg-Essen

    Jugendliche in Deutschland betrachten sich als politisch interessiert, sind von der EU überzeugt, aber nur eine Minderheit glaubt, dass Europa eine friedliche Zukunft hat. Das ergibt eine Auswertung der internationalen Vergleichsstudie ICCS 2022 zur politischen Bildung von Schüler:innen. Die ICCS* erfasst neben Einstellungen und Partizipationsabsichten auch das politische Wissen der Befragten und berücksichtigt das schulische Umfeld. Den deutschen Teil der Studie – durchgeführt in NRW und Schleswig-Holstein – haben Prof. Dr. Hermann Josef Abs (Universität Duisburg-Essen) und Prof. Dr. Katrin Hahn-Laudenberg (Universität Leipzig) verantwortet.

    Für die ICCS 2022 wurden in 24 überwiegend europäischen Bildungssystemen Achtklässler:innen verschiedener Schulformen, ihre Lehrkräfte und Schulleitungen befragt. „Unsere Auswertungen zu den Themen Europa, Identität, Digitalisierung, Unterricht und Lehrkräftebildung verdeutlichen, dass politische Bildung für unsere Gesellschaft relevanter denn je ist“, betonen die Professoren Abs und Hahn-Laudenberg. Sie sagen auch mit Blick auf die Befragungen in NRW und Schleswig-Holstein (SH): „Die Klassenzimmer werden politischer. Jugendliche nehmen sie als offener für Diskussionen wahr als noch bei der vorherigen Studie 2016.“ Auch die Beziehungen zwischen untereinander und zu den Lehrkräften werden überwiegend positiv eingeschätzt. Was jedoch aufhorchen lässt: Etwa ein Viertel der in Deutschland Befragten berichten von Diskriminierungserfahrungen durch Mitschüler:innen und/oder Lehrkräfte.

    Lassen Ukraine-Krieg, das Erstarken der nationalen Rechten und andere Herausforderungen die jungen Menschen an der EU zweifeln? Unter allen Befragten der Studie ist die Zustimmung für ein gemeinsames Europa hoch. Schüler:innen in NRW und SH haben jedoch weniger positive Erwartungen als Gleichaltrige anderer Länder. Nur ein Drittel von ihnen glaubt an einen künftigen Frieden in Europa.In vorherigen Untersuchungen waren sie noch hoffnungsvoller.

    Knapp zwei Drittel der Schüler:innen in NRW und in SH fühlen sich Europa zugehörig. Zwischen 80 und 94 Prozent befürworten, dass es gemeinsame Gesetze in der EU gibt, Bildungsabschlüsse anerkannt werden, und sie schätzen die wirtschaftlichen Vorteile. Bei der kommenden Europawahl dürfen in Deutschland erstmals 16-Jährige wählen. Die Professoren Hermann Josef Abs und Katrin Hahn-Laudenberg betonen, „wie wichtig es daher ist, Europa bezogene Lehrinhalte stärker und früher als bisher im Schulunterricht zu verankern. Das heißt aber auch, dass Lehrkräfte gezielt auf diese Inhalte vorbereitet werden – am besten im Rahmen eines fachbezogenen Lehramtsstudiums.“

    Im ersten Teil der Auswertung (veröffentlicht am 28. November 2023) hatten die Autor:innen u.a. herausgestellt, dass das deutsche Schulsystem die ungleichen Startchancen von Jugendlichen auf politisches Wissen und politische Beteiligung festigt. „Die jetzigen Ergebnisse verstärken den Eindruck, dass Schüler:innen an Gymnasien ein höheres Maß an Lern- und Partizipationsmöglichkeiten zukommt als an anderen Schulformen“, so Abs und Hahn-Laudenberg.

    * Die International Civic and Citizenship Education Study (ICCS) 2022 wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie von der Europäischen Union gefördert.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Hermann Josef Abs, Universität Duisburg-Essen, Tel. 0201/18 3-6397, h.j.abs@uni-due.de
    Prof. Dr. Katrin Hahn-Laudenberg, Universität Leipzig, Tel. 0341/97-31431, katrin.hahn-laudenberg@uni-leipzig.de


    Weitere Informationen:

    http://Die vollständige Studie ist open access verfügbar:
    https://www.waxmann.com/iccs2022
    http://Deutsche Projektseite:
    https://www.uni-due.de/iccs
    http://Englische Projektseite:
    http://www.iea.nl/studies/iea/iccs/2022


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Pädagogik / Bildung, Politik
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).