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06.07.2004 11:55

Herzinsuffizienz: Welche Rolle das Immunsystem spielt

Robert Emmerich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Bei Patienten mit einer chronischen Herzmuskelschwäche, der Herzinsuffizienz, liegen bestimmte Entzündungsproteine in erhöhter Konzentration vor. Wie es dazu kommt, ist bislang unbekannt. Mediziner von der Uni Würzburg suchen eine Erklärung.

    Auffällig: All die vermehrt auftretenden Proteine sind Bestandteil der so genannten Angeborenen Immunität. Dieses Abwehrsystem ist lebenswichtig, weil es den Organismus während der ersten Stunden und Tage einer Infektion schützt - nämlich so lange, bis der andere, weitaus spezialisiertere Teil des Immunsystems gegen die Krankheitserreger einsatzfähig ist.

    Für dieses Phänomen hat die Arbeitsgruppe von Dr. Stefan Frantz an der Medizinischen Klinik eine Hypothese. Der zufolge wird die Angeborene Immunität bei der Herzinsuffizienz aktiviert - und zwar genau so, als wäre eine Infektion geschehen. Dafür sollen Moleküle verantwortlich sein, die durch Gewebeschäden freigesetzt werden, wie sie zum Beispiel nach einem Herzinfarkt auftreten.

    Dass diese Annahme richtig sein könnte, deutet sich durch Experimente und klinische Studien an, welche die Würzburger Arbeitsgruppe mit Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) durchgeführt hat. Unter anderem haben die Forscher gezeigt, dass der für die Angeborene Immunität besonders wichtige "Toll like Receptor 4" (TLR) bei einer Herzinsuffizienz in den Herzmuskelzellen nachweisbar ist.

    Wird die Angeborene Immunität auf Trab gebracht, dann sind daran insbesondere die Transkriptionsfaktoren NF-kB und AP-1 beteiligt. Die Würzburger Herzforscher fanden heraus, dass diese beiden Faktoren auch bei der Herzinsuffizienz aktiviert sind - und zwar nicht nur dann, wenn sich das Herzleiden offen zeigt, sondern auch bei Patienten, die keine Symptome aufweisen. "Unsere experimentellen Daten legen nahe, dass NF-kB beim Heilungsprozess des Herzinfarkts eine wichtige Funktion innehat", sagt Frantz.

    In einem neuen Forschungsprojekt, das von der DFG finanziell gefördert wird, wollen die Wissenschaftler ihr Wissen vergrößern. Sie untersuchen jetzt zwei weitere zentrale Proteine der Angeborenen Immunität, nämlich den Transkriptionsfaktor AP-1 und das Protein SLPI (Secretory Leucocyte Protease Inhibitor), und deren Rolle bei der Herzschwäche.

    An Herzinsuffizienz leiden in Deutschland schätzungsweise 2,5 Millionen Menschen. Sie alle haben nach wie vor schlechte Überlebenschancen, auch wenn die Behandlungsmöglichkeiten inzwischen verbessert wurden. Betroffen sind vorwiegend Patienten im höheren Alter. Die häufigste Ursache für die Insuffizienz ist der Herzinfarkt.

    Weitere Informationen: Dr. Stefan Frantz, T (0931) 201-36127, Fax (0931) 201-36131, E-Mail:
    Frantz_S@medizin.uni-wuerzburg.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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